Roeboides microlepis
Beschreibung
Der Buckel-Schuppenfresser (Roeboides microlepis) ist ein mittelgroßer, seitlich stark abgeflachter Salmler aus der Familie Characidae mit einer Standardlänge von bis zu 20 cm (ca. 24–25 cm Gesamtlänge). Der Körper ist transparent bis silbrig mit einem leicht hochrückigen Profil. Das Maul ist leicht nach oben gerichtet und weist nach außen vorstehende Zähne auf, die für den gezielten Angriff auf die Schuppen anderer Fische spezialisiert sind.
Im Aquarium zeigt die Art ein ausgeprägtes Aktivitätsprofil in der mittleren Wasserschicht. Das Verhalten ist geprägt durch Lepidophagie: Die Art reißt gezielt Schuppen von der Körperoberfläche anderer Fische. Dieses angeborene Verhalten lässt sich durch ausreichende Fütterung reduzieren, aber nicht vollständig unterdrücken.
Die Art ist nur für Spezialisten geeignet und erfordert ein Artbecken oder die Kombination mit gepanzerten Welsen.
Besonderheiten
- Lepidophag: frisst gezielt Schuppen anderer Fische – bestimmt alle Vergesellschaftungsentscheidungen
- Kein Gemeinschaftsfisch – beschuppte Beifische erleiden chronische Schuppenwunden
- Maximalgröße 20 cm SL (ca. 24–25 cm TL)
- Herkunft Paraguay/Parana-Becken: subtropische bis warm-gemäßigte Zone
- Lepidophagie ist angeboren und kein reines Hungerverhalten
Vergesellschaftungshinweise
Roeboides microlepis ist gegenüber Artgenossen relativ friedlich, gegenüber beschuppten Fremdarten jedoch grundsätzlich problematisch. Jeder beschuppte Fisch ist potenzielles Angriffsziel für Schuppenräuberei. Kein Gemeinschaftsfisch.
Haltung im Artbecken oder mit großen, gepanzerten Welsen (Loricariidae). Gruppenhaltung ab 3–5 Tieren möglich.
Garnelen: Gefährdet. Schnecken: Weitgehend sicher.
Beschuppte Fische aller Art sind als Beifische ungeeignet, auch wenn sie groß und robust sind.
Geschlechtsdimorphismus
Keine verlässlichen Geschlechtsmerkmale dokumentiert.
Haltungstipps / Pflege
Roeboides microlepis benötigt ein Becken ab 150 cm Kantenlänge (ca. 300 Liter) mit Temperaturen von 22–28 °C, einem pH-Wert von 6,5–7,5 und einer Gesamthärte von 5–15 °dGH.
Freie Schwimmzone im Mittelteil, bepflanzte oder mit Wurzelwerk strukturierte Randbereiche. Gut abgedecktes Becken. Substrat zweitrangig, da die Art das Freiwasser bevorzugt.
Leistungsstarke Filterung nötig – reiner Fleischfresser mit hoher Stickstoffproduktion. Regelmäßige Wasserwechsel.
Zucht und Fortpflanzung
Als Freilaicher eingestuft, konkrete Zuchtberichte im Aquarium sind nicht dokumentiert. Spezifische Zuchtwasserwerte liegen nicht vor.
Ernährung/Futterbedarf
Piscivor und lepidophag. Die Art nimmt gefrorene Futterfische, Mysis, Artemia, Krill und hochwertige Raubfisch-Pellets an. Ausreichende Fütterung reduziert die Schuppenanfressaktivität, eliminiert sie aber nicht vollständig.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Roeboides microlepis stammt aus dem Paraguay/Parana-Becken in Südamerika. Die Art bewohnt Freiwasserbereiche in Fluss- und Nebenarmsystemen mit variierender Strömung, Uferzonen mit Überhängen und Wurzelwerk.