Betta albimarginata

Deutscher Name: Weißsaum-Kampffisch

Foto: Jessica Stanzel - Betta-World.de
Herkunft:
Borneo, Indonesien
Farben:
orange, rot, schwarz, weiß
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Betta albimarginata
Gattung: Betta
Familie: Osphronemidae

Beschreibung

Betta albimarginata, der Weißsaum-Kampffisch, ist ein kompakter Labyrinthfisch (Osphronemidae) mit einer Standardlänge von ca. 3-3,5 cm SL (bis ca. 4 cm TL). Die Körpergrundfarbe des Männchens ist ziegelrot mit schwarzen Flecken am Kopf und orangefarbenen Wangenpartien. Besonders charakteristisch sind die Flossen mit einem Muster aus Rot und Schwarz mit breiten weißen Säumen. Weibchen sind deutlich dezenter gefärbt in grau-braunen Tönen; bei Laichbereitschaft zeigen sie oft vertikale Streifen. Die Art ist ein Mikroendemit des Sebuku-Einzugsgebiets in Ost-Kalimantan (Borneo) und wird von der IUCN als Endangered (stark gefährdet) geführt, da ihr Lebensraum durch großflächige Palmöl-Plantagen und Entwässerung der Torfmoore zunehmend zerstört wird. Die Lebenserwartung liegt bei 3-5 Jahren, nicht wie oft kolportiert bei 5-8 Jahren. Im Aquarium zeigt die Art ein eher scheues, aber nicht ängstliches Verhalten. Betta albimarginata ist ein paternaler Maulbrüter – das Männchen trägt die Brut im Maul. Als Labyrinthfisch benötigt die Art stets Zugang zur Wasseroberfläche.
Sozialverhalten: Paarweise
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • IUCN Rote Liste: Endangered (EN): die Art ist als Mikroendemit im Sebuku-Einzugsgebiet stark durch Abholzung und Palmöl-Plantagen bedroht. Nachzucht aus dem Hobby leistet einen realen Beitrag zur Arterhaltung
  • Paternaler Maulbrüter: das Männchen trägt die Brut 10-21 Tage im Maul bis zur Schwimmfähigkeit und frisst in dieser Zeit nicht
  • Labyrinthfisch: benötigt freien Zugang zur Wasseroberfläche; darunter muss eine warme, feuchte Luftschicht erhalten bleiben, sonst kann das Labyrinthorgan Schaden nehmen
  • Hervorragender Springer: dicht schließende Abdeckung ist Pflicht, auch kleinste Spalten werden genutzt
  • Schwarzwasser-Spezialist: extreme Anpassung an stark huminhaltiges, saures Wasser (pH 4-6). Bei pH unter 6 ist die biologische Nitrifikation stark eingeschränkt, Ammonium bleibt unschädlich solange der pH stabil ist. Wasserwechsel mit neutralem Wasser können aber schlagartig toxisches Ammoniak freisetzen
  • Bevorzugt sehr flache Gewässerbereiche (5-10 cm Wassertiefe) in Naturhabitaten
  • Extrem empfindlich gegenüber Kupfer: in saurem Weichwasser ist die Toxizität freier Kupfer-Ionen drastisch erhöht, weil Calcium und Magnesium als Puffer fehlen. Kupferhaltige Medikamente gegen Ichthyo oder Samtkrankheit können tödlich wirken – stattdessen Temperaturerhöhung mit Verdunklung nutzen oder chelatierte Präparate mit stark reduzierter Dosierung
  • Besonders anfällig für Samtkrankheit (Piscinoodinium pillulare), vor allem bei Wildfängen. Frühe Erkennung ist wichtig, da die Behandlung durch die Kupfer-Empfindlichkeit erschwert ist
  • Scheu und dämmerungsaktiv; neigt zu Fettleibigkeit und Fettleber bei zu reichhaltiger Fütterung – gezielt maßvoll füttern und Lebendfutter bevorzugen

Vergesellschaftungshinweise

Betta albimarginata kann als Paar oder in kleinen Gruppen gehalten werden. In gut strukturierten Becken funktionieren Paare oder kleine Harems gut. Das Temperament ist generell friedlich und zurückhaltend. Während der Brutzeit ist das Männchen besonders empfindlich gegenüber Störungen und könnte bei Stress die Eier oder Jungfische verschlucken. Für eine sichere Vergesellschaftung sollten vorwiegend Arten aus Südostasien/Borneo gewählt werden. Empfohlen sind kleine, ruhige Rasboras sowie bodenorientierte Schmerlen (z. B. Gastromyzon, Sewellia). Junggarnelen können gefressen werden, adulte Garnelen und Schnecken werden meist toleriert.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen erreichen etwa 3–3,5 cm SL (bis ca. 4 cm TL) und sind intensiv ziegelrot mit schwarzen Kopfzeichnungen, orangefarbenen Wangen und breit weiß gesäumten Flossen. Weibchen sind etwas kleiner und deutlich blasser in grau-brauner Grundfarbe mit häufig vertikalen Streifen bei Laichbereitschaft.
Größe: ca. 3–3,5 cm SL (bis 4 cm TL)

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 23–28 °C, pH 4,0–6,5, GH 1–5 dGH. Mindestbeckengröße: 60 cm Kantenlänge, 54 Liter. Ein flaches Becken mit dichter Struktur ist wichtiger als reines Volumen. Einrichtung stark strukturiert mit vielen Versteckmöglichkeiten durch Wurzeln, Höhlen und dichten Pflanzenbeständen. Weiches, feinkörniges Substrat (Sand) bedeckt mit einer dicken Lage Falllaub. Torf oder andere huminbildende Materialien fördern die typische Schwarzwasserfärbung. Gedämpftes Licht. Ruhige bis sehr leichte Strömung. Filter mit geringer Strömung (Schwammfilter) bevorzugen. Als Labyrinthfisch ist Zugang zur Wasseroberfläche Pflicht; die Abdeckung muss einen warmen, feuchten Luftraum unter dem Deckel erhalten. Diese Art ist ein hervorragender Springer – dicht schließende Abdeckung ist Pflicht. Kupferhaltige Medikamente vermeiden. Fütterung maßvoll dosieren – die Art neigt zu Fettleibigkeit.
Wasserhärte:
weich
pH-Wert
4,0–6,5
Temperatur:
23–28 °C
Beckengröße:
ab 60 cm, 54 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Betta albimarginata ist ein paternaler Maulbrüter. Das Männchen nimmt die befruchteten Eier nach mehreren Paarungsumarmungen ins Maul und trägt die Brut dort bis zur Schwimmfähigkeit. Zuchtwasser: 25-26 °C, pH 4,0-6,0, GH maximal 3-5 dGH. Gute Konditionierung mit hochwertigem Lebendfutter, weiches und saures Wasser sowie ungestörte, abgedunkelte Versteckmöglichkeiten reichen in der Regel aus. Wurfgröße typischerweise 10-20 Eier (gelegentlich bis 40). Inkubation: 10-21 Tage bei 25 °C, wärmere Temperaturen beschleunigen die Entwicklung deutlich. Jungfische sind bei Entlassung relativ groß und selbstständig. Wichtig: das Männchen hat während der Brutphase 10-21 Tage nichts gefressen und ist direkt nach dem Entlassen der Jungfische stark geschwächt und ausgehungert. In dieser Phase kann es zu Nachzuchten-Kannibalismus kommen – am sichersten ist es, das brütende Männchen etwa ab Tag 10 der Inkubation in ein vorbereitetes, stark bepflanztes und beruhigtes Aufzuchtbecken umzusetzen (mit einem Gefäß, nicht mit einem Netz, damit die Eier nicht vorzeitig ausgespuckt werden). Erstfutter: Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen. Geschlechtsreife: ca. 6 Monate.

Ernährung/Futterbedarf

Betta albimarginata ist karnivor und zeigt eine deutliche Präferenz für proteinreiche Futtermittel tierischen Ursprungs. Optimal ist abwechslungsreiche Fütterung mit Lebend- und Frostfutter: Artemia, Mückenlarven, Daphnien, Cyclops und Mikrowürmchen. Trockenfutter wird oft nicht als Hauptfutter akzeptiert. Maßvolle Portionsgrößen, da die Art zur Fettleibigkeit neigt. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 3-5 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Betta albimarginata stammt aus Borneo und ist endemisch im Einzugsgebiet des Sebuku-Flusses in Ost-Kalimantan (Kalimantan Timur), Indonesien. Die Habitate sind stark beschattet durch dichte Ufervegetation. Das Wasser ist extrem flach (5-10 cm Tiefe) und durchsetzt mit Falllaub, Pflanzenwurzeln und Ästen. Der Bodengrund besteht aus Sand, bedeckt mit einer dicken Lage Falllaub. Das Wasser ist teefarben (Schwarzwasser) mit hoher Konzentration an Huminstoffen; die Strömung ist still bis sehr langsam. Der natürliche Lebensraum ist akut bedroht: großflächige Rodung tropischer Regenwälder für Palmöl-Plantagen, Entwässerung der Torfmoore und Bergbau-Aktivitäten haben die Wasserchemie und Hydrologie im Sebuku-Becken stark verändert. Die Art wird von der IUCN als Endangered (EN) eingestuft. Nachzuchten aus dem Aquaristik-Bereich sind eine zunehmend wichtige Genetik-Reserve für die Art.

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