Serrasalmus Rhombeus Niger
Beschreibung
Serrasalmus (Piranha) ist eine Gattung mittelgroΓer bis groΓer Salmler (Serrasalmidae) mit kompakter, seitlich stark abgeflachter KΓΆrperform und krΓ€ftigem Kieferapparat mit rasiermesserscharfen ZΓ€hnen. Die GrundfΓ€rbung reicht je nach Art von silbrig ΓΌber gelb und gold bis hin zu dunklen Varianten; oft treten an Kehle, Bauch oder Flossen rΓΆtliche, orange oder violette Schattierungen auf. Viele Vertreter zeigen einen dunklen Schulterfleck und ein dunkles Schwanzflossenband. Je nach Art werden 20-50 cm erreicht.
Im Aquarium zeigen Serrasalmus-Arten dominantes, revierbildendes Verhalten in der mittleren Wasserschicht. AusgeprΓ€gtes FlossenbeiΓen und innerartliche Aggression machen Einzelhaltung zur einzig sicheren Option. Im Gegensatz zu den schwarmbildenden Pygocentrus-Arten sind Serrasalmus-Arten strikte EinzelgΓ€nger. Die Tiere reagieren sensibel auf zu enge Haltung und StΓΆrung.
WICHTIG: Beim Hantieren im Becken ist grΓΆΓte Vorsicht geboten. Piranhas beiΓen bei Bedrohung reflexartig zu und kΓΆnnen tiefe Wunden verursachen. Handschuhe und geeignete FanggerΓ€te verwenden. HeizstΓ€be und Technik mΓΆglichst auΓerhalb des Beckens platzieren, da Serrasalmiden diese gezielt attackieren.
Besonderheiten
- AusgeprΓ€gtes FlossenbeiΓen: Einzelhaltung dringend empfohlen
- Verletzungsgefahr beim Hantieren: Piranhas beiΓen reflexartig zu
- HeizstΓ€be und GerΓ€te werden attackiert: externe Technik bevorzugen
- Springer: stabile, fest schlieΓende Abdeckung ist Pflicht
- Neulinge oft schreckhaft: strukturreiche Einrichtung und gedΓ€mpftes Licht
- Lepidophagie: viele Arten fressen primΓ€r Flossen und Schuppen anderer Fische
- Karnivor und piscivor: keine Futterfische (Seuchengefahr), kein SΓ€ugetierfleisch
- Adulte Tiere nur 2-3 FΓΌtterungen pro Woche
Vergesellschaftungshinweise
Serrasalmus-Arten sind strikte EinzelgΓ€nger. Im Gegensatz zu den schwarmbildenden Pygocentrus-Arten (Rote Piranhas) sind Serrasalmus territorial und aggressiv gegenΓΌber Artgenossen. Einzelhaltung ist keine Option, sondern Pflicht. Artgenossen und andere Fische werden als Konkurrenten oder Beute betrachtet und aktiv attackiert.
Alle Wirbellosen und Kleinfische werden als Futter betrachtet. Garnelen jeder GrΓΆΓe sind Futter. Schnecken sind gefΓ€hrdet.
Vergesellschaftung grundsΓ€tzlich nicht empfohlen. Auch Versuche mit gepanzerten Welsen sind umstritten und kΓΆnnen zum Tod des Begleitfisches fΓΌhren.
Geschlechtsdimorphismus
Sexuelle Unterschiede kaum ausgeprΓ€gt und schwer erkennbar. Weibchen wirken wΓ€hrend der Laichzeit voluminΓΆser im Bauchbereich. Bei einigen Arten nehmen MΓ€nnchen eine dunklere FΓ€rbung an. Sichere Geschlechtsbestimmung meist nur anhand des Verhaltens in der Fortpflanzungsphase.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte fΓΌr die Aquarienhaltung: Temperatur 23-28 Β°C, pH 5,8-7,0, GH 2-10 dGH. StabilitΓ€t der Wasserparameter entscheidend.
BeckengrΓΆΓe: Kleinere Arten (S. compressus, 20-25 cm): mindestens 700 Liter. GrΓΆΓere Arten (S. rhombeus bis 50 cm, S. manueli ΓΌber 40 cm): 2.000 Liter oder mehr.
Einrichtung: Wurzelholz, HΓΆhlen, dichte Rand- oder Unterwasservegetation. Offene Schwimmbereiche. Sand oder feiner Kies. HeizstΓ€be und GerΓ€te auΓerhalb des Beckens platzieren (werden attackiert). GedΓ€mpftes Licht.
Abdeckung: Springer. Stabile, fest schlieΓende Abdeckung notwendig.
Filterung: LeistungsfΓ€hige biologische und mechanische Filterung. WΓΆchentlich 30-50 % Wasserwechsel. Nitrat unter 50 mg/l.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Freilaicher. Zuchtschwierigkeit: Sehr schwer.
Zuchtwasser: 26-28 Β°C, pH 6,0-7,0, GH unter 10 dGH. GroΓvolumige, dicht bepflanzte Becken (mindestens 750-1.000 Liter). Konditionierung mit Lebend- und Frostfutter. Saisonale Reize (Regenzeitimitation mit grΓΆΓeren, kΓΌhleren Wasserwechseln) als AuslΓΆser. Gelege: 800-1.200 Eier (S. maculatus). Schlupf bei 28 Β°C in 54-58 Stunden. Jungfische zeigen frΓΌh Kannibalismus. Geschlechtsreife nach ca. 18 Monaten.
ErnΓ€hrung/Futterbedarf
Serrasalmus ist karnivor und piscivor. In der Natur Lepidophagie (Flossen und Schuppen anderer Fische), ganze Fische, Wirbellose und Insekten. Im Aquarium: Fischfilets, Garnelen, Muschelfleisch, Tintenfisch, RegenwΓΌrmer, Frostfutter (Stint, Garnelen, Muscheln). Keine lebenden Futterfische (Seuchengefahr). Kein SΓ€ugetier- oder Vogelfleisch. Adulte Tiere 2-3 FΓΌtterungen pro Woche.
FΓΌtterungshinweis: Lieber mehrmals tΓ€glich kleine Portionen fΓΌttern als eine groΓe Mahlzeit. Was innerhalb von 2β3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
NatΓΌrlicher Lebensraum
Serrasalmus-Arten sind in SΓΌdamerika verbreitet, vor allem in den Einzugsgebieten des Amazonas, Paraguay, ParanΓ‘ und Orinoco. Schattige Bereiche mit dichter Vegetation, Wurzelholz und UnterstΓ€nden. Sand oder feiner Kies als Substrat. Stille bis mΓ€Γig flieΓende GewΓ€sser.