Simpsonichthys santanae (Santana-Zwergkillifisch) ist einer der kleinsten Jahresfische Südamerikas aus der Familie Rivulidae (Cynolebiidae) mit einer Totallänge von nur 3 cm. Die Art lebt in temporären Gewässern des brasilianischen Cerrado-Bioms und durchläuft einen vollständigen Jahresrhythmus: Mit der Trockenzeit sterben die Elterntiere, die im Bodensubstrat vergrabenen Eier überleben bis zur nächsten Regenzeit.
Schwierigkeit: Schwierig
Harem
Territorial
Quelle: aqua-global – Dr. Jander & Co. OHG
3 cm TLEndgröße
1-1,5 JahreLebenserwartung
20-23 °CTemperatur
6-6,5pH-Wert
2-10 °dGHGesamthärte
ab 54 lAquariengröße
Beschreibung
Das Männchen ist hellrot gefärbt mit 12-14 vertikalen Reihen leuchtend blauer Punkte. Rücken- und Afterflosse sind rot mit hellblauen Punkten und schmalem hellblauem Saum. Das Weibchen ist hellgelb-bräunlich mit 10-14 dunkelgrauen Querstreifen und transparenten Flossen. Als Jahresfisch ist die Lebenserwartung begrenzt: Im Aquarium bis 1-1,5 Jahre. Die Art ist gemäß IUCN als Endangered (EN) eingestuft. Verbreitungsgebiet auf wenige Lokalitäten im Ribeirao Santana (oberes Rio-Corumba-Einzugsgebiet, Zentralbrasilien) beschränkt. Nur Nachzuchten aus seriösen Quellen verwenden.
Haltung und Pflege
Wasserwerte für die Aquarienhaltung: Temperatur 20-23 °C, pH 6,0-6,5, GH 2-10 dGH (optimal 2-6 dGH). Diese engen Parameter sind artspezifisch. Die Art stammt aus extrem weichem, schwach saurem Cerrado-Wasser. Hartes Leitungswasser muss mit Osmosewasser oder Regenwasser verdünnt werden. Beckengröße: Mindestens 54 Liter (BMEL-Richtwert). Für ein Paar technisch ab 15-20 Liter ausreichend, für Zucht 30-54 Liter mit ausreichend Torfsubstrat-Fläche. Einrichtung: Dunkler Bodengrund aus Torf oder Torf-Sand-Mischung (Eier werden eingegraben). Wurzeln, Seemandelbaumblätter, schwimmende Pflanzen. Keine starke Filterung, schwacher Schwammfilter genügt. Dezente Beleuchtung. Deckel: notwendig, lückenlos. Alle Killifische sind bekannte Springer.
Passt das Wasser bei dir?
Verhalten und Vergesellschaftung
Simpsonichthys santanae ist territorial veranlagt. Männchen sind untereinander deutlich aggressiv. Standardhaltung als Paar (1 Männchen, 1 Weibchen) oder kleiner Harem (1 Männchen, 2 Weibchen). Ausreichend Versteckmöglichkeiten und Sichtbarrieren sind erforderlich. Gegenüber artfremden Fischen weitgehend neutral bis zurückgezogen. Garnelen: Adulte wahrscheinlich toleriert, Junggarnelen können gefressen werden. Schnecken: In der Regel toleriert. Geeignete Beifische: Kleine, friedliche Zwergbuntbarsche (Apistogramma), zarte südamerikanische Salmler (Nannostomus, Hyphessobrycon), kleine Panzerwelse.
Ernährung
Simpsonichthys santanae ist ein Karnivor. Bevorzugt: Feines Lebend- und Frostfutter wie Artemia-Nauplien, Cyclops, Daphnien und schwarze Mückenlarven. Trockenfutter wird oft abgelehnt oder nur zögerlich angenommen und sollte nie das einzige Futter sein. Kleine Mengen 1-2x täglich. Als Jahresfisch mit hohem Stoffwechsel ist kontinuierlich gute Ernährung besonders wichtig. Auf rote Mückenlarven und Tubifex sollte verzichtet werden: Killifische reagieren empfindlich auf die damit eingetragenen Keime und neigen bei fettreicher Kost zur Verfettung. Weiße und schwarze Mückenlarven, Artemia, Cyclops und Grindalwürmer sind die bessere Grundlage.
Zucht
Fortpflanzungstyp: Substratlaicher (Jahresfisch). Zuchtschwierigkeit: Schwer, erfahrenen Spezialisten vorbehalten. Artenbecken mit tiefem, weichem Torfsubstrat (mindestens 5-8 cm). Männchen und Weibchen vergraben sich gemeinsam zur Eiablage im Substrat. Torf-Klumpen mit Eiern entnehmen, leicht abpressen und bei 25-28 °C für ca. 2,5-3 Monate in luftdichtem Behälter aufbewahren. Zum Schlüpfen Torf mit weichem Wasser bei 18-20 °C überschwemmen. Jungfische fressen sofort Artemia-Nauplien. Ca. 50-60 Eier pro Laichgang.
Natürlicher Lebensraum
Simpsonichthys santanae ist ein Endemit Brasiliens und kommt ausschließlich in den Überschwemmungsflächen des Ribeirao Santana im oberen Rio-Corumba-Einzugsgebiet (oberes Paraná-Becken), Zentralbrasilien, vor. Habitat: Temporäre Süßwassertümpel und Sümpfe im Cerrado-Grasland und Galeriewald. Diese Gewässer trocknen jährlich vollständig aus. Wasser: Extrem weich, leicht sauer (pH 6-6,5), 20-23 °C. Boden: Weicher Schlamm, Torf und organischer Detritus.
Geschlechtsunterschiede
Ausgeprägt und auf den ersten Blick erkennbar. Männchen sind deutlich farbenprächtiger (hellrot mit blauen Punkten), größer und besitzen spitz zulaufende, fadenverlängerte Rücken- und Afterflossen. Weibchen sind kleiner, gelblich-bräunlich gefärbt und haben kürzere, abgerundete Flossen. Die Urogenitalpapille des Männchens ist zylindrisch, die des Weibchens taschenförmig.
Gut zu wissen
Jahresfisch (Annual Killifish): Eier überleben im Substrat, Elterntiere sterben mit der Trockenzeit
Lebenserwartung im Aquarium nur 1-1,5 Jahre
Springer: lückenloser Deckel notwendig
Streng weiches, saures Wasser (Cerrado-Art), hartes Leitungswasser nicht geeignet
IUCN-Status: Endangered (EN), nur Nachzuchten verwenden
Sehr klein (3 cm TL): Artenbecken oder sorgsam gewählte Vergesellschaftung
Substratlaicher: Eier werden tief im Torfboden vergraben
Torf-Inkubation: 2,5-3 Monate bei 25-28 °C
Galerie
Quelle: aqua-global – Dr. Jander & Co. OHGQuelle: Rudolf PohlmannQuelle: Rudolf Pohlmann
Häufige Fragen
Welche Wasserwerte braucht der Santana-Zwergkillifisch?
Temperatur 20-23 °C, pH 6,0-6,5, GH 2-10 dGH (optimal 2-6 dGH). Streng weiches, saures Wasser. Hartes Leitungswasser ist nicht geeignet.
Karnivor: Feines Lebend- und Frostfutter (Artemia-Nauplien, Cyclops, Daphnien, Mückenlarven). Trockenfutter wird oft abgelehnt. 1-2x täglich kleine Mengen.
Kann man den Santana-Zwergkillifisch im Aquarium züchten?
Substratlaicher (Jahresfisch). Eier in Torf vergraben, 2,5-3 Monate trocken inkubieren bei 20-23 °C, dann mit weichem Wasser bei 20-23 °C zum Schlupf bringen. Zucht schwer, für Spezialisten.
Hinweis zu den Daten
Disclaimer
Obwohl wir von my-fish.org uns bemühen, die bereitgestellten Informationen sorgfältig zu sammeln und aktuell zu halten, können wir keine Garantie für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit geben. Unsere Daten stammen von Experten, Züchtern und Partnern aus dem Zierfischgroßhandel und basieren auf deren Beiträgen. Bei Abweichungen oder fehlenden Informationen bitten wir um Verständnis. Wir freuen uns über Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge von der Community, um die Qualität unseres Angebots kontinuierlich zu steigern. Bitte nutzen Sie unser Formular für Ihre Rückmeldungen und Anregungen.
Quellen (my-fish Content Commons)
In unserer kollaborativen Arbeit nutzen wir die Quellen my‑fish Content Commons. Wir fassen Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen – unter anderem aus der Datenbank unserer Partner im Zierfischgroßhandel und aus öffentlichen Datenbanken anderer Projekte – um die Richtigkeit unserer Texte zu validieren. Bitte beachten Sie, dass die Genauigkeit von den bereitgestellten Informationen abhängt und lesen Sie dazu unseren Disclaimer. Alle Links finden Sie hier.
Fragen und Erfahrungen
2 Kommentare, der letzte vom 17. Juni 2017Lesen und mitredenZuklappen
Rudolf Pohlmann
Anmerkung:
Auch die Arten Simpsonichthys boitonei und Simpsonichthys santanae sind sich sehr ähnlich.
Im Gegensatz zu den Arten Simpsonichthys santanae und Simpsonichthys zonatus fehlt beim Simpsonichthys boitonei die Bauchflosse.
Foto von Simpsonichthys boitonei:
ChristianW
Sehr schöne Fische, die leider viel zu selten gehalten werden.
Bei mir herrscht gerade Unklarheit was die Größe der Tiere angeht. Mehrfach habe ich im Internet eine Angabe von 3cm gefunden. In diesem Artikel gibt es gleich drei unterschiedliche Angaben (3-4 cm, 5cm und 3cm). Ich selber habe gerade ein Trio und würde das Männchen auf knapp 4cm schätzen. Mich würde interessieren wie sich die Größe der Tiere am besten beschreiben läßt und wie sie sich sich im Vergleich zu den anderen kleinen Fächerkärpflingen (z.B. S. punctulatus & S. zonatus) verhält.