Nanochromis transvestitus

Deutscher Name: Zebra-Zwergbuntbarsch

Foto: Andreas Schreyer
Herkunft:
Kongo
Farben:
braun, grau, lila, rot
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Nanochromis transvestitus
Gattung: Nanochromis
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Der Zebra-Zwergbuntbarsch (Nanochromis transvestitus) wird bis zu 7 cm (SL) groß und zeichnet sich durch einen umgekehrten Geschlechtsdimorphismus aus: Die Weibchen präsentieren einen leuchtend roten bis violetten Bauch und kontrastreiche schwarz-weiße vertikale Streifen in den unpaaren Flossen, während die Männchen deutlich schlichter in Grau-Braun bis Oliv gefärbt sind. Der Körperbau ist gedrungen und auf bodennahe Aktivitäten ausgelegt. Im Aquarium zeigen die Tiere ein ausgeprägtes Revierverhalten gegenüber Artgenossen, sind aber gegenüber freischwimmenden, nicht territorialen Arten meist relativ friedlich. Typisches Verhalten umfasst intensives Graben im feinen Substrat, das Anlegen und Pflegen von Bruthöhlen sowie lebhaftes Interagieren zwischen Paarpartnern. Der extreme Sexualdimorphismus kann bei Beobachtern zu Verwechslungen mit verschiedenen Arten führen. Die Art ist an Schwarzwasserbedingungen angepasst und zeigt Präferenzen für überdachte Laichplätze und enge Höhlen. Sie gilt als gefährdet (EN) und ist im Handel selten erhältlich.
Sozialverhalten: Paarweise
Temperament: territorial
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Umgekehrter Geschlechtsdimorphismus mit farbenprächtigen Weibchen
  • Intensives Graben im feinen Sand, häufiges Anlegen von Bruthöhlen
  • Substratlaicher mit Paarbindung und bi-parentaler Brutpflege
  • Anpassung an Schwarzwasserbedingungen mit huminstoffreicher Bräunung
  • Endemisch im Mai-Ndombe-See (DR Kongo), gefährdet (EN)
  • Junggarnelen gefährdet, Schnecken toleriert
  • Springrisiko gering, dennoch Abdeckung empfohlen

Vergesellschaftungshinweise

Nanochromis transvestitus wird am besten paarweise gehalten. Die Art ist gegenüber Artgenossen aggressiv und territorial; eine Gruppenhaltung ohne klare Paarbildung wird nicht empfohlen. Die Haltung mehrerer Paare ist nur in sehr großen Becken möglich, in denen jedem Paar mindestens 60 x 30 cm Bodenfläche zur Verfügung steht. Im Alltag und gegenüber freischwimmenden Beifischen sind die Tiere meist zurückhaltend bis friedlich. Während der Brutzeit steigt die Aggressivität deutlich an; Eindringlinge werden energisch vertrieben. Während der Laichphase kann das Männchen gegenüber dem Weibchen aggressiv werden, weshalb ausreichend Rückzugsmöglichkeiten nötig sind. Schnecken werden toleriert; Zwerggarnelen werden als Beute betrachtet, insbesondere Jungtiere. Geeignete Beifische sind westafrikanische Arten: ruhige Salmler, Pelvicachromis-Arten (bei ausreichend Reviertrennung) und friedliche Synodontis-Vertreter. Ostafrikanische Hartwasser-Cichliden sind ungeeignet.

Geschlechtsdimorphismus

Der Geschlechtsdimorphismus ist sehr ausgeprägt und leicht erkennbar. Weibchen sind farbintensiver und tragen einen leuchtend roten bis violetten Bauch sowie schwarz-weiße Streifen in den unpaaren Flossen; sie erreichen etwa 6 cm SL. Männchen sind größer (bis 7 cm SL) mit zurückhaltender Grau-Braun- bis Olivfärbung. Männchen zeigen leicht verlängerte, spitz zulaufende Rücken- und Afterflossen.
Größe: M: bis 7 cm (SL), W: bis 6 cm (SL)

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 24–27 °C, pH 4,0–7,0, GH 0–12 °dGH. Die sauren, sehr weichen Bedingungen entsprechen der natürlichen Anpassung an Schwarzwasserlebensräume. Für die Zucht sind engere Werte erforderlich (pH unter 6,0, GH unter 3 °dGH). Das Aquarium sollte eine Kantenlänge von mindestens 80 cm haben bei einem Volumen von etwa 112 Litern für ein Paar. Der Bodengrund sollte aus feinem Sand bestehen, der intensives Graben ermöglicht. Flache Steinaufbauten, Tonröhren und halbe Kokosnüsse bieten natürliche Laichplätze. Dichte, nicht zu hohe Bepflanzung kann Sichtschutzzonen schaffen. Eine sanfte bis mäßige Strömung ist passend. Torffilterung kann die gewünschten Schwarzwasserbedingungen erzeugen. Regelmäßige, kleine Wasserwechsel sind wichtig. Der Zebra-Zwergbuntbarsch ist wegen seines Verhaltens, seiner spezifischen Wasseransprüche und der attraktiven Weibchenfärbung bei erfahrenen Aquarianern beliebt. Präzise Pflege und Rücksicht auf territoriale Ansprüche sind erforderlich.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
4,0-7,0
Temperatur:
24-27 °C
Beckengröße:
ab 80 cm, 112 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Nanochromis transvestitus ist ein Substratlaicher mit Paarbindung und bi-parentaler Brutpflege. Die Zucht ist gut dokumentiert und gilt als anspruchsvoll. Zuchtwasserwerte: Temperatur ca. 26 °C, pH unter 6,0, GH maximal 3 °dGH. Männchen markieren und verteidigen ein Revier mit einer Laichhöhle; Weibchen kleben Eier an der Höhleninnenseite. Beide Eltern beteiligen sich an der Brutpflege. Die Gelegegrößen liegen bei etwa 40–70 Eiern. Die Eier schlüpfen nach etwa 2–3 Tagen; die Jungfische werden nach weiteren ca. 7 Tagen freischwimmend. Die Aufzucht erfordert sehr feines Futter wie Mikrowürmchen und Artemia-Nauplien. Auf sehr weiche Rahmenbedingungen (GH unter 3 °dGH) und saure pH-Werte ist besonders zu achten, da Larven und Jungfische empfindlich gegenüber Härteschwankungen sind. Zur Konditionierung eignen sich Artemia, Mückenlarven und Enchyträen.

Ernährung/Futterbedarf

Nanochromis transvestitus ist fleischbetont mit klarer Neigung zu feinem Lebend- und Frostfutter. Kleine Wirbellose, Insektenlarven und feinste Organik werden bevorzugt. Bewährt haben sich Artemia, weiße und schwarze Mückenlarven, Daphnien und Mikrowürmchen. Trockenfutter wird häufig erst nach längerer Eingewöhnung angenommen und sollte in Form von sehr feinen Flocken oder Granulaten mit hohem Fleischanteil angeboten werden. Mehrmals täglich in kleinen Portionen füttern.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 7 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Nanochromis transvestitus ist endemisch im Mai-Ndombe-See in der Demokratischen Republik Kongo. Der Lebensraum ist geprägt von huminstoffreicher, brauner Färbung des Wassers, geringer Sichttiefe und einem überwiegend sandigen Bodengrund, der durch Fels- und Steinbereiche mit zahlreichen Höhlen durchsetzt ist. Die Tiere sind häufig in sehr flachen Bereichen anzutreffen, die oft weniger als einen Meter tief sind. Das Habitat weist eine langsame bis ruhige Wasserbewegung auf. Die Kombination aus feinem Sandsubstrat und felsigen Unterschlüpfen ist für das grabende Verhalten und die Substratlaichweise essenziell. In der Natur werden saure Bedingungen mit einem pH von circa 5–6 dokumentiert.

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habe diese art bereits zweimal erfolgreich nachgezüchtet und im moment noch 2 paare zur vermittlung frei… faszinierende fische…

Hi Crikket, eventuell magst du dazu ein Zuchtprojekt anlegen? https://my-fish.org/zuchtprogramm/

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