Pseudogastromyzon myersi
Beschreibung
Der Rotflossen-Flossensauger (Pseudogastromyzon myersi) ist ein kompakter Flossensauger aus der Familie Gastromyzontidae mit einer Gesamtlänge von bis zu 5 cm. Der Körper ist abgeflacht und stromlinienförmig mit Haftstrukturen an den Rändern der paarigen Flossen, die das Festhalten auf Steinen und hartem Substrat ermöglichen. Die Rückenflosse zeigt eine gelbliche Grundfärbung mit einem rötlichen Distalband. Geschlechtsreife Männchen entwickeln Nasentuberkel (Schnauzenhöcker). Im Aquarium zeigt die Art ruhiges, bodenorientiertes Verhalten. Die Tiere bewegen sich an hartem Substrat und Felsoberflächen, wo sie Aufwuchs und Biofilm abweiden. Als Hillstream-Loach benötigt sie starke Strömung und hohe Sauerstoffversorgung. Die Exemplare im Handel sind immer Pseudogastromyzon myersi, werden aber auch als Pseudogastromyzon cheni (Chens Flossensauger) angeboten. Die beiden Arten sind auf Fotos nicht sicher zu unterscheiden.
Besonderheiten
- Hillstream-Loach – Haftstrukturen an den Rändern der paarigen Flossen zum Festhalten auf Steinen
- Spezialisiert auf Aufwuchs- und Biofilm-Abweiden an hartem Substrat
- Starke Strömung und hohe Sauerstoffversorgung nötig (mind. 10x Beckenvolumen/Stunde)
- Männchen mit Nasentuberkeln (Schnauzenhöcker) bei Geschlechtsreife
- Die Exemplare im Handel sind immer Pseudogastromyzon myersi, werden aber auch als Pseudogastromyzon cheni (Chens Flossensauger) angeboten
Vergesellschaftungshinweise
Pseudogastromyzon myersi ist ein friedlicher Gruppenfisch, der in kleinen Gruppen gehalten werden sollte. Aggressive Interaktionen gegenüber artähnlichen Balitoriden sind möglich, gegenüber unähnlichen Arten ist die Art friedlich. Während der Fortpflanzungszeit können Männchen Futter- und Laichplätze verteidigen. Garnelen: Adulte meist toleriert, sehr kleine Junggarnelen können gefressen werden. Schnecken werden toleriert. Zur Vergesellschaftung eignen sich andere ostasiatische Arten mit ähnlichen Ansprüchen an Strömung und Sauerstoff. Ähnlich geformte Hillstream-Loaches können territorial reagieren – ausreichend Platz.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen zeigen eine schlankere, geradlinigere Körperkontur und entwickeln Nasentuberkel (Schnauzenhöcker), besonders bei dominanten Individuen. Weibchen sind runder und breiter, besonders bei Trächtigkeit. Beide Geschlechter erreichen ca. 5 cm.
Haltungstipps / Pflege
Pseudogastromyzon myersi benötigt ein Becken ab 80 cm Kantenlänge (ca. 112 Liter) mit Temperaturen von 20–24 °C, einem pH-Wert von 6–7,5 und einer Gesamthärte von 1–12 °dGH. Viele glatte bis leicht raue Steine und flache Felsplatten als Strömungsbereiche und Ruheplätze. Feinkiesiger Boden in Kombination mit größeren Steinen. Hartblättrige Pflanzen (Anubias, Microsorum) auf Steinen möglich. Starke Strömung nötig – mindestens 10x Beckenvolumen/Stunde Filterdurchsatz. Strömungspumpen und gute Oberflächenbewegung für Sauerstoff. Ruhezonen mit abgeschwächter Strömung vorsehen. Moderate bis intensive Beleuchtung fördert Aufwuchs auf Steinen. Regelmäßige Wasserwechsel und saubere Filterung – die Art reagiert empfindlich auf schlechte Wasserqualität.
Zucht und Fortpflanzung
Pseudogastromyzon myersi ist ein eierlegender Bodenlaicher (Kiesgrubenlaicher). Männchen graben kleine Laichmulden im Kiesgrund und locken Weibchen an. Das Weibchen legt Eier in der Mulde ab, keine Brutpflege nach dem Ablaichen. Inkubationszeit 4–14 Tage je nach Temperatur. Jungfische bei Schlupf ca. 10 mm. Die Zucht gilt als mittelschwer.
Ernährung/Futterbedarf
Pseudogastromyzon myersi ist ein Aufwuchsfresser mit Allesfresser-Tendenz. Aufwuchstabletten, Spirulina-Produkte, Sinktabletten für Bodenfische. Gelegentlich Artemia, Daphnien und Mückenlarven als proteinreiche Ergänzung. Blanchiertes Gemüse (Zucchini) wird angenommen. Natürlicher Aufwuchs allein reicht nicht – regelmäßig zufüttern.
Natürlicher Lebensraum
Pseudogastromyzon myersi stammt aus China (Region Guangzhou) und besiedelt Hillstream-artige Fließgewässer mit klarem, sauerstoffreichem Wasser und deutlicher Strömung. Typisch sind Bereiche mit hartem Substrat, vielen Felsen, Flachplatten und Kiesbänken, an denen sich Aufwuchs bildet.