
Harnischwelse
Titanic-Kaktuswels
Pseudacanthicus sp. L 273
- Endgröße: bis 40 cm
- Aquarium: ab 1080 l
- Temperatur: 24-29 °C
- pH-Wert: pH 6-7
- Wasserhärte: weich bis hart
- Schwierigkeit: Schwierig
Einzelgänger, aggressiv
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Zierfische, Familie Loricariidae
Redaktion my-fish, aktualisiert am
Der Rotflossen-Kaktuswels (Pseudacanthicus pirarara) ist der Harnischwels, den die Aquaristik seit 1989 als L 25 kennt. Wissenschaftlich beschrieben wurde er erst 2016 von Chamon und Sousa; im Handel laufen beide Bezeichnungen nebeneinander, dazu der Name „Scarlet“. Im Aquarium wird die Art rund 40 cm lang (Gesamtlänge, TL), große Importtiere auch mehr.

bis 40 cmEndgröße
26-30 °CTemperatur
6-7pH-Wert
bis 15 °dGHGesamthärte
ab 1080 lAquariengröße
Der Körper ist olivbraun mit kräftigen dunklen Flecken, die auch Kopf und Flossen bedecken. Rücken-, Schwanz- und Brustflossen tragen leuchtend rote Säume. Darauf bezieht sich der Artname: Fischer am Rio Xingu nennen den Wels „assacu-pirarara“. „Pirarara“ steht für die rötlichen Flossen, „assacu“ ist ein Amazonasbaum mit dornenbesetzter Rinde. Körper, Flossenstrahlen und Zwischenkiemendeckel (Interoperculum) sind mit spitzen Odontoden (Hautzähnchen) besetzt, daher der Name Kaktuswels. Die Iris ist silbrig. Jungtiere sind deutlich unscheinbarer gefärbt als große Tiere, die Rotfärbung entwickelt sich erst mit dem Wachstum. Vom sehr ähnlichen L 24 (Pseudacanthicus pitanga) aus dem Rio Tocantins unterscheidet sich L 25 am leichtesten durch die dunklen Punkte am Kopf. Die Art lebt zurückgezogen, hält sich viel in Höhlen und unter Steinen auf und verteidigt ihr Versteck gegen Artgenossen und andere große Bodenwelse.
Der Rotflossen-Kaktuswels braucht für ein Einzeltier ein Becken ab 220 x 70 x 70 cm, rund 1.080 Liter (Anfertigung). Fachquellen nennen mindestens 200 cm, teils bis 400 cm Kantenlänge; für ein Paar oder mit Beifischen ist entsprechend mehr Grundfläche nötig. Wasserwerte: 26-30 °C, pH 6,0-7,0, Gesamthärte bis 15 °dGH. An die Wasserchemie stellt die Art keine besonderen Ansprüche; wichtiger sind warmes, klares, sauerstoffreiches Wasser und eine kräftige Strömung. Weil die großen Fleischfresser viel fressen und viel Kot abgeben, ist eine sehr leistungsfähige, eher überdimensionierte Filterung Pflicht, dazu regelmäßige große Wasserwechsel. Als Boden eignen sich weicher Sand oder glatter, abgerundeter Kies. Große Wurzeln und schwere, standsicher aufgebaute Steine bilden Höhlen und Spalten; jedes Tier braucht ein eigenes Versteck, das ihm kein Mitbewohner streitig macht. Gedämpftes Licht oder durch die Einrichtung beschattete Bereiche kommen der zurückgezogenen Lebensweise entgegen. Wie alle Harnischwelse (Loricariidae) reagiert die Art empfindlich auf kupferhaltige Medikamente.
Der Rotflossen-Kaktuswels ist gegenüber Artgenossen und anderen bodenbewohnenden Großwelsen ausgeprägt territorial. Um Höhlen und Verstecke wird gekämpft, und mit Odontoden und Flossenstacheln kann er dabei schwere Verletzungen verursachen. In zu engen Becken haben ausgewachsene Tiere andere große Harnischwelse bedrängt und getötet. Anderen Fischen gegenüber ist er meist friedlich, mit Süßwasserrochen sollte er aber nicht zusammen gehalten werden. Die Fachquellen sind uneins, ob man ihn einzeln, paarweise oder in kleinen Gruppen pflegt; mehrere Tiere vertragen sich nur in sehr großen Becken mit klar getrennten Höhlen. Als Beifische eignen sich mittelgroße bis große Fische der mittleren und oberen Wasserschichten, etwa große Barben, Kopfsteher (Anostomidae), Brycon-Salmler, Scheibensalmler der Gattungen Metynnis und Myleus oder Hechtbuntbarsche. Im Gesellschaftsbecken versuchte allerdings ein Hechtbuntbarsch-Weibchen, in eine Bruthöhle einzudringen; bei den Kämpfen mit dem Männchen wurde das Gelege beschädigt. Kleine Wirbellose gehören zur natürlichen Nahrung, Garnelen sind als Mitbewohner ungeeignet.
Der Rotflossen-Kaktuswels ist Fleischfresser (Karnivore), aber kein Fischjäger. In der Natur nimmt er kleine Wirbellose auf. Im Aquarium bilden Garnelen, gehacktes Muschelfleisch, Krill und Mysis die Grundlage, kleinere Tiere nehmen auch Mückenlarven und Artemia. Gefrierfutter und sinkendes Trockenfutter für Fleischfresser werden gut angenommen. Pflanzenkost wird weitgehend ignoriert; in Gesellschaft pflanzenfressender Harnischwelse knabbern die Tiere gelegentlich an Gurke oder Zucchini. Etwas pflanzliche Kost als Ergänzung wird empfohlen, sie wird aber nur gelegentlich angenommen. In einer erfolgreichen Zuchtanlage gab es zweimal täglich gefrorene Garnelen und Krill. Wer viel frisst, gibt viel Kot ab: Die Filterung muss auf die großen Futtermengen ausgelegt sein.
Der Rotflossen-Kaktuswels ist Höhlenbrüter, das Männchen bewacht das Gelege und befächelt es mit den Bauchflossen. Die Nachzucht ist selten, aber mehrfach dokumentiert; der erste ausführliche Bericht stammt aus dem Winter 2008/2009. Das Becken lief dort bei etwa 28 °C. Auslöser waren zwei große Wasserwechsel von je 400 Litern mit Regenwasser, bei denen die Temperatur auf 24 °C fiel, also unter den üblichen Haltungsbereich; das Paar laichte rund eine Woche später ab. Die Gelege sind groß, 300 bis 500 orangefarbene Eier sind nicht ungewöhnlich. Die Paarung verläuft rau: Weibchen tragen danach oft Bissspuren an Rücken- und Schwanzflosse. Gute Wasserhygiene und Huminstoffe, etwa aus Erlenzapfen oder Laub, helfen ihnen bei der Erholung. Als Bruthöhle dient eine an einem Ende geschlossene Röhre, etwa so lang wie der Fisch und etwas enger als der Fisch mit gespreizten Flossen. So große Höhlen gibt es nicht fertig zu kaufen, sie müssen selbst gebaut werden. Als Zuchtwerte werden 27-28 °C und pH 6,5-7,0 genannt; das Zuchtbecken des ersten Berichts wurde im Alltag mit Leitungswasser von 14 °dGH versorgt. Die Larven schlüpfen nach etwa 7 Tagen. Für die Aufzucht ist Wärme entscheidend: Bei 25-26 °C fraßen die Jungfische kaum, nach Erwärmung auf 28 °C nahmen sie Futter an. Die Aufzucht gilt als verlustreich, bewährt haben sich Aufzuchtbecken ohne Bodengrund mit täglichem Wasserwechsel. Nachzuchten sind nur selten im Handel. Ein Paar sollte aus derselben Einfuhr stammen, damit keine verschiedenen Populationen vermischt werden.
Zuchtwasser: 27 bis 28 °C, pH 6,5 bis 7, bis 14 °dGH
Pseudacanthicus pirarara ist im Einzugsgebiet des Rio Xingu im brasilianischen Bundesstaat Pará endemisch (kommt nur dort vor). Nachgewiesen ist die Art im unteren und mittleren Xingu sowie in dessen Nebenflüssen Rio Iriri und Rio Bacajá. Der Typusfundort (Fundort der Exemplare aus der Erstbeschreibung) liegt am Pedral do Caitucá bei Senador José Porfírio am unteren Xingu. Die Tiere leben im Hauptstrom über Kies und Felsgrund in klarem, mäßig bis schnell fließendem Wasser von etwa 2 bis 3 m Tiefe und verstecken sich unter Steinen. Im Oberlauf bei São Félix do Xingu kommt eine flachere, kontrastreicher gefärbte Form vor, im Unterlauf eine hochrückigere. Kaktuswelse aus dem oberen Rio Itacaiúna, die vorläufig als L 25b eingeführt wurden, ähneln in der Färbung eher L 24; ihre Zuordnung ist nicht geklärt.
Bei eingewöhnten, erwachsenen Tieren gut erkennbar: Männchen sind schlanker, haben einen längeren, spitzeren Kopf und deutlich längere und dickere Odontoden (Hautzähnchen) an den Flossenstrahlen, besonders am Brustflossenstachel. Von unten betrachtet sind ihre Bauchflossen länger und spitzer als beim Weibchen. In einer dokumentierten Zuchtgruppe wirkten die Männchen eher rot, die Weibchen eher braun, und Rücken-, Schwanz- und Brustflosse der Männchen waren größer. Weibchen sind deutlich fülliger. Bei frisch importierten Tieren ist die Bestimmung unsicher, weil die Odontoden außerhalb der Fortpflanzungszeit schnell zurückgehen und ein gut genährtes Männchen wie ein Weibchen aussehen kann.
Im Aquarium wird er rund 40 cm lang (Gesamtlänge, TL), große Tiere auch mehr. Für ein Einzeltier ist deshalb ein Becken ab 220 x 70 x 70 cm, rund 1.080 Liter (Anfertigung) nötig.
Ja. Die seit 1989 als L 25 bekannte Art wurde 2016 von Chamon und Sousa als Pseudacanthicus pirarara beschrieben. Im Handel sind beide Namen üblich, oft auch „Scarlet“.
26-30 °C, pH 6,0-7,0 und eine Gesamthärte bis 15 °dGH. Wichtiger als die Wasserchemie sind warmes, klares, sauerstoffreiches Wasser, kräftige Strömung und eine sehr leistungsfähige Filterung.
Er ist Fleischfresser: Garnelen, Muschelfleisch, Krill, Mysis und sinkendes Futter für Fleischfresser. Etwas pflanzliche Kost als Ergänzung wird empfohlen, sie wird aber nur gelegentlich angenommen.
Mit mittelgroßen bis großen Fischen der mittleren und oberen Wasserschichten, etwa großen Barben oder Kopfstehern. Gegenüber Artgenossen und anderen großen Bodenwelsen ist er territorial, mit Rochen sollte er nicht gehalten werden. Garnelen sind ungeeignet.
Ja. Wie alle Harnischwelse (Loricariidae) reagiert er empfindlich auf kupferhaltige Medikamente, diese sollten nicht eingesetzt werden.
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