
Labyrinthfische
Schokoladengurami
Sphaerichthys osphromenoides
- Endgröße: bis 6 cm
- Aquarium: ab 54 l
- Temperatur: 26-30 °C
- pH-Wert: pH 5-6,5
- Wasserhärte: weich
- Schwierigkeit: Schwierig
In der Gruppe halten, friedlich
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Zierfische, Familie Osphronemidae
Redaktion my-fish, aktualisiert am
Sphaerichthys selatanensis, der Kreuzband-Schokoladengurami oder Crossband Chocolate Gourami, gehört zur Familie Osphronemidae (nicht Anabantidae) und erreicht eine Standardlänge von 4-5 cm. Charakteristisch ist die rötlich-schokoladenbraune Grundfärbung, die im Vergleich zu Sphaerichthys osphromenoides deutlich rötlicher wirkt.

4-5 cm SLEndgröße
3-5 JahreLebenserwartung
26-31 °CTemperatur
5-6,5pH-Wert
0-4 °dGHGesamthärte
ab 54 lAquariengröße
Zusätzlich zeigt die Art ein zusätzliches Querband, das vom Ansatz der Rückenflosse bis hinter die Bauchflossen zieht, sowie nur 7 Rückenflossenstrahlen (Sphaerichthys osphromenoides hat 9-10). Endemisch ist die Art in Südborneo (Kalimantan Selatan) und bewohnt dort, wie ihre Verwandte, ausschließlich extreme Blackwater-Biotope in den Torfsumpfwäldern – pH 4,0-6,0, GH 0-3 dGH, Leitwert unter 100 µS/cm. Höhere Wasserwerte sind auf Dauer tödlich durch Immunkollaps und Osmose-Stress. S. selatanensis ist ein Maulbrüter; für diese Art wird das Weibchen als brütendes Geschlecht angegeben. Für Sphaerichthys osphromenoides hat dagegen eine Untersuchung von 2024 das Männchen nachgewiesen. Die Art wird der Schwierigkeitsstufe Advanced/Expert zugeordnet, da sie hochspezialisiert und fragile ist. Lebenserwartung: 3-5 Jahre bei optimaler Haltung.
Der Kreuzband-Schokoladengurami ist ein kompromissloser Schwarzwasser-Spezialist. Empfohlene Wasserwerte: Temperatur 26–31 °C, pH 5–6, GH 0–3 dGH, Leitfähigkeit unter 100 µS/cm. Wildfänge tolerieren kaum Abweichungen; Nachzuchten sind etwas anpassungsfähiger (pH bis 6,5, GH bis 10 dGH). Osmosewasser mit Torfextrakt oder Schwarzwasseraufbereiter ist nahezu notwendig. Als Mindestmaß gilt ein Becken ab 60 cm Kantenlänge (ca. 54 Liter) für eine Gruppe von 6 Tieren. Einrichtung im Schwarzwasser-Biotopstil: dichter Bewuchs mit Javafarn und Moosen, treibende Pflanzen zur Abdunklung, Wurzeln, Totholz und eine Schicht Laubstreu aus Seemandelbaumblättern oder Eichenlaub. Die Blätter geben Huminsäuren ab, puffern den pH und bieten Mikrolebensraum. Die Strömung sollte minimal sein – ein schwach laufendes Schwammfilter genügt. Als Labyrinthfisch muss der Zugang zur Wasseroberfläche jederzeit frei sein. Die Luft über dem Wasser sollte annähernd die gleiche Temperatur haben – Zugluft und Temperaturdifferenzen lösen Labyrinthentzündungen aus. Empfindlich gegenüber Kupfer – bei Erkrankungen kupferfreie Behandlungsmethoden wählen.
Sphaerichthys selatanensis zeigt ein ausgeprägtes Paarverhalten und lebt in der Natur meist in kleinen Gruppen oder als Paar, wobei die Tiere eine deutliche Rangordnung ausbilden und sich bei Stress oder Konkurrenz zurückziehen. Für die Haltung des Kreuzband-Schokoladenguramis empfiehlt sich daher die Pflege als harmonisierendes Paar oder in einer kleinen Gruppe von mindestens vier bis sechs Tieren, wobei ausreichend Rückzugsmöglichkeiten und eine dichte Bepflanzung für stressfreie Bedingungen sorgen. Als Beckenpartner eignen sich Boraras brigittae und Pangio-Arten aus ähnlichen Biotopen, die das ruhige Wesen des Kreuzband-Schokoladenguramis nicht stören. Zu vermeiden sind sehr kleine Beutefische, die als Nahrung angesehen werden könnten. Alle weiteren sonst üblichen Kandidaten scheiden wegen der extremen Wasserwerte aus.
Der Kreuzband-Schokoladengurami ist ein Mikroprädator. Im Aquarium benötigt er täglich kleines Lebend- oder hochwertiges Frostfutter: Artemia-Nauplien, Daphnien, Cyclops, weiße und schwarze Mückenlarven, Grindalwürmer und Mikrowürmer. Trockenfutter wird häufig komplett verweigert oder erst nach langer Eingewöhnung als Ergänzung akzeptiert. Eine ausschließliche Trockenfutter-Haltung ist nicht möglich.
Fortpflanzungstyp: maternaler Maulbrüter (selten unter Labyrinthfischen, die überwiegend paternal oder Schaumnestbauer sind). Zuchtschwierigkeit: fortgeschritten bis Expert. Zuchtwasserwerte: Temperatur 27-30 °C, pH 5,0-5,5, GH 0-2 dGH, Leitwert unter 50 µS/cm. Ohne diese extremen Werte schlagen die meisten Befruchtungs- und Entwicklungs-Prozesse fehl. Osmosewasser mit Seemandelbaumblättern, Erlenzäpfchen und Torfextrakt nachahmen den natürlichen Monsun-Regen. Nach ritueller Balz und Umarmung im klassischen „Labyrinth-Embrace“ bei schwebendem Paar werden die Eier abgegeben. Das Weibchen sammelt die befruchteten Eier sofort im Maul und brütet sie 14-21 Tage lang – in dieser Zeit frisst es nicht und zieht sich dicht in die Laubstreu zurück. Die Jungfische werden vollständig entwickelt (ca. 5 mm) aus dem Maul entlassen. Gelegegrößen variieren zwischen 10-40 Jungfischen. Erstfutter: Mikrofutter (Infusorien, Pantoffeltierchen), nach wenigen Tagen Artemia-Nauplien. Das brütende Weibchen sollte vom Männchen abgetrennt werden, um Stress zu reduzieren. Die maternale Maulbrut ist ein evolutionärer Sonderweg innerhalb der Labyrinthfische und macht die Art besonders wertvoll für die Aquaristik-Forschung.
Sphaerichthys selatanensis – der Kreuzband-Schokoladengurami bewohnt in seinem natürlichen Lebensraum überwiegend die abgelegenen, langsam fließenden Gewässer sumpfiger Regenwaldgebiete Südostasiens, die durch eine dichte Vegetation und reichlich Laubstreu geprägt sind. In diesen Habitaten dominieren weiche, tannin- und humusangereicherte Schwarzwasser, die einen niedrigen pH-Wert, geringe Wasserhärte und relativ konstante, moderate Temperaturen aufweisen, wodurch eine natürliche, schokoladenfarbene Färbung des Wassers entsteht. Die Umgebung, die oft von überwucherten Uferzonen, dichten Wurzelsystemen und dichtem Blattmaterial geprägt ist, bietet zahlreiche Versteckmöglichkeiten und Rückzugsorte, was die Anpassung an sauerstoffarme Bedingungen unterstützt und zu einer hohen Biodiversität beiträgt.
Der Größenunterschied zwischen Männchen und Weibchen ist bei Sphaerichthys sehr gering – das klassische Schema „Weibchen größer und fülliger“ ist ein historisches Fehlurteil, das aus der Maulbrüter-Verwirrung entstand: früher wurde der brütende Fisch automatisch als Weibchen bezeichnet, weil die Brutpflege bei Labyrinthfischen normalerweise paternal ist. Bei S. osphromenoides ist es aber die Mutter, die brütet. Moderne Diagnostik stützt sich auf die Kopfmorphologie: Männchen haben einen geraden Unterkiefer und einen spitzer zulaufenden Kopf. Weibchen zeigen einen leicht gerundeten Unterkiefer, bedingt durch dehnbares Gewebe, das sich zur Aufnahme der Eier während der Maulbrut ausweitet. Diese Merkmale werden erst bei geschlechtsreifen Tieren zuverlässig sichtbar. Manchmal zeigen Männchen spitzer ausgezogene Flossen und intensivere Schokoladenfärbung, aber diese Merkmale sind stark von Dominanz und Region abhängig und als alleiniges Sex-Kriterium unzuverlässig.
Temperatur 26-31 Grad Celsius, pH 5-6,5 (zwingend sauer), Gesamthärte 0-4 dGH, Leitwert unter 100 Mikrosiemens/cm. Sphaerichthys selatanensis ist extremer Blackwater-Spezialist aus Südborneo.
Ab 60 cm Kantenlänge (54 Liter). Zwingend: Osmose-Wasser mit Torfextrakt, Seemandelbaumblättern, Erlenzäpfchen, dichte Laubstreu. Dicht schließende Abdeckung – hohes Sprungrisiko und Labyrinthfisch-Luftschicht nötig.
Am besten Artbecken mit Gruppe von 8-10 Tieren. Nicht mit Sphaerichthys osphromenoides mischen – beide können hybridisieren und kommen in Borneo sympatrisch vor.
Mikroprädator. Täglich kleines Lebend- oder hochwertiges Frostfutter: Artemia-Nauplien, Cyclops, Moina, Mikrowürmer. Trockenfutter wird meist verweigert.
Expert-Level. Maulbrüter, bei dieser Art wird das Weibchen als brütendes Geschlecht angegeben; es trägt die Eier 14-21 Tage im Maul. Bei Sphaerichthys osphromenoides ist es nach einer Untersuchung von 2024 das Männchen. Nachzuchten aus der Aquaristik leisten einen konkreten Artenschutz-Beitrag, da das natürliche Habitat durch Palmöl-Plantagen akut bedroht ist.
Nein, Expert-Level. Höhere Temperatur-Ansprüche als Sphaerichthys osphromenoides (26-31 Grad), extrem kupferempfindlich. Nur für erfahrene Blackwater-Aquarianer.
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