
Labyrinthfische
Friedlicher Kampffisch
Betta imbellis
- Endgröße: bis 6 cm SL
- Aquarium: ab 54 l
- Temperatur: 24-28 °C
- pH-Wert: pH 5-7,5
- Wasserhärte: weich bis mittelhart
- Schwierigkeit: Mittel
Einzelgänger, friedlich
Probleme lösen
Sammlungen
Beliebte Steckbriefe
Passend im Ratgeber
Steckbriefe mit Haltungsdaten, Wasserwerten und Bildern.
Zur FishothekDie vier Level
Selbst züchten
Über uns
Mitmachen
Gut zu wissen
Zierfische, Familie Osphronemidae
Redaktion my-fish, aktualisiert am
Betta splendens ist ein kompakt gebauter, oberflächenorientierter Labyrinthfisch mit einem deutlichen, lateralen Körperprofil und einem nach oben gerichteten Maul, das an die Anpassung an Nahrung an der Wasseroberfläche erinnert.

bis 6,5 cmEndgröße
2-4 JahreLebenserwartung
24-30 °CTemperatur
6-8pH-Wert
5-19 °dGHGesamthärte
ab 54 lAquariengröße
Wildformen zeigen in der Regel eine zurückhaltende, bräunlich-grünliche Grundfärbung mit relativ kurzen Flossen und leicht glänzenden Schuppen, während die kultivierten Zuchtformen (Plakat, Halfmoon, Crowntail u. a.) eine enorme Bandbreite an Farben und Flossenformen aufweisen. Farbvarianten umfassen Rot, Blau, Grün, Schwarz, Weiß, Braun; Hochzuchten können zusätzlich Muster wie „Dragon“, „Koi“ oder „Nemo“ tragen und weisen teils extrem verlängerte Schwanz-, Rücken- und Afterflossen auf. Im Aquarium ist Betta splendens vor allem für seine ruhige, aber sehr präsente Oberflächenpräsenz bekannt. Männliche Tiere markieren und patrouillieren bevorzugt im oberen Bereich des Beckens, nutzen Pflanzenblätter, Wurzeln und Schaumnester als Orientierungspunkte und zeigen ein auffälliges Balz- und Drohverhalten. Typisch sind langsame, betonte Flossenfächerbewegungen und gelegentliche schnelle Angriffe gegen Rivalen, wenn ein Fremdling ins Revier eindringt. Weibchen sind im Allgemeinen gedrungener gebaut und weniger territorial; in geeigneten Gruppen können Weibchen soziale Interaktionen und Rangordnungsbildung zeigen. Besonderheiten dieser Art sind neben der hohen Farb- und Formvariabilität vor allem das Labyrinthorgan (ein suprabranchiales Atemhilfsorgan der Osphronemidae), das Betta splendens befähigt, atmosphärische Luft zu atmen, sowie die typischen Schaumnest-Balzrituale der Männchen. Die Art ist stark an stehende bis langsam fließende Gewässer mit dichter Vegetation angepasst und übersteht durch das Labyrinthorgan auch sauerstoffarme Bedingungen.
Wasserwerte (Aquarium): Temperatur 24–30 °C, pH 6,0–8,0, GH 5–19 °dGH. Für eine stabile Haltung ist eine gleichmäßige Temperatur innerhalb dieses Bereichs wichtig; zu starke Schwankungen erhöhen die Krankheitsanfälligkeit. Beckengröße und -aufbau: Als artgerechte Mindestausstattung gilt ein Becken mit mindestens 54 L (ca. 60 cm Kantenlänge) für ein einzelnes Tier. Haremshaltung oder Weibchengruppen erfordern deutlich größere Becken. Einrichtung: Dichte Bepflanzung mit feinblättrigen sowie großblättrigen Pflanzen, schwimmende Pflanzen zur Abschattung und Laichunterstützung, Wurzeln und Höhlen als Verstecke. Ein weiches, organisches Substrat (Sand, feiner Kies mit Laubschicht) ist naturnah. Achten Sie auf Zugang zur Wasseroberfläche: Das Labyrinthorgan benötigt freien Atemzug. Zwischen Wasseroberfläche und Abdeckung muss ein ausreichender Spalt verbleiben. Strömung und Filterung: Betta splendens bevorzugt ruhige bis sehr leichte Strömung. Starke Strömungen stressen die Tiere und behindern Balz- sowie Nestbauverhalten. Empfehlenswert: Schwammfilter oder gedrosselte Filterung ohne starke Oberflächenverwirbelung. Beleuchtung und Wasserparameterpflege: Moderate bis gedämpfte Beleuchtung, regelmäßige Wasserwechsel und artgerechte Fütterung verbessern Kondition und Farben. Wichtige Pflegehinweise / Warnungen:
– [WARNING] Diese Art kann gelegentlich springen. Eine Abdeckung wird dringend empfohlen.
– [INFO] Labyrinthfisch – benötigt Zugang zur Wasseroberfläche zum Luftholen. Abstand zwischen Wasseroberfläche und Abdeckung lassen!
Wichtig für Labyrinthfische: Zwischen Wasseroberfläche und Abdeckung muss eine warme, feuchte Luftschicht stehen. Ist die Atemluft deutlich kühler als das Wasser, kann sich das Labyrinthorgan entzünden, was tödlich verläuft. Das Becken deshalb abdecken und nicht in kalter Zugluft aufstellen.
Kupfer: Betta splendens toleriert Kupfer besser als die meisten anderen Aquarienfische und kann bei strikter Dosierung mit Kupfer-basierten Medikamenten gegen Oodinium behandelt werden. Dennoch Vorsicht: Blaue und schwarze Phänotypen sind hochgradig anfällig für Graphit-Krankheit (mykobakterielle Infektion über Melano-/Iridophoren), bei der Kupfer nicht wirkt und Euthanasie nötig ist. Bei Zuchtformen wie Dragonscale droht zusätzlich Diamond Eye durch Iridophoren-Überwucherung.
Betta splendens ist grundsätzlich als Solitärfisch zu halten – besonders Männchen zeigen ein ausgesprochen aggressives Territorialverhalten gegenüber Artgenossen. Einzelhaltung wird empfohlen; wenn Haltung mehrerer Tiere angestrebt wird, ist dies erfahrenen Aquarianern vorbehalten und erfordert sehr große, stark strukturierte Becken sowie genaue Beobachtung. Empfohlene Haltung: ab 1 Tier, in der Regel Einzelhaltung (Haremshaltung nur für Erfahrene). Weibchen können unter bestimmten Bedingungen in Gruppen gehalten werden, bilden dabei jedoch Hierarchien und können gegenseitige Rivalenkontakte zeigen. Während der Brutzeit steigt die Aggressivität massiv an: Das Männchen verteidigt das Schaumnest vehement, und das Weibchen muss nach der Eiablage schnell entfernt werden, da das Männchen das Nest-Revier scharf bewacht und fremde Tiere attackiert. Zwerggarnelen (Neocaridina/Caridina) sind als Jungtiere gefährdet; adulte Tiere werden meist toleriert, Garnelenlarven gelten jedoch als Beute. Schnecken werden im Allgemeinen toleriert. Die Verträglichkeit ist individuell unterschiedlich. Betta splendens eignet sich am besten für ein Einzelbecken oder sehr sorgfältig geplante Gemeinschaftsbecken mit ruhigen, oberflächenmeidenden und nicht zu auffälligen Fischen aus der gleichen bioregionalen Herkunft (Südostasien). Geeignete Beifische sind kleine, friedliche Rasboras (z. B. Trigonostigma heteromorpha, Rasbora spp.) sowie ruhige südostasiatische Loaches (z. B. Yunnanilus und verwandte Arten). Corydoras sind nicht geeignet – sie stammen aus Südamerika und gehören nicht zur südostasiatischen Bioregion. Vermeiden Sie farblich auffällige oder langflossige Nachbarn, die als Rivalen wahrgenommen werden könnten. Bei Verwendung von Wirbellosen beachten Sie: Junggarnelen sind gefährdet, adulte Garnelen und die meisten Schnecken werden oft toleriert.
Betta splendens ist ein Karnivore (fleischfressend). In der Natur und im Aquarium bevorzugt die Art proteinreiche Kost: Lebend- und Frostfutter wie Mückenlarven (schwarz/weiß), Artemia, Daphnien, Tubifex und Fruchtfliegen sind besonders geeignet. Im Hobby werden zusätzlich hochwertige, proteinreiche Granulate oder Pellets speziell für Kampffische angeboten. Pflanzliche Komponenten spielen in der Ernährung keine nennenswerte Rolle.
Status: Gut dokumentiert. Die Zucht von Betta splendens ist in Aquarien weit verbreitet und gut erforscht; planbare Nachzucht mit üblichen Methoden ist möglich. Fortpflanzungstyp: Schaumnestbauer. Das Männchen baut ein Schaumnest an der Wasseroberfläche, in dem die Eier aufgenommen und bis zum Freischwimmen der Jungfische betreut werden. Schwierigkeit: mittel. Zuchtwasser: Zucht-Temperatur 27–29 °C, Zucht-pH 6.0–7.0, Zucht-GH: max 10 °dGH. Zuchtverlauf & Praxis:
– Konditionierung: Reichliche Fütterung mit proteinreichem Lebend- und Frostfutter (Mückenlarven, Artemia, Daphnien, Fruchtfliegen), 1–2 mal täglich.
– Trigger: Leichte Temperaturerhöhung auf ca. 27–28 °C, kombiniert mit Wasserwechsel. Männchen und Weibchen werden anfangs durch einen Sichtschutz getrennt aneinander gewöhnt, bis das Männchen ein Schaumnest baut.
– Paarung und Eier: Das Weibchen legt Eier im Schaumnestbereich ab; das Männchen sammelt sie im Maul und platziert sie im Nest.
– Inkubation: Eier schlüpfen nach ca. 24–48 Stunden (bei 27–28 °C); Larven verbleiben weitere 3–4 Tage im Nest.
– Aufzucht: Frisch freischwimmende Larven benötigen Infusorien/Pantoffeltierchen; nach einigen Tagen können Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen angeboten werden. Das Männchen betreibt Brutpflege bis zum Freischwimmen, danach wird es üblicherweise entfernt.
– Gelegegröße: Ca. 100–300 Eier (dokumentierte Angaben variieren).
– Geschlechtsreife: Ca. 3 Monate.
Zuchtwasser: 27 bis 29 °C, pH 6 bis 7, bis 10 °dGH
Betta splendens stammt aus Zentralthailand – ursprünglich beschrieben aus dem Chao-Phraya-Becken (Typuslokalität: Menam River, Thailand). Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst Zentralthailand von der Provinz Chiang Rai im Norden bis Surat Thani und Phang Nga im Süden. Eingeführte Populationen existieren in weiteren Teilen Südostasiens sowie in Südamerika, sind jedoch nicht nativ. Die Art besiedelt stehende bis sehr langsam fließende Gewässer: Sümpfe, überflutete Reisfelder, Tümpel, Entwässerungsgräben und Kanäle. Charakteristisch sind dichte Vegetation, reichlich organisches Material (Laub, Wurzeln, Huminstoffe) und niedrige Wasserstände, besonders während der Trockenzeit. Wilde Wasserwerte: Temperatur 22–30 °C, pH 5.0–8.0 (stark variierend je nach Lokalität), GH sehr variabel. Wilde Wasserwerte können lokal stark schwanken.
Männchen: In gezüchteten Formvarianten (Hochzucht) deutlich auffälliger durch stark verlängerte und oft opulent geformte Flossen (Rücken-, After- und vor allem Schwanzflosse) sowie intensivere, kontrastreichere Färbung. Weibchen: Körperlich gedrungener, mit kürzeren Flossen und weniger intensiver Färbung. Im Bauchbereich fülliger, mit sichtbarer weißer Genitalpapille (Laichröhre) am Unterbauch. Maximale Körpergröße: Bis zu 6–7 cm Standardlänge (SL)
Siamesischer Kampffisch erreicht ca. 6–7 cm SL. Aquarientiere bleiben oft etwas kleiner als Wildfänge.
Empfohlen wird ab mind. 60 cm Kantenlänge (54 L). Größere Becken sind immer besser.
Die optimale Temperatur liegt zwischen 22 und 28 °C.
Siamesischer Kampffisch ist ein Karnivore (fleischfressend).
Siamesischer Kampffisch eignet sich am besten für ein Einzelbecken oder sehr sorgfältig geplante Gemeinschaftsbecken mit ruhigen, oberflächenmeidenden und nicht zu auffälligen Fischen aus der gleichen bioregionalen Herkunft (Südostasien).
Die Art eignet sich für erfahrene Einsteiger mit etwas Aquaristikpraxis.
Obwohl wir von my-fish.org uns bemühen, die bereitgestellten Informationen sorgfältig zu sammeln und aktuell zu halten, können wir keine Garantie für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit geben. Unsere Daten stammen von Experten, Züchtern und Partnern aus dem Zierfischgroßhandel und basieren auf deren Beiträgen. Bei Abweichungen oder fehlenden Informationen bitten wir um Verständnis. Wir freuen uns über Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge von der Community, um die Qualität unseres Angebots kontinuierlich zu steigern. Bitte nutzen Sie unser Formular für Ihre Rückmeldungen und Anregungen.
In unserer kollaborativen Arbeit nutzen wir die Quellen my‑fish Content Commons. Wir fassen Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen – unter anderem aus der Datenbank unserer Partner im Zierfischgroßhandel und aus öffentlichen Datenbanken anderer Projekte – um die Richtigkeit unserer Texte zu validieren. Bitte beachten Sie, dass die Genauigkeit von den bereitgestellten Informationen abhängt und lesen Sie dazu unseren Disclaimer. Alle Links finden Sie hier.
Newsletter
Neue Beiträge, Podcastfolgen, Steckbriefe und Termine in einer E-Mail. Jederzeit abbestellbar.





















