Synodontis lucipinnis
Beschreibung
Der Zwerg-Fiederbartwels (Synodontis lucipinnis, in der Literatur auch als S. petricola geführt) erreicht im Aquarium 8-10 cm und gehört zu den kleinsten Vertretern der Gattung Synodontis. Er stammt aus dem Tanganjikasee und besticht durch seine kontrastreiche Zeichnung: Auf cremefarben bis gelblich-brauner Grundfarbe liegen große, unregelmäßige schwarze Punkte. Die Flossen sind dunkel mit leuchtend weißen Säumen, was der Art ein graphisches Erscheinungsbild verleiht.
Im Vergleich zu vielen anderen Synodontis wirkt S. lucipinnis eher fein gebaut als massig. Die drei Paar gefiederten Barteln sind gut entwickelt und für die Orientierung am Bodengrund unverzichtbar. Die Art ist überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, wird aber in gut eingerichteten Becken mit Gruppen auch tagsüber regelmäßig sichtbar.
Wichtig: S. lucipinnis ist kein Brutparasit. Der echte Kuckuckswels ist Synodontis multipunctatus, der seine Eier in die Maulbrut von Tanganjika-Cichliden einschleust. S. lucipinnis laicht selbstständig ab. Die Verwechslung ist im Handel häufig.
Besonderheiten
- Kein Brutparasit! Verwechslung mit S. multipunctatus (dem echten Kuckuckswels) im Handel häufig
- Leuchtend weiße Flossensäume auf dunklem Grund als Artmerkmal
- Tanganjikasee-Endemit: benötigt hartes, alkalisches Wasser
- Schwarmfisch: mindestens 5 Tiere für artgerechte Haltung
- Höhlenbrüter: laicht in engen Felsspalten oder Tonröhren
- Taxonomie: wird teilweise als Synonym von S. petricola geführt (Stand 2024/2025)
- Giftige Flossenstacheln: beim Fang Behälter statt Kescher verwenden
Vergesellschaftungshinweise
Synodontis lucipinnis ist ein geselliger Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens fünf Tieren gehalten werden. Einzeln gehaltene Tiere bleiben scheu und verstecken sich dauerhaft. In der Gruppe zeigen sich die Tiere aktiver und sichtbarer. Leichte Rangkämpfe innerhalb der Gruppe werden durch ausreichend Höhlen und Strukturen entschärft.
Geeignete Mitbewohner sind andere Tanganjika-Bewohner mittlerer Größe: Lamprologini, Julidochromis, Altolamprologus oder andere Tanganjika-Synodontis. Weichwasserarten wie Corydoras, südamerikanische Salmler oder Apistogramma sind wegen unverträglicher Wasserwerte ungeeignet. Juvenile Garnelen können gefressen werden, Schnecken werden toleriert.
Geschlechtsdimorphismus
Laichreife Weibchen sind am deutlich runderen, gefüllteren Bauch zu erkennen. Männchen sind schlanker und besitzen eine spitzere, geriefte Genitalpapille. Außerhalb der Laichzeit ist die Unterscheidung schwierig.
Haltungstipps / Pflege
Synodontis lucipinnis benötigt als Tanganjikasee-Endemit hartes, alkalisches Wasser: 23-27 °C, pH 7,5-9,0 und GH 10-18 °dGH. Diese Werte sind strikt einzuhalten. Weiches oder saures Wasser ist für diese Art nicht geeignet. Tanganjika-Salze oder Korallensand helfen, die Wasserhärte aufrechtzuerhalten.
Für eine Gruppe von mindestens fünf Tieren sind 100 cm Kantenlänge und 250 Liter erforderlich. Das Becken wird als Tanganjika-Biotop mit reichlich Felsaufbauten, Höhlen und Spalten eingerichtet. Feiner Sand schützt die empfindlichen Barteln. Leistungsstarke Filterung und gute Sauerstoffversorgung sind wichtig. Die Beleuchtung sollte gedämpft sein, da die Art überwiegend dämmerungsaktiv ist.
Beim Fang ist Vorsicht geboten, da die Flossenstacheln giftig sein können. Immer mit einem Behälter statt Kescher umsetzen.
Zucht und Fortpflanzung
Synodontis lucipinnis ist ein Höhlenbrüter, der in engen Felsspalten oder Tonröhren ablaicht, ohne anschließend Brutpflege zu betreiben. Die Zucht im Aquarium ist möglich, gilt aber als anspruchsvoll. Leichte Wasserwechsel mit etwas kühlerem Wasser und proteinreiche Ernährung können die Laichbereitschaft fördern.
Diese Art ist kein Brutparasit. Im Gegensatz zu S. multipunctatus, der seine Eier obligat in die Maulbrut von Tanganjika-Cichliden einschleust, laicht S. lucipinnis selbstständig ab.
Ernährung/Futterbedarf
Der Zwerg-Fiederbartwels ist ein Allesfresser mit Vorliebe für tierische Kost. Sinkendes Granulat und Tablettenfutter bilden die Basis. Frostfutter wie Artemia, Mysis und Mückenlarven sind wichtige Ergänzungen. Pflanzliche Beikost wie Gurkenscheiben, Zucchini und Spirulina-Wafer runden die Ernährung ab. Schwimmende Flocken werden kaum gefressen und sollten wegen Blähungsgefahr vermieden werden. Die Fütterung sollte abends erfolgen.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Synodontis lucipinnis ist im Tanganjikasee endemisch. Die Art bewohnt die felsigen Uferzonen des Sees, wo sie zwischen Steinen und in Spalten lebt. Das Wasser des Tanganjikasees ist konstant hart und alkalisch mit GH 10-18 °dGH, pH 7,5-9,0 und stabilen Temperaturen um 23-27 °C.
Hi ich hab mal eine frage ich hab eine kleine Gruppe von Synodontis petricola aber vie viele solten in eine Gruppe sein und kann man Männchen und Weibchen unterscheiden
liebe grüße Dienschen
Eine kleine Gruppe ist schon mal gut. 5-10 Tiere empfehlen wir dir, abhängig von der Aquariengröße.
Hallo, die „kahle“ Stelle auf dem Bild unten links, ist das normal? Meine Kuckuswelse haben auch solche Stellen. Hat das mit dem Wechsel des Farbkleides zu tun?
Grüßchen, Melli
Meinst du vorne vor den Barteln?
Hallo ,Ich hab mich bei einem Züchter in die Tiere verkuckt Zwergfiederbartwelse (Synodontis lucipinnis) nur die Frage verträgt es sich im stark bepflanzen Becken. Aug Sand Grund mit filigranen Regenbogenfischen und Perlhuhnbärblinge. Sowie eine Hand voll Zwerggarnelen ? Oder ist das keine gute Idee?
Hallo Anna-Lena, die Garnelen werden vermutlich gefressen, die Fische geärgert und die Pflanzen werden eventuell, wenn sie filigran sind, leiden. Kurzum, nein es passt nicht.
Hallo!
Ich weiß die Antwort ist schon älter, aber ich fürchte bei mir werden die Pflanzen von den schönen Fischen leider gefressen. Gibt es Anzeichen um festzustellen ob sich tatsächlich die Fische daran vergreifen? Großblättrige Pflanzen überleben sehr gut, die anderen werden täglich kahler und faulen dann scheinbar auch an den Wurzeln ab.
Vielen Dank!
An der Art der Schäden kannst du es erahnen. Wir haben einen tollen Artikel dazu hier auf der Seite: https://my-fish.org/anfanger-einstieg/pflanzenratgeber/schaeden-an-wasserpflanzen/
Hallo Matthias,
ich würde gerne eine Gruppe von ca. 10 Synodontis lucipinnis ein mein neu eingerichtetes 700 l Becken einsetzen. Die zukünftige Gesellschaft sind Tanganjikaseecichliden aus dem Fels- und Übergangslitoral (v.a. Neolamprologus, Julidochromis und Eretmodus)
Typische bodenlebende Sandcichliden mit Fluchtreaktion ins Freiwasser (Enantiopus, Xenotilapia etc.) scheiden wegen des regen Nachtlebens der Welse aus.
Wie sehen Sie hingegen die mögliche Vergesellschaftung mit Arten der mittleren Wasserschichten wie Cyprichromis, Paracyprichromis oder Lamprichthys?
Viele Grüße
Manuel
Hallo Manuel,
das sollte kein Problem sein.
Vielen Dank! 🙂
Hallo, ich möchte gerne in einen 100cm Becken eine Gruppe Synodontis lucipinnis halten. Wie viele Tiere würden Sie empfehlen? Sind die Tiere als Erwachsene eher gesellig oder einzelgängerisch? Außerdem würde ich gerne einige Fische für die mittlere/obere Wasserschicht dazusetzen. Cyprichromis oder Paracyprichromis scheiden wohl wegen der Beckengröße aus. Boden- oder höhlenbezogene Fische wohl auch. Könnte man auch „tanganjikafremde“ Fische einsetzen- Barben, Bärblinge, Hechtlinge, Killis- welche würden von den Wasserwerten her passen, hätten Sie da einen Vorschlag für mich?
5-10 Tiere empfehlen wir dir als Gruppe
Hallo zusammen, Ist der Zwergfiederbartwels tatsächlich ein Schneckenjäger? Wir haben schon sehr lange Zwergfiederbartwelse und zuletzt Rennschnecken hinzugesetzt, gab garkein Problem. Jetzt haben wir uns noch für Red Wood TDS entschieden und diese zugesetzt. Die Tiere liegen beinahe konsequent auf dem Rücken und haben sich in ihr Schneckenhaus verkrochen. Gestern kamen Sie an, waren beinahe garnicht zu sehen. Heute schon etwas mehr. Hatte Rückfragen mit dem Händler gehalten der ganz klar über meinen Besatz vor Kauf infomiert wurde. Gestern war noch alles klar, heute schreibt er mir dass meine Zwergfiederbartwelse ja bekanntlich SChneckenfresser wären. Stimmt das soweit? Bisher hatte ich… Weiterlesen »
Hallo Stefan,
ein Jäger vielleicht nicht direkt, aber er macht auch keinen Halt davor, besonders beim „Spielen“ in der Gruppe. Die TDS leben im Bodengrund und kommen gerne nachts heraus. Durch den engen Gehäuseeingang sind sie nicht sehr gefährdet. Sie vermehren sich zudem gut.