Simpsonichthys marginatus
Beschreibung
Der Marginatus Fächerfisch (Simpsonichthys marginatus, Synonym: Hypsolebias marginatus) ist ein kleiner Jahresfisch aus der Familie der Rivulidae und erreicht eine Gesamtlänge von 4 bis 6 cm. Männchen zeigen eine Kombination aus rötlichen, blaugrünen und bräunlichen Tönen mit hellen vertikalen Bändern und Fleckenreihen. Die Farben wirken in guter Kondition fein gezeichnet und schimmernd.
Weibchen bleiben unauffälliger, schlanker und in Braun- bis Grautönen gehalten. Der Geschlechtsunterschied ist in Farbe und Körperform gut erkennbar: Männchen erscheinen höher gerückt und kräftiger.
Im Aquarium zeigt die Art ein lebhaftes, aber nicht hektisches Verhalten. Sie hält sich bevorzugt im mittleren bis unteren Bereich des Beckens auf. Männchen untereinander gelten als für Killifische verhältnismäßig verträglich, was die Haltung in Gruppen entspannter macht. Die Art ist von der IUCN als stark gefährdet (Critically Endangered) eingestuft.
Besonderheiten
- Annueller Killifisch (Jahresfisch) mit Bodenlaich und Torf-Diapause
- IUCN-Status: Critically Endangered (stark gefährdet)
- Endemisch in temporären Cerrado-Tümpeln in Goiás, Brasilien
- Männchen für Killifische ungewöhnlich verträglich untereinander
- Ausschließlich Lebend- und Frostfutter, Trockenfutter wird meist verschmäht
- Aquaristische Haltung kann zur Arterhaltung beitragen
- Killifische sind als Springer bekannt, Abdeckung ist Pflicht
Vergesellschaftungshinweise
Männchen sind territorial, doch für Killifische verhältnismäßig verträglich untereinander, sofern das Becken ausreichend strukturiert ist und die Sicht durch Pflanzen unterbrochen wird. Weibchen werden während der Laichphase intensiv verfolgt; mehrere Weibchen je Männchen reduzieren die Belastung für das einzelne Tier. Gegenüber anderen Arten ist die Art friedlich und eher scheu.
Die Haltung im Artenbecken als Paar oder kleiner Harem (1 Männchen mit 2 bis 3 Weibchen) ist empfehlenswert. Schnecken und größere Garnelen werden toleriert, sehr kleine Wirbellose können gefressen werden.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind größer, farbenprächtiger und besitzen längere, spitz zulaufende Rücken- und Afterflossen mit teils fadenförmigen Spitzen sowie längere Bauchflossen. Weibchen sind kleiner, weniger farbenfroh und haben kürzere, abgerundete Flossen. Der Unterschied ist bereits bei juvenilen Tieren erkennbar.
Haltungstipps / Pflege
Der Marginatus Fächerfisch bevorzugt Wassertemperaturen von 22 bis 26 °C, einen pH-Wert von 6,5 bis 7,0 und eine Gesamthärte von 2 bis 12 °dGH. Für ein Paar oder einen kleinen Harem empfiehlt sich ein Artenbecken ab 60 Litern.
Das Becken sollte dicht abgedeckt sein, da Killifische als Springer bekannt sind. Eine spärliche bis mäßige Beleuchtung, reicher Pflanzenbewuchs mit Schwimmpflanzen und feines Substrat am Boden schaffen ein passendes Umfeld. Torfmull als Laichsubstrat ist für die Zucht unerlässlich. Laubstreu (Seemandelbaumblätter) puffert den pH-Wert und simuliert das natürliche Habitat. Die Strömung sollte minimal sein.
Als annuelle Art lebt der Fisch in der Natur nur eine Saison. Im Aquarium bei guter Pflege maximal etwa 12 Monate Lebenserwartung. Aquaristische Haltung kann zur Erhaltung dieser stark gefährdeten Art beitragen.
Zucht und Fortpflanzung
Die Zucht erfordert Wissen über den annuellen Lebenszyklus. Simpsonichthys marginatus ist ein Bodenlaicher: die Tiere tauchen gemeinsam in weiches Substrat (Torfmull) ein und vergraben die befruchteten Eier dort.
Die Eier durchlaufen eine Diapause von typischerweise 1 bis 4 Monaten. Der mit Eiern besetzte Torf wird leicht abgepresst und bei 22 bis 24 °C dunkel in einem Plastikbeutel gelagert. Der Torf sollte feucht, aber nicht nass bleiben. Nach der Diapause wird der Torf in weiches, leicht saures Wasser bei etwa 25 °C eingeweicht.
Jungfische wachsen sehr schnell und können bei guter Ernährung innerhalb von 6 bis 8 Wochen geschlechtsreif werden. Frühzeitige Geschlechtertrennung ist empfehlenswert.
Ernährung/Futterbedarf
Simpsonichthys marginatus ist ein Fleischfresser, der Trockenfutter in der Regel ablehnt. Die Ernährung besteht idealerweise aus kleinen Lebendtieren und Frostfutter: Artemia-Nauplien und adulte Artemia, weiße und rote Mückenlarven, Daphnien sowie Essigälchen und Mikrowürmchen für Jungfische. Abwechslungsreiche Lebendkost verbessert die Kondition und Fortpflanzungsbereitschaft.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Simpsonichthys marginatus ist endemisch in temporären Cerrado-Tümpeln im Bundesstaat Goiás, Brasilien, im oberen Einzugsgebiet des Rio Tocantins (Rio dos Patos System bei Barro Alto). Diese Gewässer entstehen während der Regenzeit und trocknen in der Trockenzeit vollständig aus. Die Lebensräume sind flach, vegetationsreich und reich an organischem Material.