Faszination Aquaristik: Bunte Zwerggarnelen im Aquarium mischen – was wirklich zählt
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Zwei rote, eine gelbe, drei blaue Garnelen – ein bunter Besatz wirkt im Aquarium schnell wie eine Tüte Smarties, und genau das macht ihn für Neueinsteiger so attraktiv. Die Ernüchterung folgt oft erst später: einzelne Tiere sterben kurz nach dem Einsetzen, oder der Nachwuchs ist plötzlich überwiegend transparent oder braun statt bunt. Der folgende Beitrag zeigt, worauf es bei der Wahl und Vergesellschaftung bunter Zwerggarnelen ankommt – und warum nicht jede hübsche Kombination auf Dauer funktioniert.
Bienengarnelen (Caridina logemanni) stammen aus weichem Wasser und brauchen dies auch im Aquarium. Foto: Chris Lukhaup
Zwei rote, eine gelbe, drei blaue und – ach ja – so eine rot-weiß gestreifte Zuckerstangengarnele wäre doch auch noch nett dazu …
Immer wieder suchen später Neuaquariener Hilfe wegen Problemen mit dem bunten Besatz. Mal sterben einzelne Tiere kurz nach dem Einsetzen, mal finden sich im Nachwuchs fast nur noch transparente oder braune Garnelen. Nicht das, was man ursprünglich wollte!
Vor der Wahl des Besatzes muss man sich mit den Bedürfnissen der Zwerggarnelenarten auseinandersetzen. Die empfindlicheren Bienengarnelen und Taiwangarnelen aus Weichwasser haben andere Ansprüche als die einfarbig bunten, robusten Neocaridina. Unpassendes Wasser kann schnell zum Tod führen. Ob die Werte des Aquarienwassers passen, insbesondere die Karbonathärte (KH) und die Gesamthärte (GH), sollte man unbedingt vor dem Kauf abklären.
Geht auf Dauer meist nicht gut: Ein Mix von Bienengarnele (gestreift), Taiwangarnele (blau) und Red Sakura (rot). Die Ansprüche an die Wasserwerte sind zu verschieden. Foto: Chris Lukhaup
Bei den robusten Neocaridina stellt sich das Problem mit der Wasserhärte nicht. Allerdings können Tiere aus verschiedenen Quellen Bakterien mitbringen, die von den anderen nicht vertragen werden — Krankheiten und Tod können folgen. Eine Quarantäne vor dem Zusammensetzen hat sich bewährt. Dazu werden die Garnelen zunächst zwei Wochen in Einzelbecken gehalten. Täglich wird etwas Wasser zwischen den Becken getauscht.
Neocaridina davidi „red“, „yellow“ und „dark blue“. Eine oft gesehene Mischung für ein Aquarium mit härterem Wasser. Foto: Chris Lukhaup
Fast alle Farbformen der Neocaridina bringen bei einer Vermischung wildfarbenen Nachwuchs hervor. Bei einem bunten Besatz ist dieses Phänomen nicht zu umgehen. Konsequentes Aussortieren der Tiere kann hier helfen, die ursprünglichen bunten Farben zu erhalten — dafür braucht man dann allerdings ein „Restebecken“.
Auch Streifen sind bei den verschiedenen Farbformen von Neocaridina davidi im Spiel: Die Rili-Variante ist eine schöne Alternative für alle Streifenfans. Foto: Chris LukhaupNeocaridina im bunten Mix. Leider bleiben die Farben beim Nachwuchs oft nicht erhalten. Foto: Chris Lukhaup
Bunte Garnelenmischungen wie aus der Süßigkeitentüte sind verlockend – gehen aber oft nach hinten los. Grund ist meist, dass unterschiedliche Zwerggarnelenarten stark verschiedene Ansprüche an die Wasserwerte haben: Empfindliche Bienen- und Taiwangarnelen brauchen weiches Wasser, während robuste Neocaridina mit härterem Wasser gut zurechtkommen. Selbst innerhalb der Neocaridina ist ein bunter Mix nicht ohne Folgen, da die Farbformen bei Vermischung meist wildfarbenen statt bunten Nachwuchs hervorbringen. Wer die ursprünglichen Farben erhalten will, kommt um konsequentes Aussortieren nicht herum.
Wer bunte Zwerggarnelen mischen will, muss vorab die Wasserwerte abgleichen – vor allem bei empfindlichen Bienen- und Taiwangarnelen entscheidet das über Leben und Tod. Tiere aus unterschiedlichen Quellen sollten wegen möglicher Bakterienübertragung erst eine zweiwöchige Quarantäne durchlaufen. Selbst bei robusten Neocaridina bleibt die bunte Farbenpracht nur mit konsequentem Aussortieren und einem Restebecken langfristig erhalten.
Über das Magazin: Caridina
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