Pethia nigrofasciata

Deutscher Name: Purpurkopfbarbe

Purpurkopfbarbe
Herkunft:
Sri Lanka
Farben:
braun, grün, rot, schwarz
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Pethia nigrofasciatus
Gattung: Pethia
Familie: Cyprinidae

Beschreibung

Pethia nigrofasciata, die Purpurkopfbarbe, ist eine farbenprächtige kleine Barbe aus Sri Lanka. Die Art wurde 2012 im Rahmen der umfassenden Revision der Gattung Puntius in die neu geschaffene Gattung Pethia überführt – in älterer Literatur findet sich noch die Bezeichnung Puntius nigrofasciatus. Die korrekte Endung ist „nigrofasciata“ (weiblich, da Pethia grammatikalisch weiblich ist) – im Handel findet sich häufig die falsche Schreibweise „nigrofasciatus“. Die Art erreicht eine Gesamtlänge von etwa 5 bis 6 cm. Das auffälligste Merkmal ausgewachsener Männchen in Prachtfärbung ist der namensgebende, intensiv purpurrote Kopf- und Brustbereich, während der hintere Körper tiefschwarz wird. Auf dem Körper verlaufen drei bis vier vertikale schwarze Streifen. Weibchen sind deutlich unauffälliger mit silbriger Grundfärbung und schwachen schwarzen Streifen. Pethia nigrofasciata ist in Sri Lanka endemisch und bewohnt dort klare, langsam fließende Bachläufe und schattige Waldgewässer. Sie wird von der IUCN als „Least Concern“ gelistet, die natürlichen Bestände sind jedoch durch Lebensraumzerstörung bedroht.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Intensive Balzfärbung der Männchen: purpur- bis rubinroter Kopf, schwärzer werdender Körper
  • Freilaicher ohne Brutpflege; Elterntiere fressen Eier und müssen nach dem Ablaichen entfernt werden
  • Bevorzugt strukturreiche Becken mit Laub, Wurzeln und dichtem Randbewuchs
  • Endemisch in Sri Lanka; IUCN-Status: Gefährdet (VU); Export von Wildfängen gesetzlich verboten
  • Gut dokumentierte Zucht bis F5+ Generation
  • Deutliches Sprungrisiko durch ausgeprägten Schreckreflex, tight schließende Abdeckung erforderlich

Vergesellschaftungshinweise

Pethia nigrofasciata ist ein Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens 8 bis 10 Tieren gehalten werden. In größeren Gruppen (besonders mit Männchenüberschuss) entfalten die Männchen ihre volle Prachtfärbung – die tiefschwarze und purpurrote Färbung tritt nur in kompletter Gesundheit und guter Stimmung hervor. Das Temperament ist friedlich, die Art kann aber bei zu kleiner Gruppenhaltung oder beengten Verhältnissen zu leichtem Flossenzupfen neigen. Geeignete Beckenpartner sind andere friedliche, nicht langflossige Arten ähnlicher Größe: andere Pethia-Arten, größere Rasboras, Keilfleckbärblinge, friedliche Schmerlen, Corydoras. Langflossige Arten (Guppys, Kampffische, Engelfische) sind ungeeignet.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen von Pethia nigrofasciata zeigen in Prachtfärbung einen intensiv purpurroten Kopf- und Brustbereich, während der hintere Körper tiefschwarz wird. Diese kontrastreiche Färbung entwickelt sich erst bei geschlechtsreifen Tieren in guter Haltung und tritt besonders während der Balz hervor. Die Flossen sind kräftig rot gefärbt. Weibchen sind deutlich unauffälliger: Die Grundfärbung ist silbrig, die schwarzen Streifen sind schwächer ausgeprägt, und der purpurrote Kopf fehlt ganz oder ist nur schwach angedeutet. Der Körperbau ist rundlicher, besonders im Bauchbereich.
Größe: ca. 5,5 cm SL (ca. 6 cm TL)

Haltungstipps / Pflege

Pethia nigrofasciata benötigt eine Wassertemperatur von 22 bis 26 °C, einen pH-Wert von 6,0 bis 7,2 und eine Gesamthärte zwischen 3 und 12 °dGH. Die Art bevorzugt leicht saures, weiches bis mittelhartes Wasser. Beckengröße: Mindestens 80 cm Kantenlänge und 100 Liter für eine Gruppe von 8 bis 10 Tieren. Einrichtung: dichte Bepflanzung mit robusten Pflanzen, freier Schwimmraum in der Mitte, dunkler Bodengrund aus Feinsand oder feinem Kies, Wurzeln und Laubstreu für Huminstoffeintrag (fördert die Farbentfaltung der Männchen). Moderate Strömung, gedämpfte Beleuchtung. Wichtig bei Medikamenten: Pethia nigrofasciata ist wie alle Cyprinidae hochempfindlich gegenüber kupferbasierten Medikamenten. Standard-Kupferbehandlungen wirken tödlich. Bei Parasiten stattdessen Malachitgrün-Formalin in reduzierter Dosis oder vorsichtige Temperaturerhöhung verwenden.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
6,0-7,0
Temperatur:
20-27 °C
Beckengröße:
ab 80 cm, 112 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Pethia nigrofasciata ist ein Freilaicher ohne elterliche Brutpflege. Die Zucht gilt als mittelschwer und erfordert weiches, leicht saures Wasser. Zuchtbedingungen: Temperatur 24 bis 26 °C, pH 6,0 bis 6,8, weiches Wasser (GH maximal 8 °dGH). Ein separates Zuchtbecken mit Laichrost oder dichter Javamoos-Bank schützt die Eier vor den Elterntieren. Vorherige Konditionierung mit hochwertigem Lebend- und Frostfutter über 1 bis 2 Wochen fördert die Zuchtbereitschaft deutlich. Die Elterntiere sind ausgeprägte Laichräuber und müssen nach dem Ablaichen sofort entfernt werden. Die Eier schlüpfen nach etwa 24 bis 36 Stunden. Erstfutter: Infusorien, später feine Artemia-Nauplien und Staub-Futter.

Ernährung/Futterbedarf

Pethia nigrofasciata ist ein Allesfresser mit Tendenz zur omnivoren Ernährung. Im Aquarium akzeptiert die Art hochwertiges Flocken- und Granulatfutter als Basis, ergänzt durch Lebend- und Frostfutter (Artemia, Daphnien, Cyclops, Mückenlarven) und pflanzliche Komponenten (Spirulina, blanchiertes Gemüse). Eine proteinreiche Ernährung ist besonders wichtig für die Farbintensität der Männchen. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2 bis 3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
ca. 5 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Pethia nigrofasciata ist endemisch in Sri Lanka und kommt dort in verschiedenen Flusssystemen des süd-zentralen Hochlands vor. Die Art bewohnt klare, langsam fließende Bachläufe und kleine Flüsse mit schattiger Ufervegetation, kiesig-sandigem Bodengrund und Laubfall-Anreicherung. Typische Wasserwerte der Habitate: Temperatur 22 bis 27 °C, pH 6,0 bis 7,0, weiche bis mittelharte Wasserhärte (GH 3 bis 12 °dGH). Die Art ist durch Lebensraumzerstörung und Abholzung der Ufervegetation lokal bedroht.

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