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Zierfische, Familie Loricariidae

Blauer Phantomwels L128 Hemiancistrus sp.

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Der Blaue Phantomwels (Hemiancistrus sp. L128) ist ein Harnischwels aus der Familie Loricariidae mit abgeflachtem, stark gepanzertem Körper. Die Grundfärbung ist tiefschwarz bis dunkel blaugrau, durchsetzt mit zahlreichen kleinen hellblauen bis weißlichen Punkten auf Körper und Flossen, die zum Kopf hin dichter stehen. Je nach Fundort unterscheiden sich Grundfarbe sowie Zahl, Größe und Lage der Punkte.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Einzelgänger
  • Territorial
  • Kupferempfindlich
  • bis 25 cmEndgröße

  • 25-30 °CTemperatur

  • 6-7pH-Wert

  • 2-12 °dGHGesamthärte

  • ab 450 lAquariengröße

Beschreibung

L128 wird etwa 20 cm lang (Gesamtlänge, TL), einzelne Tiere über 25 cm. Im Aquarium verhält sich die Art gegenüber Artgenossen territorial, besonders um Höhlen und Sitzplätze, gegenüber anderen Arten dagegen meist ruhig. Sie stammt aus dem nördlichen Einzugsgebiet des Rio Orinoco in Venezuela, wo sie in fließenden, sauerstoffreichen Gewässern zwischen den Steinen auf felsigem Grund lebt. Holz kann als Struktur und Versteck dienen, als Nahrung spielt es für diese Art keine Rolle. Eine wissenschaftliche Beschreibung fehlt bis heute: L128 ähnelt dem Grünen Phantomwels (Hemiancistrus subviridis, L200) so stark, dass beide möglicherweise Farbformen einer Art sind, und auch die Zuordnung zur Gattung Hemiancistrus gilt nur als vorläufig.

Haltung und Pflege

Wasserwerte: 25 bis 30 °C, pH 6,0 bis 7,0, Gesamthärte 2 bis 12 °dGH. Unter 25 °C sollte die Temperatur nur ausnahmsweise sinken. Für ein Tier empfehlen wir ein Becken ab 150 cm Kantenlänge (450 Liter) mit großer Grundfläche. Wer mehrere Tiere pflegen möchte, braucht deutlich mehr Grundfläche und für jedes Tier eine eigene Höhle. Die Einrichtung orientiert sich am Fließgewässer: Sand oder glatter, abgerundeter Kies, runde Steine und Felsaufbauten mit Spalten und Höhlen, dazu eine kräftige Filterung mit spürbarer Strömung und viel Sauerstoff. Holz eignet sich als zusätzliche Struktur. Pflanzen sind nicht nötig und gedeihen unter diesen Bedingungen oft schlecht. Regelmäßige Wasserwechsel halten das Wasser sauber und sauerstoffreich, eine Abdeckung ist empfehlenswert. Frisch importierte Tiere sind heikel: Ausgehungerte Tiere mit eingefallenem Bauch und eingesunkenen Augen überleben oft nicht lange, beim Kauf sollte man darauf achten.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Gegenüber Artgenossen ist L128 territorial, vor allem im Streit um Höhlen und Sitzplätze. Wer mehr als ein Tier hält, sollte jedem eine eigene Höhle bieten und mit Revierstreitigkeiten rechnen. Gegenüber anderen Arten ist der Wels ruhig und eignet sich für ein Gesellschaftsbecken, solange die Mitbewohner nicht zu aggressiv sind. In einem Biotopbecken nach dem Vorbild des Orinoco passen Salmler wie Anostomus, Hemiodus, Semaprochilodus und Metynnis, strömungsliebende (rheophile) Buntbarsche wie Retroculus sowie andere Harnischwelse mit ähnlichen Ansprüchen. Bei Zwerggarnelen sind vor allem Jungtiere gefährdet.

Ernährung

Allesfresser mit Schwerpunkt auf Aufwuchs. In der Natur frisst L128 Aufwuchs (Belag aus Algen und Kleinstlebewesen auf Steinen) und kleine Krebstiere. Im Aquarium nimmt die Art sinkendes Trockenfutter wie Futtertabletten und Algenwafer, pflanzliche Kost wie blanchierten Spinat, Zucchini, Gurke oder Spirulina sowie Lebend- und Frostfutter wie Mückenlarven und Daphnien. Gelegentlich gehaltvolleres Futter wie Garnelen- oder Muschelfleisch ergänzt den Speiseplan. Holz ist für L128 Struktur und Versteck, keine Nahrung.

Zucht

Eine Nachzucht im Aquarium ist bisher nicht bekannt. Vermutlich laicht L128 wie viele andere Harnischwelse in Höhlen, darauf deutet der Lebensraum zwischen Felsspalten hin, belegt ist das nicht. Angaben zu Laichverhalten, Gelegegröße, Brutpflege und Zuchtwasserwerten liegen nicht vor.

Natürlicher Lebensraum

L128 ist nur aus dem nördlichen Einzugsgebiet des Rio Orinoco in Venezuela bekannt, als Fundort wird die Gegend um Puerto Ayacucho im Bundesstaat Amazonas genannt. Die Art lebt in fließenden Gewässern mit felsigem Grund, zwischen und unter den Steinen. Das Wasser ist sauerstoffreich und warm, der Orinoco hat im Herkunftsgebiet ganzjährig 28 bis 33 °C. Die dunkelsten Tiere leben am nördlichen Ende des Verbreitungsgebiets, weiter südlich werden sie heller. Dort schließt sich die dunkelste Form des Grünen Phantomwelses (Hemiancistrus subviridis, L200) an, die nach Süden ebenfalls heller wird. Das spricht dafür, dass beide Farbformen einer Art sind, wissenschaftlich bestätigt ist das noch nicht.

Geschlechtsunterschiede

Gesicherte Merkmale sind für L128 nicht beschrieben. Halter berichten, dass Männchen größer und schlanker werden und mit der Reife Borsten an Wangen und Kopf sowie kräftigere Odontoden (Hautzähnchen) an der Vorderkante der Brustflossen ausbilden, außerdem soll ihre Rückenflosse größer sein. Bestätigt sind diese Angaben nicht.

Gut zu wissen

  • Tiefschwarz bis dunkel blaugrau mit hellblauen bis weißlichen Punkten, je nach Fundort unterschiedlich gezeichnet
  • Nur aus dem nördlichen Einzugsgebiet des Rio Orinoco in Venezuela bekannt
  • Wissenschaftlich noch nicht beschrieben, möglicherweise eine Farbform des Grünen Phantomwelses (Hemiancistrus subviridis, L200)
  • Braucht warmes, sauerstoffreiches Wasser (25 bis 30 °C) mit spürbarer Strömung
  • Territorial gegenüber Artgenossen, jedes Tier braucht eine eigene Höhle
  • Frisch importierte Tiere sind empfindlich: beim Kauf auf einen gerundeten Bauch und nicht eingesunkene Augen achten
  • Kupferempfindlich: kupferhaltige Medikamente nur mit äußerster Vorsicht dosieren

Galerie

Häufige Fragen

Wie groß wird der Blaue Phantomwels L128?

Etwa 20 cm Gesamtlänge (TL), einzelne Tiere werden über 25 cm lang. Ohne Schwanzflosse gemessen (Standardlänge, SL) sind 18 cm belegt.

Wie groß muss das Aquarium für den Blauen Phantomwels L128 sein?

Für ein Tier ab 150 cm Kantenlänge und 450 Liter mit großer Grundfläche, Steinaufbauten mit Höhlen und spürbarer Strömung. Mehrere Tiere brauchen mehr Grundfläche und jedes eine eigene Höhle.

Welche Wassertemperatur braucht der Blaue Phantomwels L128?

Die Temperatur sollte zwischen 25 und 30 °C liegen und nur ausnahmsweise unter 25 °C sinken. Dazu pH 6,0 bis 7,0 und 2 bis 12 °dGH.

Was frisst der Blaue Phantomwels L128?

Als Allesfresser mit Schwerpunkt auf Aufwuchs frisst er Futtertabletten, Algenwafer, blanchiertes Gemüse wie Spinat oder Zucchini sowie Lebend- und Frostfutter wie Mückenlarven und Daphnien. Holz dient als Struktur, nicht als Nahrungsquelle.

Mit welchen Fischen kann der Blaue Phantomwels L128 vergesellschaftet werden?

Mit nicht zu aggressiven Fischen ähnlicher Ansprüche, etwa Salmlern wie Anostomus, Hemiodus, Semaprochilodus und Metynnis, strömungsliebenden Buntbarschen wie Retroculus und anderen Harnischwelsen. Gegenüber Artgenossen ist L128 territorial und braucht eine eigene Höhle.

Kann man den Blauen Phantomwels L128 im Aquarium züchten?

Eine Nachzucht ist bisher nicht bekannt. Vermutlich ist L128 ein Höhlenbrüter, belegt ist das nicht.

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Fragen und Erfahrungen

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Ähnliche Arten

Aus der Gruppe Harnischwelse, ähnlich groß.

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Hemiancistrus subviridis (L 200)

  • Endgröße: 20 cm
  • Aquarium: ab 240 l
  • Temperatur: 25-30 °C
  • pH-Wert: pH 6-7,2
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Mittel

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  • Endgröße: über 25 cm
  • Aquarium: ab 540 l
  • Temperatur: 20-28 °C
  • pH-Wert: pH 6,5-7,5
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Schwierig

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  • Temperatur: 24-27 °C
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  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Mittel

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Baryancistrus chrysolomus (L47)

  • Endgröße: 25 cm
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  • Temperatur: 27-30 °C
  • pH-Wert: pH 6-7,5
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Schwierig

Paarweise halten, territorial

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