sehr interessant der Beitrag, denn ich wollte einen Kongowels und Zuhause war ein anderer in der Plastiktüte, leider ist es so, denn mein Becken hat nur 100 ltr., also nicht geeignet. Deshalb fand ich ihren Betrag sehr aufschlussreich. mfg
Zierfische, Familie Loricariidae
Saugmaulwels Hypostomus plecostomus
Redaktion my-fish, aktualisiert am
Was im Zoohandel als „Saugmaulwels“ oder „Pleco“ verkauft wird, ist meist kein Hypostomus plecostomus, sondern eine Pterygoplichthys-Art wie P. pardalis oder P. disjunctivus, die mit knapp 58 bis 70 cm Gesamtlänge deutlich größer wird und viel größere Becken braucht als hier angegeben.
- Schwierigkeit: Schwierig
- Einzelgänger
- Friedlich
- Kupferempfindlich

über 25 cmEndgröße
10–15 JahreLebenserwartung
20-28 °CTemperatur
6,5-7,5pH-Wert
6-12 °dGHGesamthärte
ab 540 lAquariengröße
Beschreibung
Dieser Steckbrief beschreibt den echten Hypostomus plecostomus, einen im Handel seltenen Harnischwels der Familie Loricariidae aus den Küstenflüssen der Guayanas im Nordosten Südamerikas. Die größten vermessenen Tiere erreichen rund 25 cm Standardlänge (SL, gemessen ohne Schwanzflosse), die Gesamtlänge liegt entsprechend darüber. Unterscheiden lassen sich beide an der Rückenflosse: Hypostomus hat einen Hartstrahl und sieben verzweigte Weichstrahlen, Pterygoplichthys eine segelartige Rückenflosse mit deutlich mehr Strahlen (bei P. disjunctivus 10 bis 14 Weichstrahlen). Lebende Tiere sind beige-braun bis braun mit dunkelbraunen bis schwärzlichen Flecken, die auf dem Kopf sehr klein und dicht stehen und zum Schwanzstiel hin größer werden. Die Art ist zur fakultativen (bei Bedarf zusätzlichen) Luftatmung befähigt.
Haltung und Pflege
Wasserwerte: Temperatur 20–28 °C, pH 6,5–7,5, GH 6–12 °dGH. Für ein einzelnes erwachsenes Tier wird ein Becken ab 180 x 50 x 60 cm mit rund 540 Litern empfohlen. Die Art wird über 25 cm lang und braucht Platz zum Wenden, Strömungsschatten und mehrere Höhlen. Zahlreiche stabile Höhlen, große Treibholzstücke als Aufwuchsträger und Versteck, feiner Sand bis grober Kies als Substrat. Leistungsstarke Filterung, da ein großer Harnischwels erhebliche organische Last produziert. Moderate Strömung, regelmäßige Wasserwechsel. Kupferhaltige Medikamente sind zu vermeiden. Wichtig für Tiere aus dem Zoohandel: Die dort als Saugmaulwels verkauften Pterygoplichthys werden mit knapp 58 cm (P. pardalis) oder 70 cm Gesamtlänge (P. disjunctivus) deutlich größer und brauchen sehr große Anfertigungsbecken; für sie reichen die Beckenangaben dieses Steckbriefs nicht aus. H. plecostomus ist ein langlebiger Fisch mit bis zu 15 Jahren Lebenserwartung und eignet sich nur für erfahrene Aquarianer mit großen Becken.
Passt das Wasser bei dir?
Verhalten und Vergesellschaftung
Belegte Angaben zur Gruppenhaltung gibt es für Hypostomus plecostomus nicht; die Haltungs- und Beckenangaben gelten für ein einzelnes Tier. Das Temperament ist überwiegend friedlich, wobei sich das Verhalten bei adulten, großen Tieren zu Territorialität wandeln kann. Während der Ruhephasen und bei ausreichender Struktur im Becken zeigen die Tiere wenig Aggression. Geeignete Mitbewohner sind mittelgroße bis große Salmler, Panzerwelse und robuste Buntbarsche aus Nordost-Südamerika. Sehr kleine Bodenbewohner und kleine Garnelen sind nicht geeignet. Robuste Schnecken werden toleriert.
Ernährung
Hypostomus plecostomus ist in erster Linie ein Detritivor und Aufwuchsfresser. Algen, Aufwuchs und organisches Substrat bilden die Hauptnahrung. Im Aquarium eignen sich Algentabletten (Spirulina-basiert, sinkend), frisches oder blanchiertes Gemüse (Zucchini, Gurke, Kürbis), sinkende Granulate mit hohem Pflanzenanteil, dazu Aufwuchs auf Treibholz und Steinen. Gelegentlich proteinhaltiges Futter (Artemia, Mückenlarven) zur Konditionierung. Ein dauerhaft fleischbetontes Fütterungsregime ist nicht artgerecht.
Zucht
Für den echten Hypostomus plecostomus gibt es weder belastbare Angaben zur Fortpflanzung noch belegte Nachzuchten im Aquarium. Die Tiere, die in Südostasien in großen Mengen gezüchtet werden und als Saugmaulwels in den Handel kommen, sind Pterygoplichthys-Arten. Deren Zuchtangaben lassen sich nicht auf diese Art übertragen.
Natürlicher Lebensraum
Hypostomus plecostomus lebt in der Küstenregion der Guayanas im Nordosten Südamerikas, vom Einzugsgebiet des Oyapock (Grenzfluss zwischen Brasilien und Französisch-Guayana) bis zum Essequibo in Guyana. Die Typuslokalität (Fundort der Erstbeschreibung) ist der Suriname-Fluss. Die Art bewohnt den Unterlauf der Flüsse im Gezeitenbereich mit ruhig fließendem Wasser und schlammigem Grund sowie Sümpfe; in Suriname kommt sie auch im Brackwasser vor. Meldungen eingeschleppter Bestände aus Asien und Nordamerika gelten in ihrer Bestimmung als unsicher.
Geschlechtsunterschiede
Männchen entwickeln stärkere und zahlreichere Odontoden an Wangen, Schnauze und Brustflossenansatz und wirken von oben schmaler. Genitalpapille bei Männchen spitz. Weibchen von oben breiter und runder, besonders zur Laichzeit; Genitalpapille stumpf und breiter. Farbliche Unterschiede sind nicht zuverlässig dokumentiert.
Gut zu wissen
- Der echte Hypostomus plecostomus ist im Handel selten; als „Saugmaulwels“ werden fast immer Pterygoplichthys-Arten verkauft
- Rückenflosse mit einem Hartstrahl und sieben verzweigten Weichstrahlen, Pterygoplichthys hat deutlich mehr
- Bis 25 cm Standardlänge, die Gesamtlänge liegt darüber
- Lebt im Unterlauf der Küstenflüsse der Guayanas im Gezeitenbereich
- Kräftiges Saugmaul zum Festhalten und Abweiden von Aufwuchs
- Nachtaktive Lebensweise mit ausgeprägter Bodennähe
- Fakultative (bei Bedarf zusätzliche) Luftatmung über den Magen
- Treibholz als Aufwuchsträger und Versteck gehört ins Becken
- Kupferempfindlich – kupferhaltige Medikamente vermeiden
Galerie
Häufige Fragen
Welche Wasserwerte braucht der Saugmaulwels?
Hypostomus plecostomus benötigt eine Temperatur von 20–28 °C, einen pH-Wert von 6,5–7,5 und eine Gesamthärte von 6–12 °dGH. Leicht saures bis neutrales Wasser mittlerer Härte ist optimal.
Kann man den Saugmaulwels vergesellschaften?
Geeignete Mitbewohner sind mittelgroße bis große südamerikanische Fische. Kleine Garnelen sind ungeeignet. Ausreichend Höhlen und Verstecke reduzieren territoriales Verhalten.
Wie groß muss das Aquarium für den Saugmaulwels sein?
Für ein einzelnes erwachsenes Tier wird ein Becken ab 180 x 50 x 60 cm mit rund 540 Litern empfohlen; der echte Hypostomus plecostomus wird über 25 cm lang. Die im Handel als Saugmaulwels verkauften Pterygoplichthys werden mit knapp 58 bis 70 cm deutlich größer und brauchen sehr große Anfertigungsbecken.
Was frisst der Saugmaulwels?
Hypostomus plecostomus ist primär ein Aufwuchsfresser. Im Aquarium eignen sich Algentabletten, blanchiertes Gemüse und Spirulina-Granulate, dazu Aufwuchs auf Treibholz und Steinen. Ein fleischbetontes Fütterungsregime ist nicht artgerecht.
Ist der Saugmaulwels aus dem Zoohandel ein Hypostomus plecostomus?
In aller Regel nicht. Unter dem Namen Saugmaulwels oder Pleco werden meist Pterygoplichthys-Arten wie P. pardalis und P. disjunctivus verkauft, die in Südostasien gezüchtet werden. Erkennbar sind sie an der langen, segelartigen Rückenflosse mit deutlich mehr als sieben Weichstrahlen (bei P. disjunctivus 10 bis 14); der echte H. plecostomus hat einen Hartstrahl und sieben verzweigte Weichstrahlen.
Hinweis zu den Daten
Disclaimer
Obwohl wir von my-fish.org uns bemühen, die bereitgestellten Informationen sorgfältig zu sammeln und aktuell zu halten, können wir keine Garantie für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit geben. Unsere Daten stammen von Experten, Züchtern und Partnern aus dem Zierfischgroßhandel und basieren auf deren Beiträgen. Bei Abweichungen oder fehlenden Informationen bitten wir um Verständnis. Wir freuen uns über Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge von der Community, um die Qualität unseres Angebots kontinuierlich zu steigern. Bitte nutzen Sie unser Formular für Ihre Rückmeldungen und Anregungen.
Quellen (my-fish Content Commons)
In unserer kollaborativen Arbeit nutzen wir die Quellen my‑fish Content Commons. Wir fassen Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen – unter anderem aus der Datenbank unserer Partner im Zierfischgroßhandel und aus öffentlichen Datenbanken anderer Projekte – um die Richtigkeit unserer Texte zu validieren. Bitte beachten Sie, dass die Genauigkeit von den bereitgestellten Informationen abhängt und lesen Sie dazu unseren Disclaimer. Alle Links finden Sie hier.
Fragen und Erfahrungen
3 Kommentare, der letzte vom 17. April 2019
Marita Koss J. Martin Es grenzt schon an Verantwortungslosigkeit , wenn man ein Aquarium ab 100 cm vorschlägt für einen Fisch der die 50cm erreichen kann.
Haben sie schon mal so ein ausgewachsenes Tier gesehen ?
Wir kriegen im Verein regelmässig sowas abgeliefert, und da sehen auch 200cm Aquarien klein aus.
Die Art ist für die Aquaristik nicht eher ungeeignet, sondern definitif ungeeignet.
Mitreden können angemeldete Mitglieder. Anmelden oder kostenlos registrieren.

























