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Zierfische, Familie Loricariidae

L106 Hemiancistrus (Guyanancistrus) guahiborum L106

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Hemiancistrus guahiborum L106 hieß früher Guyanancistrus guahiborum. Hemiancistrus guahiborum (L106) ist ein bis zu 15 cm großer Harnischwels aus der Familie der Loricariidae mit dem typischen dorsoventral abgeflachten Körper, gepanzerten Knochenplatten und saugfähiger Mundpartie. Adulte Tiere zeigen kräftige Odontoden (borstige Hautzähne), die bei Männchen ausgeprägter sein können.

  • Schwierigkeit: Mittelschwer
  • Einzelgänger
  • Friedlich
  • Kupferempfindlich
  • 15 cm SLEndgröße

  • 10-15 JahreLebenserwartung

  • 22-26 °CTemperatur

  • 6-7,5pH-Wert

  • 3-12 °dGHGesamthärte

  • ab 240 lAquariengröße

Beschreibung

Die Kopfpartie ist schmaler als der Körper, die Flossen stabil gebaut und zum Festhalten an Steinen in strömungsreichen Bereichen geeignet. Im Aquarium präsentiert sich die Art überwiegend zurückgezogen und nachtaktiv. Tagsüber werden Höhlen, Spalten und Bereiche hinter Holz- oder Steinstrukturen bevorzugt. Bei Dämmerung und nachts gehen die Tiere auf Nahrungssuche und schaben Aufwuchs (Algen, Biofilm) und organische Partikel von harten Oberflächen ab. Anmerkung zur Taxonomie: Die Art wird im Hobby und in Teilen der Literatur als Guyanancistrus guahiborum geführt. FishBase führt sie als Hemiancistrus guahiborum; Meza-Vargas et al. 2020 stützen die Abtrennung von Guyanancistrus für diese Art nicht.

Haltung und Pflege

Wasserwerte: 22–26 °C, pH 6,0–7,5, GH 3–12 °dGH. Die Art stammt aus dem Orinoco-Einzugsgebiet und ist an klares, sauerstoffreiches Wasser mit Strömung angepasst. Beckengröße: Mindestens 120 cm Kantenlänge, ab 240 Liter. Einrichtung: Mehrere Höhlen und Spalten in unterschiedlichen Größen, größere flache Steine, stabil positionierte Wurzelstücke und Bereiche mit Laubsubstrat. Der Bodengrund sollte aus Kies oder feinen Steinen bestehen. Strömung: Die Art benötigt gut durchströmtes, sauerstoffreiches Wasser. Eine kräftige Strömungspumpe und leistungsfähige Filterung sind wichtig. Biofilm-Aufwuchs auf Holz und Steinen dient als natürliche Nahrungsquelle. Kupfer-Warnung: Kupferhaltige Medikamente und Dünger sind für Loricariidae gefährlich und müssen vermieden werden. Fütterung am Abend ist sinnvoll, da die Tiere nachtaktiv sind. Sprungrisiko: gering, dennoch Abdeckung empfohlen. Hemiancistrus guahiborum L106 ist eine strukturbezogene Harnischwels-Art, deren Haltung bei strömungsreichem, sauerstoffreichem Wasser, ausreichenden Verstecken und abwechslungsreicher Ernährung auf Aufwuchs-Basis gut gelingt.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Die Art zeigt ein eher ruhiges Temperament. Sie ist tagsüber zurückgezogen und aktiv am Abend und in der Nacht. Werden mehrere Exemplare zusammen gehalten, sollte jedes Tier ein eigenes Versteck besitzen, da ausgeprägte Revierverteidigung an Höhleneingängen beobachtet wird. Gegenüber anderen bodenbewohnenden Fischen ist die Art weitgehend verträglich, solange Nahrung und Verstecke in ausreichendem Maße vorhanden sind. Verträglichkeit mit Wirbellosen:
– Schnecken: weitgehend verträglich; Schnecken werden normalerweise toleriert.
– Garnelen: Junggarnelen gelten als gefährdet, adulte Garnelen werden in vielen Haltungen toleriert; bei Garnelenhaltung sollte mit Risiko für Jungtiere gerechnet werden.
– Andere Wirbellose (Würmer, Insektenlarven) zählen zur natürlichen Nahrungsbasis. Für Hemiancistrus guahiborum L106 sind vorwiegend Beifische aus der gleichen Bioregion Südamerika empfohlen. Gut geeignete Begleiter sind andere südamerikanische Salmler, rheophile Buntbarsche und kleine ruhige Arten aus der gleichen Region, sofern diese ähnliche Ansprüche an Wasserwerte und Rückzugsmöglichkeiten haben. Bei der Auswahl von Beifischen sollte besonders auf ruhige, nicht zu dominante Arten geachtet werden, die die Bodenzone nicht übermäßig besetzen oder Höhlen als Brutplätze beanspruchen.

Ernährung

Ernährungstyp: Aufwuchsfresser mit omnivorer Ergänzung. Die Art ernährt sich hauptsächlich von Biofilm, Algen und Periphyton sowie kleinen Wirbellosen. Holz ist eine wichtige Nahrungsquelle (Biofilm-Aufwuchs). Futter: Sinkende Algen- und Gemüsewafer (Spirulina-basiert) als pflanzliche Basis, sinking Pellets für Welse, blanchiertes Gemüse (Zucchini, Gurke, Süßkartoffel), proteinhaltiges Frostfutter (Mysis, Artemia, Cyclops, Daphnien) als Ergänzung. Abendliche Fütterung empfohlen.

Zucht

Status: nicht dokumentiert. Im Aquarium ist die Zucht von Hemiancistrus guahiborum L106 bislang nicht gesichert beschrieben. Aufgrund des natürlichen Habitats (Felsspalten, Höhlen in strömungsreichen Bereichen) gilt Höhlenbrut als wahrscheinlich. Konkrete Parameter zu Zuchtwasserwerten, Balzverhalten, Gelegegröße, Inkubationszeiten und elterlicher Fürsorge sind nicht dokumentiert. Praktische Folgerungen:
– Bereitstellung passender Höhlen wäre zentral für mögliche Fortpflanzung.
– Da Zuchtparameter nicht dokumentiert sind, sind Versuche als experimentell zu betrachten.
– Erfahrung in der Haltung von Loricariidae und sorgfältige Beobachtung sind Voraussetzung. Zucht-Wasserwerte: Keine gesicherten Angaben vorhanden. Erfolgsaussichten / Schwierigkeit: Aufgrund fehlender Dokumentation sind Zuchtversuche als experimentell zu betrachten.

Natürlicher Lebensraum

Hemiancistrus guahiborum stammt aus dem Orinoco-Einzugsgebiet, Venezuela. Die Typuslokalität ist der Rio Ventuari (Raudales Tencua), Bundesstaat Amazonas, Venezuela. Die Art zählt zu den häufigeren Ancistrinen im oberen Orinoco und besiedelt sowohl granitische als auch lateritische Felshabitate mit Strömung (Raudales, Stromschnellen). Typische Merkmale des natürlichen Habitats:
– Gewässertyp: Strömungsreiche Flussbereiche (Stromschnellen, Raudales) mit Felsuntergrund.
– Substrat: Fels und Kies, teilweise mit feinen Ablagerungen.
– Vegetation: Ufervegetation liefert Schatten; Aufwuchs auf Felsen ist die Hauptnahrungsquelle.
– Strömung: Mittelschnell bis schnell; die Art ist an sauerstoffreiches, strömungsreiches Wasser angepasst.
– Mikrohabitate: Felsspalten, Höhlen und Unterströmungsräume als Rückzugsorte.

Geschlechtsunterschiede

Männchen entwickeln häufig stärkere und dichtere Odontoden, insbesondere an Kopf und Kiemendeckeln, und zeigen mitunter eine schlankere Körperform als Weibchen. Gesicherte artspezifische Beschreibungen sind in der Literatur nicht umfassend dokumentiert; die genannten Merkmale orientieren sich an allgemeinen Loricariidae-Mustern.

Gut zu wissen

  • Wahrscheinlicher Höhlenbrüter: Zucht im Aquarium bislang nicht dokumentiert; Höhlenbrut gilt aufgrund des natürlichen Habitats als wahrscheinlich.
  • Odontodenbildung bei adulten Tieren, besonders bei Männchen.
  • Nachtaktiv, tagsüber versteckt.
  • Niedriges Sprungrisiko – dennoch Aquarienabdeckung empfohlen.
  • Geeignet für strukturreiche Aquarien mit Versteckmöglichkeiten und Strömung.

Galerie

Häufige Fragen

Wie groß wird L106?

L106 (Guyanancistrus guahiborum) erreicht ca. 15 cm SL. Aquarientiere bleiben oft etwas kleiner als Wildfänge.

Wie groß muss das Aquarium für L106 sein?

Empfohlen wird ab mind. 120 cm Kantenlänge. Größere Becken sind immer besser.

Welche Wassertemperatur braucht L106?

Die optimale Temperatur liegt zwischen 22 und 26 °C.

Was frisst L106?

L106 ist ein Omnivore mit Schwerpunkt auf Aufwuchs (Biofilm, Algen, Periphyton) sowie kleinen Wirbellosen (Chironomiden-Larven, Kleinkrebse).

Mit welchen Fischen kann L106 vergesellschaftet werden?

Für L106 sind vorwiegend Beifische aus der gleichen Bioregion Südamerika empfohlen.

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  • Schwierigkeit: Schwierig

Einzelgänger, territorial

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