Pseudohemiodon
Beschreibung
Der Chamäleon-Flunderharnischwels (Pseudohemiodon) ist ein stark abgeflachter Harnischwels mit einer Standardlänge von bis zu 14,5 cm. Der Körper ist stromlinienförmig und breit, die Bauchpartie stark abgeflacht. Die Tiere liegen eng am Bodengrund und können sich teilweise in feinen Sand eingraben. Viele Vertreter zeigen die Fähigkeit, ihre Färbung dem Untergrund anzupassen – namensgebend als „Chamäleon-Flunderharnischwels“.
Im Aquarium sind Pseudohemiodon überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber suchen sie Verstecke unter Laub oder Wurzeln auf, in der Dämmerung werden sie aktiver. Die Art zeigt ruhiges, zurückhaltendes Verhalten.
KUPFER-WARNUNG: Loricariidae sind kupferempfindlich. Kupferhaltige Medikamente nicht einsetzen.
Besonderheiten
- KUPFER-WARNUNG: Loricariidae sind kupferempfindlich – keine kupferhaltigen Medikamente
- Tarnfähigkeit – Färbung passt sich dem Untergrund an
- Flacher, dem Boden angepasster Körperbau – Eingraben in feinen Sand
- Maulbrüter (für Teile der Gattung dokumentiert)
- Männchen mit verlängerter Unterlippe während der Brutzeit
- Dämmerungs- und nachtaktiv
Vergesellschaftungshinweise
Pseudohemiodon sind gesellige Bodenbewohner und werden in Gruppen ab 4 Tieren gehalten. In Gruppen ruhig und sozial verträglich, direkte Kämpfe sind selten. Während der Brutzeit können Männchen territorialer werden.
Garnelen: Adulte meist toleriert, Junggarnelen können gefressen werden. Schnecken werden toleriert.
Zur Vergesellschaftung eignen sich südamerikanische Salmler, Panzerwelse und kleine Buntbarsche mit ruhigem Temperament. Ostafrikanische Hartwasser-Buntbarsche sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen entwickeln während der Brutzeit verlängerte Unterlippen, die mit der Maulbrutpflege zusammenhängen. Außerhalb der Brutzeit sind Größe und Färbung zwischen den Geschlechtern kaum unterschiedlich – sichere Geschlechtsbestimmung dann schwierig.
Haltungstipps / Pflege
Pseudohemiodon benötigt ein Becken ab 100 cm Kantenlänge (ca. 160 Liter für eine kleine Gruppe) mit Temperaturen von 26–28 °C, einem pH-Wert von 6,5–7,5 und einer Gesamthärte von 3–10 °dGH.
Feiner Sand als Substrat ist Pflicht – die Tiere graben sich ein, grober Kies ist ungeeignet. Flache Wurzeln, dickere Wurzelstöcke, große Blätter und vereinzelte Höhlen nahe dem Bodengrund. Laubstreu aus Eichen- oder Buchenblättern empfohlen. Moderate Wasserbewegung, keine starke Turbulenz am Boden. Leistungsfähige Filterung, regelmäßige Wasserwechsel.
Gedämpfte, naturnahe Beleuchtung. Abdeckung empfohlen.
KUPFER-WARNUNG: Kupferhaltige Medikamente nicht einsetzen.
Zucht und Fortpflanzung
Pseudohemiodon-Arten sind (teilweise dokumentiert) Maulbrüter. Für P. apithanos liegen Nachzuchten im Aquarium vor. Männchen entwickeln verlängerte Unterlippen für die Maulbrutpflege. Verwandte Arten (P. laticeps, P. sp. Peru II) sind als Maulbrüter bestätigt. Detaillierte Angaben zu Gelegegrößen und Inkubationszeiten fehlen für die meisten Arten. Saubere Aufzuchtgefäße und stabile Wasserqualität sind nötig.
Ernährung/Futterbedarf
Pseudohemiodon sind Allesfresser mit Tendenz zu Aufwuchs und Detritus. Sinkende Wels-Pellets oder -Tabletten, Spirulina-Ergänzungen, Artemia, Cyclops, Tubifex. Blanchierte Zucchini wird gut angenommen. Futter bodennah anbieten.
KUPFER-WARNUNG: Kupferhaltige Medikamente nicht einsetzen.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Pseudohemiodon stammt aus Südamerika (Orinoco-Becken in Venezuela und Kolumbien, oberes Amazonasbecken in Ecuador). Typische Habitate sind flache, sandige Bereiche von Flüssen und Bächen mit klarer Strömung, feinen Sandbänken und Laubstreu.