Die Qual der Wahl. Es gibt so viele tolle Fische, am liebsten würde man ja alle haben. Aber halt, beschränke dich zum Wohl der Fische bei der Auswahl. Je mehr unterschiedliche Arten zusammen in einem Becken leben, desto unvorhersehbarer wird das Zusammenspiel und desto schwieriger ist es, wirklich alle glücklich zu machen. In einer “Fischsuppe” können die einzelnen Arten sich nicht natürlich ausleben.
Die beiden wichtigsten Faktoren bei der Auswahl des Besatzes sind die Wasserparameter und das Verhalten der Fische. Die Größe ist mehr oder weniger selbsterklärend, natürlich kommt kein 30cm Channa in ein Nanobecken. Aber auch darauf gehen wir noch im Detail ein.
Die Wasserparameter sind zumeist gegeben – dein Leitungswasser. Vielleicht hast du aber auch Zugriff auf Regenwasser oder eine Osmoseanlage, hast einen bestimmten Lieblingsfisch und passt deine Wasserwerte entsprechend an, um ihn glücklich zu machen. Das ist super! Nun müssen alle Mitbewohner dazu passend ausgesucht werden.
Die groben Kategorien sind: Wasserhärte, pH-Wert und Temperatur. Dein Besatz sollte sich bei diesen Werten einig sein. Einige Fischarten haben hier einen recht breiten Toleranzbereich, andere sind weniger anpassungsfähig. Nimm dir die Zeit und recherchiere die Bedürfnisse deiner Wunschpfleglinge sorgfältig. So vermeidest du spätere unschöne Überraschungen oder Verluste.
Beachte bei deiner Fischwahl unbedingt das Sozialverhalten der einzelnen Arten. Handelt es sich um Schwarmfische (z.B. Neon), dann solltest du von ihnen zehn oder mehr Tiere halten, damit sie sich wohl fühlen. Bei Einzelgängern (z.B. manchen Welsen) musst du dich auf ein einzelnes Exemplar beschränken, um erhöhten Stress und Verletzungen durch Territorialkämpfe zu vermeiden. Manche Arten leben in Paaren (z.B. Buntbarsch-Arten), andere bilden einen Harem (ein Männchen mit mehreren Weibchen oder umgekehrt). Die Fischgruppenübersicht gibt hier schon Aufschluss, es ist nicht so kompliziert, wie es zu Anfang scheint.
Es macht Sinn, eher die verschiedenen Ebenen des Aquariums mit unterschiedlichen Arten zu besetzen, als beispielsweise mehrere Fischarten, die den mittleren Bereich besiedeln, zu vergesellschaften. Ein übliches System ist ein Schwarm für die Mitte / oben, ein Pärchen wie beispielsweise Labyrinther oder Zwergbuntbarsche und einige Bodenfische wie Panzerwelse oder Schmerlen. Auf diese Weise konkurrieren die Tiere nicht so sehr um Lebensraum.
Manche Vertreter sind aber auch so ruppig, dass sie im Artbecken, also allein, am besten aufgehoben sind.
Natürlich solltest du darauf achten, dass die verschiedenen Arten nicht in einer Räuber-Beute-Beziehung zueinander stehen bzw. dass sie sich untereinander vertragen (z.B. keine großen Skalare mit jungen Neon vergesellschaften, da die kleinen Neon sonst als Futter enden).
Achte auch auf die ausgewachsene Endgröße der Fische. Viele kommen als Jungtiere in den Handel und werden noch wachsen, sodass sie zu groß für das Becken werden könnten. Falsch ist die weit verbreitete Meinung, dass sich Fische der Aquariengröße anpassen. Tiere in zu kleinen Becken sind aufgrund der falschen Haltung gestresst und können einen so genannten Kümmerwuchs entwickeln, was aber auf gar keinen Fall als Anpassung an die Aquariengröße interpretiert werden darf!
Bei der Besatzdichte solltest du dir unbedingt das Motto „weniger ist mehr“ zu Herzen nehmen! Ist der Besatz zu hoch, bedeutet das nicht nur Stress für alle Fische, sondern auch eine höhere Belastung des Wassers. Das biologische Gleichgewicht kann leicht kippen und Krankheiten brechen schneller aus. Haben deine Fische mehr Platz, fühlen sie sich wohler und die Filterkapazität wird nicht überlastet. Orientiere dich beim Kauf auf keinen Fall an den Aquarien, die du im Handel zu sehen bekommst. Hier wird anders besetzt, da die Tiere nur für kurze Zeit und nicht dauerhaft die Becken bewohnen.
Ein größeres Becken gibt dir viel mehr Spielraum beim Besatz und es verzeiht außerdem eher anfängliche Fehler. Bei kleinen Becken musst du mit der Besatzwahl sehr behutsam sein und eher mal verzichten. Setze nicht alle Fische, die du haben willst, auf einmal ein. Du bist ja hoffentlich noch für lange Zeit Aquarianer – halte deine verschiedenen Wunschfische einfach nacheinander. Oder stelle mehrere Aquarien auf 😉
Schau dir im nächsten Kapitel die Fischgruppen an, um eine Übersicht zu bekommen!
Lesezeit: etwa 3 Minuten





















