Der Zonatus Fächerfisch (Simpsonichthys zonatus) ist ein kompakter Killifisch aus der Familie der Rivulidae und erreicht eine Gesamtlänge von etwa 4,5 bis 5 cm. Sein Hauptmerkmal ist die intensive Kontrast-Zeichnung der Männchen: auf hellblauem Grundton heben sich dunkle rote Querbalken an den Flanken ab, ergänzt durch eine orangefarbene Afterflossenbasis und rote Säume an den unpaaren Flossen.
Schwierigkeit: Schwierig
Harem
Territorial
Quelle: Rudolf Pohlmann
bis 5 cmEndgröße
1-2 JahreLebenserwartung
20-24 °CTemperatur
6-7pH-Wert
0-5 °dGHGesamthärte
ab 54 lAquariengröße
Beschreibung
Die Rücken- und Afterflossen sind bei Männchen spitz ausgezogen und vergrößert. Weibchen bleiben bräunlich und tragen zwei markante schwarze, nicht umrandete Flecken auf der Körpermitte. Simpsonichthys zonatus gehört zu den annuellen Killifischen (Jahresfischen). Die gesamte Lebensweise ist an den Wechsel von Regen- und Trockenzeit gebunden: die adulten Tiere sterben nach der Trockenphase ab, und die nächste Generation schlüpft aus im Substrat vergrabenen Eiern erst mit der nächsten Regenzeit. Im Aquarium beträgt die Lebenserwartung bis zu 12 bis 18 Monate, in der Natur nur 7 bis 8 Monate. Im Verhalten ist die Art eher scheu und zurückhaltend. Wer diese Art pflegt, erlebt keinen klassischen Dauerfisch, sondern einen hochspezialisierten Kurzlebensstrategen mit einem eng an saisonale Dynamik gekoppelten Aktivitätsmuster.
Haltung und Pflege
Simpsonichthys zonatus benötigt Wassertemperaturen von 20 bis 24 °C als Dauertemperatur, einen pH-Wert von 6,0 bis 7,0 und sehr weiches Wasser (Osmose- oder Regenwasser empfohlen). Die Art reagiert empfindlich auf kalziumreiches Wasser. Für ein Paar oder einen kleinen Harem (1 Männchen, 2 Weibchen) genügt ein Artenbecken ab 60 cm Kantenlänge mit 54 Litern. Das Becken sollte dunkel eingerichtet sein mit feinem Torfsubstrat (3 bis 5 cm dick) als Laichgrund, dunklem Sandboden in den übrigen Bereichen, dichten Schwimmpflanzen zur Lichtdämpfung und einigen Versteckmöglichkeiten aus Wurzeln oder Laub. Seemandelbaumblätter und Schwarztorf-Filtration unterstützen die gewünschte Wasserchemie. Die Art ist sprunggefährdet, eine dicht schließende Abdeckung ist Pflicht. Schwache Filterung ohne starke Strömung ist ausreichend. Regelmäßige Wasserwechsel (30 % wöchentlich) mit temperiertem, gleich aufbereitetem Wasser halten die Wasserqualität stabil. Dieser Killifisch richtet sich an erfahrene Halter, die mit der Pflege annueller Arten und dem Torf-Diapause-Management vertraut sind. Die kurze Lebenserwartung und der saisonale Lebenszyklus erfordern ein anderes Erwartungsmanagement als bei klassischen Aquarienfischen.
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Verhalten und Vergesellschaftung
Männchen sind territorial und können untereinander aggressiv werden. Die empfohlene Haltungsform ist ein Männchen mit zwei Weibchen (Harem). Mehrere Männchen in einem Kleinstbecken führen zu Dauerstress und Verletzungen. Gegenüber Weibchen zeigen Männchen intensives Balzverhalten; mehrere Weibchen pro Männchen reduzieren die Belastung für das einzelne Tier deutlich. Gegenüber artfremden Fischen ist Simpsonichthys zonatus eher scheu und zurückhaltend. Die Art eignet sich primär für ein reines Artenbecken. Falls vergesellschaftet wird, kommen nur sehr ruhige, kleine Beifische aus derselben Bioregion Südamerika infrage, die keine Bodenkonkurrenz darstellen. Schnecken und adulte Garnelen werden in der Regel toleriert, sehr kleine Garnelennachwuchs kann gelegentlich gefressen werden.
Ernährung
Simpsonichthys zonatus ist ein Kleinsträuber, der Trockenfutter in der Regel ablehnt. Die Ernährung sollte ausschließlich aus kleinen Lebend- und Frosttieren bestehen: Artemia-Nauplien und ausgewachsene Artemia, Daphnien, schwarze und Essigälchen und Mikrowürmchen (besonders für Jungfische). Weißwürmer und Enchyträen eignen sich als Ergänzung, nicht als Hauptfutter wegen Verfettungsrisiko. nur sehr sparsam einsetzen. Eine abwechslungsreiche Lebendkost verbessert Kondition und Fortpflanzungsbereitschaft. Auf rote Mückenlarven und Tubifex sollte verzichtet werden: Killifische reagieren empfindlich auf die damit eingetragenen Keime und neigen bei fettreicher Kost zur Verfettung. Weiße und schwarze Mückenlarven, Artemia, Cyclops und Grindalwürmer sind die bessere Grundlage.
Zucht
Simpsonichthys zonatus ist ein Substratlaicher mit obligater Diapause. Zur Eiablage tauchen Männchen und Weibchen gemeinsam vollständig in das weiche Torfsubstrat ein und vergraben die befruchteten Eier dort. Nach 4 bis 6 Wochen intensiver Laichaktivität wird der Torf abgenommen, leicht abgedrückt und in einem beschrifteten, luftdichten Plastikbeutel bei 22 bis 25 °C dunkel gelagert. Die Eier durchlaufen eine Diapause von typischerweise 2,5 bis 3 Monaten. Manche Eier können auch nach 5 bis 6 Wochen schlupfbereit sein, regelmäßige Sichtprüfung ist empfohlen. Zum Schlupf wird der Torf in weiches, leicht saures Wasser (ca. 22 bis 25 °C) eingeweicht. Der Schlupf erfolgt innerhalb von Minuten bis Stunden. Jungfische nehmen sofort Artemia-Nauplien und wachsen schnell. Geschlechtsreife wird bereits nach 6 bis 9 Wochen erreicht. Frühzeitige Geschlechtertrennung ist ratsam, da Männchen früh beginnen zu konkurrieren.
Zuchtwasser: 22 bis 25 °C
Natürlicher Lebensraum
Simpsonichthys zonatus stammt aus dem Cerrado-Gebiet in Brasilien, genauer aus dem Einzugsgebiet des Rio Urucuia (São-Francisco-System) im Bundesstaat Minas Gerais. Die Art besiedelt temporäre Gewässer (Tümpel, saisonale Überschwemmungsflächen), die während der Trockenzeit vollständig austrocknen. Das Wasser ist sehr weich und leicht sauer mit dunklem Torfgrund. Der natürliche Lebensraum ist durch Zuckerrohr-Landwirtschaft und Wasserentnahme weitgehend zerstört worden. Die Art gilt in der Natur möglicherweise als erloschen.
Geschlechtsunterschiede
Männchen zeigen eine intensive hellblaue Grundfärbung mit roten Querbalken auf den Flanken, orangefarbener Afterflossenbasis und roten Flossensäumen. Die Rücken- und Afterflossen sind spitz ausgezogen und vergrößert. Weibchen sind bräunlich und tragen zwei markante schwarze, nicht umrandete Flecken (keine Ocelli) auf der Körpermitte. Weibchen sind insgesamt kleiner und unauffälliger gefärbt.
Gut zu wissen
Annueller Killifisch (Jahresfisch) mit obligater Torf-Diapause der Eier
Lebenserwartung nur 12 bis 18 Monate im Aquarium, 7 bis 8 Monate in der Natur
IUCN-Status: Kritisch gefährdet (CR), in der Natur möglicherweise ausgestorben
Bodenbewohner, der zur Eiablage vollständig ins Substrat abtaucht
Hohes Sprungrisiko, dicht schließende Abdeckung ist Pflicht
Empfindlich gegenüber kalziumreichem Wasser, weiches Wasser nötig
Nachzuchten haben erheblichen Erhaltungswert, bitte weitergeben
Galerie
Quelle: Rudolf PohlmannQuelle: Rudolf Pohlmann
Häufige Fragen
Welche Wasserwerte braucht der Zonatus Fächerfisch?
Der Zonatus Fächerfisch benötigt Temperaturen von 20 bis 24 °C als Dauertemperatur, einen pH-Wert von 6,0 bis 7,0 und sehr weiches Wasser. Die Art ist empfindlich gegenüber kalziumreichem Wasser, Osmose- oder Regenwasser wird empfohlen.
Kann man den Zonatus Fächerfisch vergesellschaften?
Die Art eignet sich primär für ein reines Artenbecken. Männchen sind territorial, die beste Haltungsform ist ein Männchen mit zwei Weibchen. Falls vergesellschaftet wird, kommen nur sehr ruhige, kleine Beifische aus Südamerika infrage.
Wie züchtet man den Zonatus Fächerfisch?
Als annueller Killifisch laicht die Art in Torfsubstrat. Der Torf wird nach 4 bis 6 Wochen entnommen und bei 22 bis 25 °C für 2,5 bis 3 Monate dunkel gelagert (Diapause). Zum Schlupf wird der Torf in weiches, saures Wasser eingeweicht.
Wie lange lebt der Zonatus Fächerfisch?
Als Jahresfisch hat Simpsonichthys zonatus eine Lebenserwartung von 12 bis 18 Monaten im Aquarium und nur 7 bis 8 Monaten in der Natur. Die Art ist IUCN-kritisch gefährdet (CR) und in der Natur möglicherweise ausgestorben.
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Fragen und Erfahrungen
Ein Kommentar, der letzte vom 4. November 2014Lesen und mitredenZuklappen
Rudolf Pohlmann
Anmerkung:
Auch die Arten Simpsonichthys boitonei und Simpsonichthys zonatus sind sich sehr ähnlich.
Im Gegensatz zu den Arten Simpsonichthys santanae und Simpsonichthys zonatus fehlt beim Simpsonichthys boitonei die Bauchflosse.