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Zierfische, Familie Loricariidae

Titanic-Kaktuswels

Pseudacanthicus sp. L 273

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Der Titanic-Kaktuswels (Pseudacanthicus sp. L 273) ist ein imposanter, groß werdender Harnischwels mit kräftigem, stacheligem Körperbau und einer Größe von bis zu 40 cm Gesamtlänge (im Aquarium meist 30-35 cm). Der Körper ist dunkelbraun bis schwarz mit individuell variierenden gold-gelben, orangen oder roten Punkten und Linien.

  • Schwierigkeit: Schwierig
  • Einzelgänger
  • Aggressiv
  • Kupferempfindlich
Titanic-Kaktuswels (Pseudacanthicus sp. L 273)
Bild: Enrico Richter
  • bis 40 cmEndgröße

  • 15 JahreLebenserwartung

  • 24-29 °CTemperatur

  • 6-7pH-Wert

  • 2-15 °dGHGesamthärte

  • ab 1080 lAquariengröße

Beschreibung

Je nach Farbform wird die Art im Handel als „Red Titanic“, „Yellow Titanic“ oder „Red Salmon Titanic“ angeboten. Ausgeprägte Odontoden verleihen dem Fisch ein stacheliges, kaktusartiges Profil. Die Art ist ein Tiefwasserbewohner aus dem Rio Tapajós und wurde erstmals 1998 importiert. Dämmerungs- und nachtaktiv, hält sich der Fisch tagsüber in Höhlen und unter Felsüberhängen verborgen.

Haltung und Pflege

Pseudacanthicus sp. L 273 benötigt ein sehr großes, gut gefiltertes Becken ab 200 cm Kantenlänge und mindestens 1.080 Litern mit starker Sauerstoffzufuhr. Wasserwerte: 24-29 °C, pH 6-7, GH 2-15 °dGH (bevorzugt weich, unter 10 °dGH). Felsaufbauten, Lavastein, große Wurzeln und Höhlen bilden die Grundlage der Einrichtung. Die Sichtlinien im Becken sollten durch strategisch platzierte Einrichtungsgegenstände unterbrochen werden, da lange Sichtachsen aggressives Verhalten fördern. Sandboden oder feines Kies eignen sich, da die Art gern gräbt. Regelmäßige, größere Wasserwechsel sind wichtig. Wie alle Loricariidae reagiert diese Art empfindlich auf kupferhaltige Medikamente.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Pseudacanthicus sp. L 273 ist territorial und einzelgängerisch gegenüber Artgenossen. Artgenossen werden mit zunehmendem Alter immer unverträglicher. Einzelhaltung oder Paar in sehr großem Becken. Die Art ist nur bedingt vergesellschaftbar und verlangt robuste, großwüchsige Beifische. Geeignet sind große pflanzenfressende Harnischwelse, robuste Buntbarsche wie Geophagus oder Heros, große Salmler und Barben. Garnelen und Schnecken werden als Futter betrachtet.

Ernährung

Pseudacanthicus sp. L 273 ist karnivor und benötigt überwiegend proteinreiche, tierische Nahrung. Muschelfleisch, Garnelen, Krill, Mysis, Artemia, Mückenlarven und Fischfilet sowie hochwertige sinkende Fleischfresser-Pellets bilden die Basis. Die Hauptfütterung sollte abends oder kurz vor dem Ausschalten des Lichts erfolgen, da die Art sehr lichtscheu ist.

Zucht

Die Zucht im Aquarium ist selten gelungen und gilt als extrem anspruchsvoll. Eine erfolgreiche Nachzucht wurde dokumentiert: Beckenlänge ab 200 cm, 26-28 °C, Leitwert 200 µS/cm, wöchentliche Wasserwechsel von 20 %. Zuchthöhle etwa 10 cm breit und 40 cm lang. Gelege umfassten rund 20 Larven. Auslöser sind große Wasserwechsel mit weichem Wasser zur Simulation der Regenzeit und proteinreiche Fütterung. Achtung: Die Paarung verläuft sehr rau. Weibchen können erhebliche Verletzungen davontragen. Nur laichbereite Weibchen zusammensetzen. Die Jungfische in Gruppen von maximal 10-20 Tieren trennen, um gegenseitige Verletzungen zu vermeiden.

Natürlicher Lebensraum

Die Art stammt aus dem Rio Tapajós im Abschnitt Pimental-Itaituba (Pará, Brasilien) und bewohnt schnell fließende, sauerstoffreiche Flussabschnitte mit felsigem Grund, Spalten und Höhlen in größerer Tiefe. Die Tiere werden in Wassertiefen um 20 Meter gefangen, wo das Wasser klar, sauerstoffreich und leicht sauer ist (pH 6-6,5). Sand-, Kies- und Geröllböden mit starker Strömung prägen das natürliche Habitat.

Geschlechtsunterschiede

Männchen werden massiger und breiter, entwickeln besonders ausgeprägte Odontoden an Kopf, Flanken und Flossenrändern sowie stärkere Interoperkular-Odontoden. Die Färbung ist bei Männchen oft intensiver mit kräftigeren Rottönen. Weibchen bleiben etwas kleiner, wirken gedrungener und zeigen eine dezentere, eher grau-braune bis schwarz-braune Grundfärbung.

Gut zu wissen

  • Kupferempfindlich wie alle Loricariidae
  • Tiefwasserbewohner, wird in ca. 20 m Tiefe gefangen
  • Verschiedene Farbformen im Handel (Red, Yellow, Red Salmon)
  • Paarung verläuft sehr rau, Weibchen können verletzt werden
  • Karnivor, raspelt kein Holz und frisst keine Algen
  • Erstmals 1998 importiert

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Titanic-Kaktuswels L 273?

L 273 benötigt 24-29 °C, pH 6-7 und GH 2-15 °dGH, bevorzugt aber weiches Wasser unter 10 °dGH. Starke Filterung und regelmäßige Wasserwechsel sind Pflicht.

Kann man den Titanic-Kaktuswels vergesellschaften?

Nur bedingt. L 273 ist territorial und braucht robuste, großwüchsige Beifische. Geeignet sind Geophagus, Heros, große Salmler und pflanzenfressende Harnischwelse. Garnelen und Schnecken werden gefressen.

Lässt sich der Titanic-Kaktuswels im Aquarium züchten?

Die Zucht ist extrem anspruchsvoll und selten gelungen. Die Paarung verläuft sehr rau und kann Weibchen verletzen. Weiches Wasser, große Wasserwechsel und proteinreiche Fütterung dienen als Auslöser.

Was fressen der Titanic-Kaktuswelse?

L 273 ist ein Karnivor und braucht proteinreiche Nahrung: Muschelfleisch, Garnelen, Krill, Mysis und fleischbasierte Pellets. Fütterung abends, da die Art sehr lichtscheu ist.

Hinweis zu den Daten

Disclaimer

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