Betta imbellis

Deutscher Name: Friedlicher Kampffisch

Herkunft:
Indonesien, Malaysia, Thailand
Farben:
blau, grün, rot, schwarz
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Betta imbellis
Gattung: Betta
Familie: Osphronemidae

Beschreibung

Betta imbellis, der Friedliche Kampffisch, ist ein kompakt gebauter Labyrinthfisch (Osphronemidae) mit einer Standardlänge von bis zu 6 cm SL. Die Grundfärbung reicht von dunklem Braun bis Schwarz; Männchen tragen darüber hinaus leuchtend irisierende Schuppen in Blau- und Grüntönen auf Kiemendeckeln und Flanken. Typisch ist bei vielen Populationen der rote, sichelförmige Rand in der Schwanzflosse (Crescent). Weibchen sind insgesamt bräunlicher und weniger irisierend. Die Art ist ein Mikroprädator aus den stehenden oder langsam fließenden, huminreichen Gewässern Südthailands, Malaysias und Sumatras. Im Aquarium zeigt Betta imbellis ein ruhiges bis zurückhaltendes Verhalten in den mittleren bis oberen Wasserschichten. Männchen imponieren durch gelegentliches Flaring, das jedoch meist ohne ernsthafte Kämpfe ausgeht – daher der Name Friedlicher Kampffisch. Die Art ist ein Schaumnestbauer; das Männchen übernimmt die Brutpflege allein. Lebenserwartung ca. 3-5 Jahre.
Sozialverhalten: Einzelgänger
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Schaumnestbauer: Männchen baut Schaumnest an der Wasseroberfläche und betreut die Brut allein
  • Labyrinthfisch: freier Zugang zur Wasseroberfläche und warme, feuchte Luftschicht unter Abdeckung Pflicht – kalte, trockene Raumluft kann das Labyrinthorgan schädigen
  • Hervorragender Springer: dicht schließende Abdeckung zwingend, auch kleinste Lücken werden genutzt
  • Anpassung an sauerstoffarme Verhältnisse dank Labyrinthorgan (typisch für Reisfelder und verlandete Gräben)
  • Friedlicherer Charakter als verwandte Betta-Arten im splendens-Komplex, trotzdem untereinander territorial – daher meist Einzel- oder Paarhaltung
  • Stark strukturierte Becken mit dichter Vegetation, Laub und Wurzeln bevorzugt
  • Extrem kupferempfindlich: besonders in saurem, weichem Zuchtwasser ist die Toxizität freier Kupfer-Ionen drastisch erhöht, weil die puffernde Wirkung von Calcium und Magnesium fehlt. Kupferhaltige Standard-Medikamente gegen Ichthyo oder Samtkrankheit können tödlich sein – alternativ Temperaturerhöhung auf 29-30 °C mit Verdunklung oder chelatierte Präparate mit stark reduzierter Dosierung
  • Anfällig für Samtkrankheit (Piscinoodinium) und Fischtuberkulose (Mycobacterium spp.) bei schlechten Haltungsbedingungen. Mycobacteriose ist nicht sicher heilbar und kann über offene Hautwunden auch auf Menschen übertragen werden

Vergesellschaftungshinweise

Betta imbellis wird bevorzugt einzeln gehalten; Haremshaltung (ein Männchen mit mehreren Weibchen) nur für Erfahrene. Das Temperament ist friedlich und eher scheu. Während der Brutzeit werden Männchen territorialer und verteidigen das Schaumnest aktiv. Vergesellschaftung vorwiegend mit friedlichen südostasiatischen Arten: kleine Rasboras (Boraras, Trigonostigma), Pangio-Schmerlen und ruhige Bodenfische. Afrikanische Cichliden und Corydoras sind nicht geeignet. Junggarnelen gefährdet, adulte Garnelen und Schnecken meist sicher.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen sind farbenprächtiger mit starker Blau-Grün-Irisierung, längeren Flossen und deutlicherem roten Sichelrand in der Schwanzflosse. Weibchen sind gedrungener, bräunlicher gefärbt und haben deutlich kürzere Flossen. Bis 6 cm SL, Weibchen bleiben tendenziell etwas kompakter.
Größe: bis 6 cm SL

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte (Haltung): Temperatur 24-28 °C, pH 5,0-7,5, GH 1-10 dGH. Kurzfristige Temperaturen bis 20 °C werden zwar überlebt, unter 24 °C sinkt aber die Stoffwechselrate deutlich und die Krankheitsanfälligkeit steigt. Mindestbeckengröße: 60 cm Kantenlänge, 54 Liter. Dichte Schwimmpflanzen (Salvinia, Riccia, Limnobium), Wurzelholz, Höhlen und dichte Pflanzenbestände. Weiches Substrat mit Laubauflage (Seemandelbaumblätter, Erlenzäpfchen für huminreiches Schwarzwasser). Ruhige, ungestörte Wasseroberfläche für Schaumnestbau. Sehr schwache Strömung (Luftheber-Schwammfilter ideal). Gedämpftes Licht mit vielen Schattenplätzen. Als Labyrinthfisch Zugang zur Wasseroberfläche sicherstellen; warme, feuchte Luftschicht unter der Abdeckung ist Pflicht – kalte Luft kann das Labyrinthorgan schädigen und zu Atemwegsinfektionen führen. Abdeckung muss dicht schließen (Springer). Kupferhaltige Medikamente vermeiden. Nicht überfüttern (Verfettungsneigung). Betta imbellis ist eine attraktive Art für erfahrene Einsteiger bis Fortgeschrittene, die ein naturnah eingerichtetes, ruhiges Aquarium pflegen möchten.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
5,0–7,5
Temperatur:
24-28 °C
Beckengröße:
ab 60 cm, 54 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Betta imbellis ist ein Schaumnestbauer. Das Männchen baut ein Schaumnest an der Wasseroberfläche, lockt das Weibchen zum Laichen und sammelt die Eier ein. Zuchtwasser: 26–28 °C, pH 5,5–6,5, GH maximal 8 dGH. Konditionierung mit hochwertigem Lebendfutter (Mückenlarven, Artemia). Ruhige Umgebung und gedämpftes Licht unterstützen den Schaumnestbau. Inkubation ca. 24–48 Stunden bei 26–28 °C. Gelegegrößen ca. 100–200 Eier. Jungfische bleiben weitere 3–4 Tage im Nest bis zur Dottersackresorption. Erstfutter: Infusorien, Pantoffeltierchen; später Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen.

Ernährung/Futterbedarf

Betta imbellis ist karnivor (insektivor). Bevorzugt proteinreiches Lebend- und Frostfutter: Mückenlarven, Artemia, Daphnien und hochwertige Frostfutter-Mischungen. Trockenfutter wird nach längerer Eingewöhnung angenommen. Nicht überfüttern (Verfettungsneigung). Mehrere kleine Portionen pro Tag sind ideal.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
bis 5 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Betta imbellis stammt aus Südostasien, vor allem aus Süd-Thailand, Malaysia und Teilen Indonesiens (Sumatra). Die Art wurde zudem in Singapur eingeführt. Natürlich kommt sie in stehenden oder sehr langsam fließenden, stark beschatteten Gewässern vor: kleine Tümpel, Nebenarme, Reisfelder und vermoorte Gräben mit weichem, schlammigem Substrat und Falllaub. Sauerstoffarme Bedingungen, die das Labyrinthorgan ermöglichen.

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