
Salmler
Schulterfleck-Piranha
Pygocentrus cariba
- Endgröße: bis 35 cm
- Aquarium: ab 1180 l
- Temperatur: 24-28 °C
- pH-Wert: pH 4-7
- Wasserhärte: weich bis mittelhart
- Schwierigkeit: Schwierig
In der Gruppe halten, aggressiv
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Zierfische, Familie Serrasalmidae
Redaktion my-fish, aktualisiert am
Der Rote Piranha (Pygocentrus nattereri) ist ein stämmig gebauter, hochrückiger Salmler aus der Familie Serrasalmidae mit einer Gesamtlänge von bis zu 33 cm im Aquarium; in der Natur werden deutlich größere Exemplare von über 50 cm SL dokumentiert. Der Körper ist kräftig, seitlich abgeflacht und muskulös mit steil abfallender Stirn und einem massiven Unterkiefer, der mit scharfen, dreieckigen Zähnen besetzt ist.

bis 50 cmEndgröße
10-15 JahreLebenserwartung
24-28 °CTemperatur
5,5-7,5pH-Wert
2-12 °dGHGesamthärte
ab 1180 lAquariengröße
Die Grundfärbung ist silbrig-grau mit feinen dunklen Sprenkeln; die Unterseite und der Bauch sind leuchtend orangerot bis rot gefärbt, was der Art ihren deutschen Namen gibt. Juvenile Tiere tragen häufig dunkle Flecken auf den Flanken, die mit dem Alter verblassen. Im Gegensatz zu Pygocentrus cariba besitzt Pygocentrus nattereri keinen oder nur einen sehr kleinen Schulterfleck hinter dem Kiemendeckel sowie eine rote Iris (Pygocentrus cariba: silberne Iris). Die Intensität der Rotfärbung variiert je nach Herkunftsgebiet, Ernährungszustand und Stimmung des Tieres. Im Aquarium zeigt die Art ein dominanzgeprägtes Gruppenverhalten. Jungtiere bilden Schwärme; adulte Tiere bilden lockere Aggregationen mit Rangordnungen. Die Art gilt als weniger aggressiv als Pygocentrus cariba, ist jedoch bei unzureichender Fütterung oder Stress ein effektiver Jäger.
Pygocentrus nattereri benötigt Wasser mit 24-28 °C, pH 5,5-7,5 und GH 2-12 °dGH. Im Aquarium sollte der pH-Wert stabil gehalten werden; extreme Schwankungen verursachen Stress. Das Becken muss mindestens 240 cm Kantenlänge und 1.180 Liter fassen. Diese Angabe gilt für eine Gruppe und ist als absolutes Minimum zu verstehen. Die Einrichtung sollte strukturierte Bereiche mit offener Schwimmzone und geschützten Zonen kombinieren. Hölzer, große Wurzelstücke und robuste Pflanzen schaffen Verstecke und Sichtbarrieren, die Aggressionen innerhalb der Gruppe reduzieren. Sand- oder feinkiesiges Substrat ist geeignet; scharfkantige Dekoration vermeiden. Schwimmpflanzen reduzieren die Lichtintensität und fördern ein natürliches Verhalten. Eine leistungsfähige Filterung ist unerlässlich. Wöchentliche Wasserwechsel von 30-50 % sind aufgrund des hohen Nahrungseintrags notwendig. Moderate Strömung in Teilen des Beckens. Das Sprungrisiko ist vorhanden: ein stabiler, fest schließender Deckel ist notwendig. Schutzhandschuhe bei jeder Arbeit im Becken tragen. Die Art ist ausschließlich für erfahrene Aquarianer geeignet.
Pygocentrus nattereri wird in Gruppen von mindestens fünf bis sechs Tieren gehalten. Gruppen fördern die Bildung sozialer Strukturen und verhindern, dass einzelne Tiere durch Dauerstress gefährdet werden. Trotz der Gruppenhaltung können dominante Individuen Artgenossen verletzen; eine sorgfältige Beobachtung der Rangdynamik ist notwendig. Das Temperament ist als schwierig einzustufen. Die Art zeigt territoriale Tendenzen und rangbedingte Aggressionen. Gut genährte adulte Exemplare ignorieren mittelgroße Beifische häufig, doch bei Stress, Hunger oder während der Fortpflanzungszeit steigt die Aggressivität deutlich an. Garnelen und alle kleinen Wirbellosen werden als Nahrung betrachtet. Alle Klein- und Mittelgroßarten sind potenzielle Beute. Geeignete Beifische sind ausschließlich große, robuste südamerikanische Arten vergleichbarer Größe: andere große Serrasalmidae und robuste Großbuntbarsche. Panzerwelse sind als Beifische ungeeignet, da sie trotz ihrer Panzerung Opfer von Angriffen werden können.
Pygocentrus nattereri ist ein opportunistischer Generalfresser mit stark fleischbetonter Ernährung. In der Natur umfasst die Nahrung Fische, Wirbellose, Insekten, Flossen und Schuppen anderer Fische, Aas, Nüsse, Samen und Früchte. Im Aquarium eignen sich gefrorener oder frischer Fisch (Filetstreifen), Krabben, Garnelen, Muscheln, größere Insektenlarven und Regenwürmer. Säugetier- oder Geflügelfleisch vermeiden, da die Fettsäuren dieser Fleischsorten zu Organschäden führen können. Mäßige Portionen, zwei- bis dreimal pro Woche, die vollständig aufgenommen werden.
Pygocentrus nattereri ist ein Substratlaicher (Grubenlaicher). Die Zucht ist als mittelschwer eingestuft. Das Männchen gräbt eine Mulde im Substrat und verteidigt dieses Revier aggressiv. Nach dem Ablaichen bewacht das Männchen das Gelege und fächelt den Eiern Frischwasser zu. Die Gelege umfassen mehrere Hundert bis über 1.000 Eier. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis drei Tage bei 25-27 °C. Jungfische werden früh kannibalisch und müssen nach Größe sortiert werden. In der Aquaristik sind Zuchterfolge selten und setzen sehr große, stabile Gruppen in naturnahen Anlagen voraus. Stimulationsmaßnahmen orientieren sich an Wasserstandsschwankungen und Temperaturabsenkungen.
Pygocentrus nattereri ist in Südamerika weit verbreitet und kommt im Amazonas-, Orinoco-, Paraguay- und Paraná-Becken sowie in den Küstenflüssen der Guyana-Region vor. Die Art besiedelt eine Vielfalt von Habitaten: Hauptflussläufe, Nebenflüsse, Überschwemmungsseen (Várzea), stehende Gewässer und saisonal überflutete Ebenen. Die natürlichen Habitate variieren von Klar- über Weiß- bis Schwarzwasser.
Weibchen sind in der Regel etwas fülliger als Männchen und zeigen in Fortpflanzungszeiten eine deutlich rundere Bauchpartie durch befruchtungsbereite Eier. Männchen erscheinen schlanker. Farbunterschiede zwischen den Geschlechtern sind gering; die Rotfärbung ist bei beiden Geschlechtern vorhanden und variiert stärker mit Stimmung und Ernährungszustand als mit dem Geschlecht.
Der Rote Piranha benötigt 24-28 °C, pH 5,5-7,5 und GH 2-12 °dGH. Leistungsfähige Filterung und wöchentliche Wasserwechsel von 30-50 % sind Pflicht.
Pygocentrus nattereri hat keinen oder nur einen sehr kleinen Schulterfleck hinter dem Kiemendeckel und eine rote Iris. P. cariba trägt einen großen schwarzen Schulterfleck und hat eine silberne Iris.
Für eine Gruppe werden mindestens 240 cm Kantenlänge und 1.180 Liter benötigt. Ein stabiler Deckel ist wegen des Sprungrisikos Pflicht. Schutzhandschuhe bei Arbeiten im Becken tragen.
Die Art ist ein opportunistischer Generalfresser. Fischfilet, Krabben, Garnelen, Muscheln und Regenwürmer bilden die Basis. Säugetier- und Geflügelfleisch vermeiden. Mäßige Portionen 2-3 mal pro Woche.
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