Brachypetersius altus
Beschreibung
Brachypetersius altus wird bis zu 6,5 cm groß und ist ein kleiner, silbrig-transparent gefärbter Vertreter der Familie Alestidae (Afrikanische Salmler). Die Grundfärbung variiert von bräunlich bis silbrig mit unregelmäßigen dunklen Streifen. Namensgebendes Merkmal ist ein markanter schwarzer Fleck am hinteren Schwanzstiel. Die Flossen sind überwiegend halbtransparent mit leicht rötlichen Tönungen und hellen Säumen an den Rändern.
Im Aquarium ist B. altus ein aktiver Freiwasserschwimmer, der bevorzugt die mittleren Wasserschichten besiedelt. Die Art ist friedlich, bildet Schwärme und sucht gelegentlich auch in Ufernähe nach Nahrung.
Besonderheiten
- Schwarmfisch, Mindestgruppe 6 Tiere (besser 8–10)
- Freiwasserschwimmer (mittlere Wasserschichten), nicht bodenorientiert
- Eierstreuer (Freilaicher) – typisch für Alestidae
- Anpassung an weiches, leicht saures Wasser des Kongobeckens
- Geringes Sprungrisiko, dennoch Abdeckung empfohlen
- Schnecken meist toleriert; Garnelen nicht geeignet
Vergesellschaftungshinweise
Brachypetersius altus ist ein ausgeprägter Schwarmfisch. Empfohlen wird eine Mindestgruppe von 6 Tieren; größere Gruppen von 8–10 Tieren zeigen natürlicheres Verhalten und reduzieren Stress. In zu kleinen Gruppen reagieren die Tiere unsicher.
Das Grundtemperament ist friedlich. Während der Laichphase können Männchen kurze Rivalisierungsinteraktionen zeigen.
Garnelen (insbesondere Jungtiere) können als Nahrung angesehen werden. Schnecken werden in der Regel toleriert.
B. altus verträgt sich gut mit anderen friedlichen westafrikanischen Fischarten: Phenacogrammus spp., Pelvicachromis spp., ruhige Synodontis-Arten. Corydoras sind bioregional nicht passend. Ostafrikanische Hartwasser-Cichliden sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind schlanker und in der Regel farbenprächtiger, Weibchen wirken zum Laichzeitpunkt fülliger. Deutlich verlängerte Flossen oder andere markante Sekundärmerkmale sind bei dieser Art nicht ausgeprägt. Beide Geschlechter erreichen in etwa die gleiche Maximalgröße von 6,5 cm.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 24–27 °C, pH 6,0–7,0 (Optimum ~6,5), GH 2–12 dGH (bevorzugt weich).
Mindestbeckengröße: 80 cm Kantenlänge und 112 Liter für eine Mindestgruppe von 6 Tieren. Dunkles, feines Substrat, Treibholz, Laub und Pflanzen schaffen natürliche Deckung und gedämpfte Beleuchtung. Ausreichend freie Schwimmzonen sind wichtig – nicht nur bodennah gestalten. Schwache bis mäßige Strömung.
B. altus ist eine attraktive, friedliche Art für das westafrikanische Biotopbecken mit weichem, leicht saurem Wasser. Als Freiwasserschwimmer braucht die Art offene Schwimmzonen. Bei der Vergesellschaftung vorwiegend auf bioregional passende Westafrika-Arten setzen.
Zucht und Fortpflanzung
Brachypetersius altus ist ein Eierstreuer (Freilaicher) – typisch für Alestidae. Die Eier werden frei im Wasser verstreut oder zwischen feinblättrigen Pflanzen und Laichmopps abgelegt. Elterntiere fressen Eier – nach der Eiablage Adulttiere entfernen.
Zuchtvorbereitung: Weiches, leicht saures Wasser (GH max. 5 dGH, pH 6,0–6,5, Temp. 26–28 °C). Auslösung durch Simulation der Regenzeit. Inkubationszeit: ca. 24–48 Stunden bei 26 °C. Erstfutter für Larven: Infusorien, danach Artemia-Nauplien.
Nachzucht ist dokumentiert, aber nicht alltäglich.
Ernährung/Futterbedarf
Omnivor mit Schwerpunkt auf tierischer Kost. Basis-Trockenfutter (hochwertige Flocken/Granulate), ergänzt durch 2–3 mal wöchentlich Lebend- oder Frostfutter (Artemia, Daphnien, Cyclops, Mückenlarven). Gelegentlich pflanzliche Komponenten sinnvoll.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Brachypetersius altus stammt aus dem mittleren Kongobecken in Zentralafrika (Demokratische Republik Kongo, Republik Kongo, Zentralafrikanische Republik). In der Natur wird die Art in Uferzonen mit dichter Ufervegetation und Flachwasserbereichen über sandigem oder schlammigem Untergrund angetroffen. Das Wasser ist häufig bräunlich gefärbt durch Huminstoffanreicherung.