Poecilia sphenops
Beschreibung
Der Molly „Copper Lyretail“ ist eine Zuchtform des Kurzflossen-Mollys (Poecilia sphenops) aus der Familie Poeciliidae. Kennzeichnend sind die kupferfarben schimmernde Körperfärbung und die Lyra-Schwanzflosse, deren äußere Strahlen deutlich verlängert sind und in Spitzen auslaufen. Männchen erreichen etwa 8 cm SL (ca. 10 cm TL), Weibchen werden mit bis zu 10 cm SL (ca. 12 cm TL) deutlich größer. Männchen besitzen ein Gonopodium, das bei Lyra-Formen ebenfalls verlängert ist; die Begattung gilt dadurch als erschwert, weshalb Würfe seltener ausfallen können als bei kurzflossigen Mollys. Im Aquarium ist der Molly ein lebhafter Schwimmer der oberen und mittleren Wasserschichten. Männchen zeigen dauerhaftes Balzverhalten, das bei wenigen Weibchen zu Stress führen kann. Die Art ist robust und anpassungsfähig, benötigt jedoch zwingend hartes, alkalisches Wasser. Wichtiger Hinweis zu Zuchtformen: Jahrelanges Inzucht-Massenfarming hat dazu geführt, dass viele im Handel erhältliche Mollys genetisch geschwächt und krankheitsanfällig sind. Typische Symptome sind Shimmying (seitliches Zittern), Pilzinfektionen und eingeklemmte Flossen.
Besonderheiten
- Zuchtform des Kurzflossen-Mollys, keine eigene Art: Lyra-Schwanzflosse mit verlängerten Außenstrahlen, kupferfarbene Grundfärbung
- Lebendgebärend mit Gonopodium bei Männchen; bei Lyra-Formen ist das Gonopodium verlängert und die Begattung erschwert
- Benötigt zwingend hartes, alkalisches Wasser (GH mindestens 15 °dGH); weiches oder saures Wasser führt zu Shimmying und Pilzinfektionen
- Toleriert leicht brackiges Wasser
- Weibchen speichern Spermien und produzieren mehrere Würfe aus einer Paarung
- Springt gelegentlich; Abdeckung empfohlen
- Genetische Schwächung bei vielen Zuchtformen durch Inzucht
- Ausgeprägter Pflanzen- und Aufwuchsfresser: Grünfutter gehört zur Grundversorgung
- Empfindlich gegenüber kupferhaltigen Medikamenten, bei Parasitenbehandlung kupferfreie Mittel bevorzugen
Vergesellschaftungshinweise
Der Molly ist ein Gruppenfisch und sollte in Gruppen von mindestens 5 Tieren gehalten werden, mit Weibchenüberschuss (1 Männchen auf 2 bis 3 Weibchen) zur Stressreduktion. Das Temperament ist friedlich und gesellig. Während der Balz- und Paarungszeit kann das Verhalten einzelner Männchen gegenüber Weibchen sehr aufdringlich und hartnäckig werden. Schnecken werden toleriert. Junggarnelen sind gefährdet, adulte Garnelen werden meist toleriert. Geeignete Beifische sind andere Lebendgebärende (Platys, Schwertträger), robuste Welse, die hartes Wasser vertragen (Ancistrus), und friedliche Arten, die hartes, alkalisches Wasser bevorzugen. Weichwasserarten wie Salmler oder Zwergbuntbarsche passen wegen der abweichenden Wasseransprüche nicht dauerhaft dazu.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen bleiben kleiner (ca. 8 cm SL, 10 cm TL), sind schlanker und besitzen ein Gonopodium, das bei der Lyra-Zuchtform deutlich verlängert ist. Auch die Lyra-Ausprägung der Schwanzflosse fällt bei Männchen meist kräftiger aus. Weibchen werden erheblich größer (bis ca. 12 cm TL), sind fülliger und während der Trächtigkeit am dunklen Trächtigkeitsfleck erkennbar.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 21-28 °C, pH 7,0-8,5, GH 15-30 °dGH. Ein Becken mit mindestens 90 cm Kantenlänge (ca. 100 Liter) ist die Mindestgröße; angesichts der Endgröße der Weibchen (bis 12 cm TL) ist ein größeres Becken empfohlen. Dichte Bepflanzung mit Schwimmpflanzen als Verstecke und Jungfischschutz, dazu offene Schwimmbereiche in der oberen Beckenhälfte. Sand oder feiner Kies als Substrat, mäßige Strömung. Die Art benötigt zwingend hartes, alkalisches Wasser. In weichem oder saurem Wasser (GH unter 10, pH unter 7) erkranken die Tiere rasch (Shimmying, Pilzbefall). Die verlängerten Flossenstrahlen der Lyra-Form sind empfindlich: scharfkantige Dekoration und flossenzupfende Beifische vermeiden. Abdeckung empfohlen wegen Springneigung.
Zucht und Fortpflanzung
Die Zucht ist einfach und gut dokumentiert. Der Molly ist lebendgebärend. Tragzeit ca. 4 bis 6 Wochen (26 bis 42 Tage), Wurfgrößen typisch 20 bis 60, bis zu 120 Jungfische möglich. Geschlechtsreife nach ca. 4 Monaten. Zuchtwasserwerte: Temperatur 25-28 °C, pH 7,2-8,5, GH 15-30 °dGH. Hartes Wasser ist auch für die Zucht notwendig. Bei der Lyra-Zuchtform ist das verlängerte Gonopodium der Männchen zu beachten: die Begattung gelingt schlechter als bei kurzflossigen Tieren, weshalb in reinen Lyra-Zuchten häufiger Würfe ausbleiben. Weibchen können Spermien speichern und auch Monate nach dem letzten Kontakt mit einem Männchen Nachkommen zur Welt bringen. Jungfische sind sofort frei schwimmend. Erstfutter: Staubfutter, Artemia-Nauplien, Spirulina-Pulver. Dichte Bepflanzung schützt Jungtiere vor Kannibalismus. Die Lyra-Ausprägung wird nicht von allen Nachkommen geerbt, aus einem Wurf fallen regelmäßig auch normalflossige Tiere.
Ernährung/Futterbedarf
Der Molly ist ein Allesfresser mit starkem pflanzlichen Schwerpunkt. Spirulina-Flocken, hochwertiges Grünfutter und gelegentlich überbrühtes Gemüse (Spinat, Zucchini) bilden die pflanzliche Basis. Ergänzend eignen sich Artemia, Mückenlarven, Daphnien und Cyclops als Proteinquelle. Hochwertiges Flockenfutter mit hohem Pflanzenanteil dient als Standardfutter. Die Tiere weiden zusätzlich Algenaufwuchs von Scheiben und Dekoration ab. Mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag.
Natürlicher Lebensraum
Der Molly „Copper Lyretail“ ist eine Aquarien-Zuchtform und kommt so in der Natur nicht vor. Die Stammart Poecilia sphenops ist in Mittelamerika verbreitet und kommt an den Atlantik-Zuflüssen von Mexiko (Veracruz) über Guatemala und Belize bis Honduras vor. Typische Lebensräume sind flache, stark bewachsene Uferzonen mit dichtem Pflanzenaufwuchs und reichlich Algen, sowohl im Süßwasser als auch in brackwassernahen Bereichen. Sand oder feiner Kies als Substrat, mäßige Strömung. Die Art bevorzugt hartes, alkalisches Wasser.