Melanotaenia splendida rubrostriata
Beschreibung
Melanotaenia splendida rubrostriata, der Rotstreifen-Regenbogenfisch, gehört zur artenreichen Gattung der Regenbogenfische und zeigt den typischen, seitlich abgeflachten, hochrückigen Körperbau dieser Gruppe. Die Art erreicht eine Standardlänge von bis zu 12,5 cm und wirkt dadurch im Aquarium relativ präsent. Ausgewachsene Männchen entwickeln intensivere Farbflanken und längere, ausgezogener geformte Rücken- und Afterflossen. Jungtiere wirken noch verhältnismäßig unscheinbar; die volle Farbpracht entwickelt sich erst nach mehr als zwölf Monaten.
Im Aquarium bewegt sich M. splendida rubrostriata bevorzugt in den mittleren bis oberen Wasserschichten. In Gruppen zeigt die Art ein lebhaftes, aber insgesamt friedliches Schwarmverhalten. Die Tiere schwimmen synchronisiert und demonstrieren durch schnelle, elegante Schlenker ihre Agilität. Bei Balz und Revierverhalten werden Männchen aktiver und präsentieren sich durch intensivere Färbung.
Es existieren vier Unterarten von Melanotaenia splendida. Um Kreuzungen zu vermeiden, sollten verschiedene Unterarten nicht gemeinsam gehalten werden.
Besonderheiten
- Ausgeprägtes Balz- und Präsentationsverhalten der Männchen
- Deutlicher Größen- und Formendimorphismus zwischen Männchen und Weibchen
- Volle Farbpracht erst nach über 12 Monaten
- Geeignet für gruppenorientierte Haltung in längeren Becken (mindestens 120 cm)
- Schnecken verträglich, Junggarnelen gefährdet
- Niedriges Sprungrisiko, dennoch Abdeckung empfohlen
- Vier Unterarten bekannt – Kreuzungen zwischen Unterarten vermeiden
Vergesellschaftungshinweise
Melanotaenia splendida rubrostriata ist ein geselliger Schwarmfisch. Die Mindestgruppe beträgt sechs Tiere, empfohlen werden 8–10 Individuen. In größeren Gruppen zeigt sich die beste Zeichnungsausbildung und das stressärmste Verhalten. Das Temperament ist sehr friedlich, allerdings kann die relativ große Körpergröße und schnelle Schwimmweise kleinere Mitbewohner verunsichern.
Schnecken werden weitgehend toleriert. Adulte Garnelen sind in der Regel unproblematisch, Junggarnelen können jedoch gefressen werden.
Geeignete Beifische sind andere Regenbogenfische, Pseudomugil-Arten und friedliche Schwarmfische mit ähnlichen Wasseransprüchen. Afrikanische Buntbarsche wie Malawi- oder Tanganjika-Arten sind nicht kompatibel. Auf kleine, sehr langsame oder scheue Fische sollte verzichtet werden.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen werden größer und entwickeln eine tiefere, kräftigere Körperkontur als Weibchen. Sie zeichnen sich durch intensivere Farbe und längere, ausgezogenere Rücken- und Afterflossen aus. Weibchen bleiben schlanker und kürzerflossiger.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 24–30 °C, pH 6,0–7,5, GH 5–18 °dGH.
Für eine artgerechte Haltung wird ein Becken mit mindestens 120 cm Kantenlänge und ca. 160 Liter empfohlen. Die Einrichtung sollte großzügige Schwimmzonen mit offener Mitte und dichte Bepflanzungen am Rand kombinieren. Fein- bis mittelblättrige Pflanzen, schwimmende Pflanzenbereiche und Wurzelholz bieten Versteckmöglichkeiten. Als Bodengrund eignen sich neutrale bis leicht dunkle Substrate.
Eine moderate Filterung mit gleichmäßiger Strömung ist sinnvoll. Das Sprungrisiko wird als niedrig eingeschätzt, dennoch empfiehlt sich eine Abdeckung. Regelmäßiger Wasserwechsel und eine zuverlässige Filterung sind wichtig.
Die Art ist als pflegeleicht eingestuft und eignet sich auch für weniger erfahrene Aquarianer. Verschiedene Unterarten von M. splendida sollten nicht gemeinsam gehalten werden, um Kreuzungen zu vermeiden.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Haftlaicher
Zuchtschwierigkeit: mittel
Die Eier werden mit kleinen Fäden an Pflanzen oder Laichmopps befestigt und über mehrere Wochen täglich in Chargen abgelegt. Ein Zuchtbecken von mindestens 120 cm Länge mit feinblättrigen Pflanzen oder Laichmopps ist empfehlenswert. Ziel-pH von etwa 7,0–7,5 und moderate Temperaturerhöhung fördern die Laichbereitschaft.
Die Eier schlüpfen nach 7–12 Tagen je nach Temperatur. Jungfische benötigen zunächst Infusorien und später Artemia-Nauplien. Konditionierung der Elterntiere mit Lebend- und Frostfutter vor der Zucht ist wichtig.
Ernährung/Futterbedarf
Melanotaenia splendida rubrostriata ist ein Allesfresser. Die Nahrung sollte pflanzliche und proteinreiche tierische Kost umfassen. Geeignet sind hochwertiges Flockenfutter mit Spirulina-Anteil, Granulate oder kleine Pellets, sowie lebende oder gefrorene Kost wie Artemia, Mückenlarven, Cyclops und Kleinkrebstiere. Gelegentlich blanchiertes Gemüse oder Algenblätter ergänzen die pflanzliche Komponente. Mehrmals täglich kleine Portionen füttern.
Natürlicher Lebensraum
Melanotaenia splendida rubrostriata ist in der Bioregion Australien/Ozeanien beheimatet und findet sich in küstennahen Flusssystemen, Nebenarmen und Sümpfen der Tieflandgebiete. In der Natur bevorzugt die Art Bereiche mit dichter aquatischer Vegetation oder treibendem Pflanzenmaterial, die Schutz und Laichplätze bieten. Die Fundorte sind durch ruhiger fließende oder stehende Gewässer mit ausreichender Pflanzendecke geprägt.
Moin,
Die Art heisst Melanotaenia splendida rubrostriata (mit „d“)! In einschlägigen Veröffentlichungen wird sie übrigens mittlerweile als eigene Art Melanotaenia rubrostriata angesehen und nicht mehr als Unterart von M. splendida. (Wie alle anderen Regenbogenfische auch geht sie nicht in Höhlen, wie unter Besonderheiten aufgeführt…)
Hallo Dirk, habe es geändert. Hast du ggf. ein Bild für den Eintrag?