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Zierfische, Familie Ariidae

Silberwels Ariopsis seemanni

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Ariopsis seemanni, der Silberwels (im Handel auch als „Minihai“ bezeichnet), ist ein großer, stromlinienförmiger Wels aus der Familie Ariidae. Der Körper ist silbrig glänzend mit weißer Bauchseite und kontrastreichen schwarzen Flossen mit deutlichen weißen Spitzen und Säumen. Der Körperbau ist schlank und haiförmig, Barteln sind vorhanden. Die Art erreicht bis etwa 44 cm Gesamtlänge (TL).

  • Schwierigkeit: Schwierig
  • Schwarm
  • Friedlich
  • bis 44 cmEndgröße

  • 10-15 JahreLebenserwartung

  • 22-26 °CTemperatur

  • 6,8-8,5pH-Wert

  • 10-30 °dGHGesamthärte

  • ab 1180 lAquariengröße

Beschreibung

Wichtiger Sicherheitshinweis: Ariopsis seemanni besitzt am Ansatz der Rücken- und Brustflossen venenproduzierende Drüsen. Ein Stich verursacht schmerzhafte, stark anschwellende Wunden. Beim Umsetzen ist besondere Vorsicht geboten. Im Aquarium zeigt Ariopsis seemanni ein sehr aktives Schwimmverhalten. Die Tiere sind ausgeprägte Schwarmfische, die weite, freie Schwimmzonen bevorzugen und sich beständig in der mittleren bis unteren Wassersäule bewegen. Gegenüber gleichgroßen Arten verträglich, jedoch wird alles gefressen, was ins Maul passt. Bei Stress können die Tiere versuchen, aus dem Becken zu springen; eine dichte Abdeckung ist wichtig. Adulte Tiere benötigen zwingend Meersalzzusatz (SG ca. 1.005). Jungfische tolerieren hartes Süßwasser, aber mit zunehmendem Wachstum muss Meersalz zugegeben werden.

Haltung und Pflege

Wasserwerte: Temperatur 22-26 °C, pH 6,8-8,5, GH 10-30 dGH. Wichtig: Adulte Tiere benötigen zwingend Meersalzzusatz (SG ca. 1.005). Jungfische kommen in hartem Süßwasser aus, aber mit zunehmendem Wachstum muss Meersalz zugegeben werden. Beckengröße: Mindestens 240 cm Kantenlänge, ca. 1.180 Liter für eine Gruppe. Feiner Flusssand als Substrat (Bartelschutz). Starke Strömung erwünscht. Größere, stabile Strukturen am Randbereich als Orientierungspunkte. Wenig Bepflanzung, da submerse Pflanzen in Brackwasserbedingungen nicht überleben. Dichte Abdeckung ist zwingend, da die Tiere bei Stress versuchen können auszubrechen. Sehr leistungsfähige biologische und mechanische Filterung. A. seemanni ist eine anspruchsvolle Art für erfahrene Aquarianer mit spezialisierten Brackwasserbecken.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Ariopsis seemanni wird in einer Gruppe von mindestens 5 Tieren gehalten. Der Gruppenzusammenhalt fördert das natürliche Schwarmverhalten und reduziert Stress. Einzelhaltung führt zu Unruhe und verstärktem Fluchtverhalten. Das Temperament ist gegenüber gleichgroßen Fischen friedlich, jedoch frisst Ariopsis seemanni alles, was ins Maul passt. In der Natur zeigen Männchen während der Brutzeit territoriales Verhalten zum Schutz der Maulbrut. Garnelen: ungeeignet, werden als Futter betrachtet. Schnecken: risikobehaftet, Jungschnecken gefährdet. Bodenbewohner wie robuste Welse sind weitgehend verträglich. Geeignete Beifische: robuste, gleichgroße Arten aus Brackwasser- oder Küstenregionen. Keine empfindlichen Weichwasserarten (Amazonienfische).

Ernährung

Karnivor mit breitem Beutespektrum. In der Natur kleine Fische, Krebstiere, Wirbellose, Insektenlarven, Muscheln und Würmer. Im Aquarium: Jungtiere fressen Mückenlarven, Artemia und kleines Lebendfutter. Adulte Tiere nehmen Erdwürmer, Muschelfleisch, Garnelen, Mysis und sinkende Tabletten. Trockenfutter kann mit der Zeit angewöhnt werden. Abwechslungsreiche Proteinquellen sind wichtig.

Zucht

Fortpflanzungstyp: Paternaler Maulbrüter mit sehr hohem Schwierigkeitsgrad. Die Art wurde im Hobby bislang kaum oder gar nicht erfolgreich nachgezüchtet. In der Natur laichen die Tiere im marinen Bereich; die Männchen sammeln die Eier nach dem Ablaichen in ihr Maul und inkubieren sie dort. Anschließend wandern sie flussaufwärts ins Süßwasser, wo die Jungfische abgesetzt werden. Spezifische Zucht-Wasserwerte sind nicht dokumentiert. Die Schwierigkeit liegt in der Notwendigkeit, den Übergang zwischen marinen Laichbedingungen und Süßwasseraufzucht zu simulieren. Verfügbare Tiere stammen überwiegend aus Wildfang.

Natürlicher Lebensraum

Ariopsis seemanni stammt von der Pazifikküste Mittel- und Südamerikas, von Mexiko über El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Costa Rica, Panama bis nach Kolumbien, Ecuador und Peru. Die Art lebt in Flussmündungen und Küstengewässern mit Brackwassereinfluss und wandert zum Laichen ins Meer.

Geschlechtsunterschiede

Bei Jungtieren ist das Geschlecht schwer zu unterscheiden. Ausgewachsene Weibchen sind deutlich fülliger und gedrungener, besonders bei Laichreife. Männchen sind tendenziell schlanker. Während der Fortpflanzungszeit ist das Maulbrutverhalten des Männchens ein eindeutiges Erkennungsmerkmal.

Gut zu wissen

  • Wandernde Lebensweise zwischen Meer und Süßwasser (anadrome Laichwanderung)
  • Paternaler Maulbrüter: Männchen tragen die Eier im Maul
  • Venomöse Rücken- und Brustflossenstacheln: Vorsicht beim Handling!
  • Adulte Tiere benötigen zwingend Meersalzzusatz (SG ca. 1.005)
  • Sehr aktiver Schwarmfisch, benötigt viel horizontalen Freiraum
  • Empfindliche Barteln: feiner Sand als Substrat empfohlen
  • Erzeugt hörbare Geräusche durch Reiben der Brustflossen (Stridulation)
  • Nicht garnelensicher; frisst alles, was ins Maul passt

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Silberwels?

Die empfohlenen Wasserwerte sind Temperatur 22-26 °C, pH 6,8-8,5 und GH 10-30 dGH. Adulte Tiere benötigen zwingend Meersalzzusatz (SG ca. 1.005).

Kann man den Silberwels vergesellschaften?

Geeignet sind robuste, gleichgroße Arten aus Brackwasser- oder Küstenregionen. Keine Weichwasserarten. Garnelen und kleine Fische werden gefressen.

Kann man den Silberwels im Aquarium züchten?

Ariopsis seemanni ist ein paternaler Maulbrüter. Die Zucht ist im Hobby bislang kaum gelungen. In der Natur laichen die Tiere im Meer; die Männchen inkubieren die Eier im Maul.

Wie groß wird der Silberwels?

Ariopsis seemanni erreicht 30-35 cm SL (bis 44 cm TL). Die Art benötigt ein Becken von mindestens 240 cm Kantenlänge (ca. 1.180 Liter).

Hinweis zu den Daten

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Fragen und Erfahrungen

3 Kommentare, der letzte vom 10. Oktober 2013
  1. Daniel

    Wo ist denn Mittel-Südamerika?
    Die Art lebt nahe der Pazifikküste Kolumbiens, und von dort kommen auch die Exporte zu uns.

    Arius jordani ist ein Synonym zu Ariopsis seemanni und somit können die beiden Einträge zusammengelegt werden.

    lg Daniel

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