Welche Zwerggarnelen lassen sich mit Fischen vergesellschaften?
Abwechslung im Gesellschaftsaquarium, clever und gut durchdacht
So toll bunte Zwerggarnelen auch sind, viele möchten doch gerne ein Aquarium, in dem mehr Action herrscht. Dafür bieten sich Aquarienfische an, aber deshalb sollte man trotzdem nicht wahllos drauflos mixen.
Die Haltung von Fischen und Zwerggarnelen
Ein Fisch, der nicht nur von pflanzlicher Kost lebt, kann sich theoretisch an Garnelen oder zumindest ihrem Nachwuchs vergreifen: Was ins Maul passt, wird in der Regel auch gefressen. Je kleiner die Begleitfische im Garnelenaquarium sind, desto besser stehen die Überlebenschancen der Zwerggarnelen.
Raubfische und größere aktive Jäger wie verschiedene Grundeln, Messerfische, Arowanas, Barsche und Buntbarsche sollten nicht zu Zwerggarnelen ins Aquarium kommen. Auch kleinere Räuber vergreifen sich an den Krabblern und können sie dabei schwer verletzen.



Verhalten der Garnelen in Fischgesellschaft
Sind Fische im Aquarium, wird sich eine Zwerggarnele zunächst einmal verstecken. Polster aus Moosen oder fein strukturierten Pflanzen sind als Unterschlupf beliebt, besonders für den Garnelennachwuchs.
Wenn sie bemerken, dass die Fische ihnen nichts tun, kommen die Garnelen wieder zum Vorschein. Junggarnelen verstecken sich in der Regel so lange, bis sie eine Größe haben, in der sie nicht mehr gefressen werden können.
Passende Wasserwerte
Die Ansprüche der Zwerggarnelen und der Fische an die Wasserwerte und die Aquarientemperatur sollten übereinstimmen. Die Aquarientiere danken dies mit einem langen und gesunden Leben, prachtvollen Farben und lebhaftem Verhalten.
Die richtige Aquariengröße
Während Zwerggarnelen auch in Nanoaquarien gehalten werden, ist für die Haltung von Zierfischen in den Mindestanforderungen des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft in Deutschland eine Mindestgröße von 54 Litern festgeschrieben – ausgenommen Zuchtaquarien, Aquarien zur Zuchtvorbereitung, die vorübergehende Hälterung und besonders kleine Fische. In Österreich sind Aquarien unter 54 Litern für die Fischhaltung nicht erlaubt. Hinsichtlich der Aquariengröße orientiert man sich daher an den Bedürfnissen der Fische.
Siamesische Kampffische
Beginnen wir mit einer Ausnahme: Die großflossigen Hochzuchtformen von Betta splendens lassen sich einzeln in Aquarien ab 20 Litern Fassungsvermögen halten. Kampffische sind Charaktertiere. Es gibt Bettas, die Zwerggarnelen als willkommenen Snack ansehen und auch größere Tiere in mundgerechte Stücke zerlegen, und solche, die sie gänzlich in Ruhe lassen – und alle Abstufungen dazwischen.

Salmler
Eingeschränkt empfehlenswert ist die Vergesellschaftung von Garnelen und Salmlern. Viele Salmlerarten sind recht räuberisch unterwegs und jagen aktiv auch kleine Krebstiere. Ein Aquarium für Garnelen und Salmler muss gut strukturiert werden und den Garnelen viele Verstecke bieten. Zur Vergesellschaftung eignen sich am besten robuste, sich schnell vermehrende Garnelen wie die Sulawesi Inlandsgarnele oder diverse Neocaridina-Varianten wie Red Sakura, Blue Dream und Co. Je kleiner die Salmlerart, desto höhere Überlebenschancen haben die Garnelen.

Lebendgebärende
Für ein Gesellschaftsaquarium mit Lebendgebärenden gilt: Je größer das Fischmaul, desto gefährlicher für die Zwerggarnelen. Selbst Guppys und Endler Guppys sollten ebenso wie Platys nur zusammen mit bunten Neocaridina oder Sulawesi Inlandsgarnelen gehalten werden, nicht mit den stressanfälligeren und sich schlechter vermehrenden Bienen-, Tiger- und anderen Weichwassergarnelen.

Kärpflinge und Reisfische
Kleinere Lebendgebärende und kleinere Eier legende Zahnkarpfen kann man gut mit Garnelen halten, ebenso wie die mit ihnen nah verwandten, zu den Kärpflingen gehörenden Reisfische, zu denen auch die beliebten Medaka gehören. Zwerggarnelen in einem Aquarium mit größeren Kärpflingen und Hechtlingen sollten dann allerdings wieder einer robusten, sich gut vermehrenden Art angehören und viele Versteckplätze vorfinden.

Bärblinge und Barben
Kleine Bärblinge (Rasbora-Arten, Perlhuhnbärblinge, Zebrabärblinge und Co.) passen gut zu Garnelen aller Art. Die besonders kleinen Arten sind nahezu uneingeschränkt zur Vergesellschaftung zu empfehlen und passen sogar zu den eher etwas empfindlicheren Bienengarnelen. Robuste Amanogarnelen können sogar mit etwas ruppigen Barben im Aquarium gehalten werden.

Harnischwelse und Zwergpanzerwelse
Mit Aufwuchsfressern wie Antennenwelsen oder Ohrgitterharnischwelsen lassen sich die meisten Zwerggarnelen problemlos halten. Dasselbe gilt auch für Panzerwelse, vor allem für die kleiner bleibenden Arten.

