Pseudacanthicus sp. L 273
Beschreibung
Der Titanic-Kaktuswels (Pseudacanthicus sp. L 273) ist ein imposanter, groß werdender Harnischwels mit kräftigem, stacheligem Körperbau und einer Größe von bis zu 40 cm Gesamtlänge (im Aquarium meist 30-35 cm). Der Körper ist dunkelbraun bis schwarz mit individuell variierenden gold-gelben, orangen oder roten Punkten und Linien.
Je nach Farbform wird die Art im Handel als „Red Titanic“, „Yellow Titanic“ oder „Red Salmon Titanic“ angeboten. Ausgeprägte Odontoden verleihen dem Fisch ein stacheliges, kaktusartiges Profil. Die Art ist ein Tiefwasserbewohner aus dem Rio Tapajós und wurde erstmals 1998 importiert. Dämmerungs- und nachtaktiv, hält sich der Fisch tagsüber in Höhlen und unter Felsüberhängen verborgen.
Besonderheiten
- Kupferempfindlich wie alle Loricariidae
- Tiefwasserbewohner, wird in ca. 20 m Tiefe gefangen
- Verschiedene Farbformen im Handel (Red, Yellow, Red Salmon)
- Paarung verläuft sehr rau, Weibchen können verletzt werden
- Karnivor, raspelt kein Holz und frisst keine Algen
- Erstmals 1998 importiert
Vergesellschaftungshinweise
Pseudacanthicus sp. L 273 ist territorial und einzelgängerisch gegenüber Artgenossen. Artgenossen werden mit zunehmendem Alter immer unverträglicher. Haltung: Einzelhaltung oder Paar in sehr großem Becken.
Die Art ist nur bedingt vergesellschaftbar und verlangt robuste, großwüchsige Beifische. Geeignet sind große pflanzenfressende Harnischwelse, robuste Buntbarsche wie Geophagus oder Heros, große Salmler und Barben. Garnelen und Schnecken werden als Futter betrachtet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen werden massiger und breiter, entwickeln besonders ausgeprägte Odontoden an Kopf, Flanken und Flossenrändern sowie stärkere Interoperkular-Odontoden. Die Färbung ist bei Männchen oft intensiver mit kräftigeren Rottönen. Weibchen bleiben etwas kleiner, wirken gedrungener und zeigen eine dezentere, eher grau-braune bis schwarz-braune Grundfärbung.
Haltungstipps / Pflege
Pseudacanthicus sp. L 273 benötigt ein sehr großes, gut gefiltertes Becken ab 200 cm Kantenlänge und mindestens 600 Litern mit starker Sauerstoffzufuhr. Wasserwerte: 24-29 °C, pH 6-7, GH 2-15 °dGH (bevorzugt weich, unter 10 °dGH).
Felsaufbauten, Lavastein, große Wurzeln und Höhlen bilden die Grundlage der Einrichtung. Die Sichtlinien im Becken sollten durch strategisch platzierte Einrichtungsgegenstände unterbrochen werden, da lange Sichtachsen aggressives Verhalten fördern. Sandboden oder feines Kies eignen sich, da die Art gern gräbt. Regelmäßige, größere Wasserwechsel sind wichtig.
Wie alle Loricariidae reagiert diese Art empfindlich auf kupferhaltige Medikamente.
Zucht und Fortpflanzung
Die Zucht im Aquarium ist selten gelungen und gilt als extrem anspruchsvoll. Eine erfolgreiche Nachzucht wurde dokumentiert: Beckenlänge ab 120 cm, 26-28 °C, Leitwert 200 µS/cm, wöchentliche Wasserwechsel von 20 %. Zuchthöhle etwa 10 cm breit und 40 cm lang. Gelege umfassten rund 20 Larven.
Auslöser sind große Wasserwechsel mit weichem Wasser zur Simulation der Regenzeit und proteinreiche Fütterung. Achtung: Die Paarung verläuft sehr rau. Weibchen können erhebliche Verletzungen davontragen. Nur laichbereite Weibchen zusammensetzen. Die Jungfische in Gruppen von maximal 10-20 Tieren trennen, um gegenseitige Verletzungen zu vermeiden.
Ernährung/Futterbedarf
Pseudacanthicus sp. L 273 ist karnivor und benötigt überwiegend proteinreiche, tierische Nahrung. Muschelfleisch, Garnelen, Krill, Mysis, Artemia, Mückenlarven und Fischfilet sowie hochwertige sinkende Fleischfresser-Pellets bilden die Basis. Die Hauptfütterung sollte abends oder kurz vor dem Ausschalten des Lichts erfolgen, da die Art sehr lichtscheu ist.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Die Art stammt aus dem Rio Tapajós im Abschnitt Pimental-Itaituba (Pará, Brasilien) und bewohnt schnell fließende, sauerstoffreiche Flussabschnitte mit felsigem Grund, Spalten und Höhlen in größerer Tiefe. Die Tiere werden in Wassertiefen um 20 Meter gefangen, wo das Wasser klar, sauerstoffreich und leicht sauer ist (pH 6-6,5). Sand-, Kies- und Geröllböden mit starker Strömung prägen das natürliche Habitat.