
Buntbarsche
Nanderbuntbarsch
Altolamprologus compressiceps
- Endgröße: bis 12,5 cm
- Aquarium: ab 240 l
- Temperatur: 24-28 °C
- pH-Wert: pH 8-9
- Wasserhärte: mittel bis hart
- Schwierigkeit: Mittel
Paarweise halten, territorial
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Zierfische, Familie Cichlidae
Redaktion my-fish, aktualisiert am
Altolamprologus sp. „Sumbu shell“ ist eine kleine, wissenschaftlich noch nicht beschriebene Buntbarschform aus dem Tanganjikasee, die im sambischen Seeteil in Feldern leerer Schneckengehäuse lebt und darin laicht. Im Körperbau gleicht sie dem Nanderbuntbarsch (Altolamprologus compressiceps): hochrückig, stark seitlich abgeflacht, mit spitzem, weit vorstreckbarem Maul.

bis 9 cmEndgröße
22-28 °CTemperatur
7-8pH-Wert
ab 112 lAquariengröße
Der deutlichste Unterschied ist die Größe: Wildfänge messen meist um 6 cm, Männchen erreichen im Aquarium etwa 9 cm, der Nanderbuntbarsch dagegen etwa 13 cm. Erwachsene Tiere sind meist heller gefärbt als der Nanderbuntbarsch, grau bis gelblich, oft mit dunklen Querbinden; sehr kleine Jungtiere erscheinen auf den vorliegenden Fotos goldgelb. Von der Perlhuhncichlide (Altolamprologus calvus) unterscheidet sie sich durch den gedrungeneren Körper und den beschuppten Nacken. Ob die Form eine eigene Art oder eine Zwergform des Nanderbuntbarschs ist, ist in der Fachliteratur offen. Sie eignet sich für Halter, die ein Paar in einem Becken ab 80 cm mit vielen leeren Schneckenhäusern pflegen möchten.
Wasserwerte: Ein deutsches Lexikon nennt für die Schneckenhaus-Form 22–28 °C und pH 7,0–8,0. Eine Fachquelle zur Sumbu-Form empfiehlt gleichbleibend hartes, alkalisches Wasser und kräftige Filterung, nennt aber keine Zahlen. Eine Härteangabe für die Form liegt nicht vor. Zum Vergleich: Für den größeren Nanderbuntbarsch werden 24–28 °C, pH 8,0–9,0 und 7–25 °dGH angegeben.
Becken: Ein eingespieltes Paar kommt mit einem Becken ab 80 cm Kantenlänge und 112 Litern aus. Die Form lässt sich auch in größeren Gesellschaftsbecken mit anderen Tanganjika-Cichliden pflegen.
Einrichtung: Feiner Sand als Bodengrund, darauf ausreichend viele leere Schneckengehäuse, die als Versteck und als Laichplatz dienen. Die Öffnung muss so weit sein, dass das Weibchen hineinschlüpfen kann; das Männchen soll nicht hineinpassen, denn genau solche Gehäuse wählt das Weibchen zum Ablaichen.
Am besten paarweise halten. Innerartlich ist die Form mäßig aggressiv, vor allem Männchen untereinander; gegenüber anderen Arten zeigt sie meist wenig Aggression. Das Weibchen verteidigt das Brutgehäuse, das Männchen hilft gelegentlich.
Vergesellschaftung: In größeren Becken passen andere Tanganjika-Cichliden, die ebenfalls hartes, alkalisches Wasser brauchen; Fische aus weichem, saurem Wasser passen wegen der Wasserwerte nicht. Vorsicht mit anderen Schneckenbuntbarschen im kleinen Becken: In einem beschriebenen Nano-Becken von etwa 64 Litern setzten brütende Neolamprologus multifasciatus die Sumbu-Tiere so unter Druck, dass sich diese nur noch versteckten; erst nach dem Herausfangen der Beifische kam es zur Brut. Fischbrut anderer Arten kann gelegentlich gefressen werden, ein ausgeprägter Fischjäger ist die Form aber nicht.
Garnelen: Kleine Krebstiere gehören zur natürlichen Nahrung der Form; bei den beiden großen Arten A. calvus und A. compressiceps sind kleine Garnelen die Hauptbeute. Zwerggarnelen sind daher als Mitbewohner ungeeignet. Zu Schnecken als Mitbewohnern machen die ausgewerteten Quellen keine Angabe.
Fleischfresser (Karnivor). Für die Sumbu-shell-Form werden kleine Krebstiere, Insekten und andere Wirbellose als Nahrung genannt; die beiden großen Arten A. calvus und A. compressiceps erbeuten in der Natur vor allem kleine Garnelen, daneben andere Gliederfüßer und Fischbrut. Im Aquarium nimmt die Form ein breites Futterangebot an: hochwertiges Trockenfutter sowie Frostfutter wie Artemia, Krill und Garnelenfleisch. Für den Nanderbuntbarsch wird von Futterfischen abgeraten.
Die Fortpflanzung verläuft wie beim Nanderbuntbarsch, nur dient statt einer Felsspalte meist ein leeres Schneckengehäuse als Laichplatz. Das Weibchen sucht ein Gehäuse aus, in das das Männchen nicht hineinpasst, und legt dort ein Gelege von meist wenigen Dutzend Eiern ab, deutlich weniger als der Nanderbuntbarsch. Die Brutverteidigung übernimmt überwiegend das Weibchen, das Männchen beteiligt sich gelegentlich.
Aus einem Nano-Becken ist berichtet, dass das Weibchen etwa zehn Tage nach dem Herausfangen störender Beifische für vier bis fünf Tage nicht mehr zu sehen war; danach entdeckte der Halter bei einem Wasserwechsel Jungfische in seinem Gehäuse. Beim Nanderbuntbarsch nehmen freischwimmende Jungfische Artemia-Nauplien.
Die Jungtiere wachsen extrem langsam: Selbst bei sehr guter Fütterung dauert es mindestens zwei Jahre bis zur Geschlechtsreife, und das Wachstum geht danach noch einige Jahre weiter. Angaben zu Zuchttemperatur und Zeitigungsdauer speziell für diese Form liegen in den ausgewerteten Quellen nicht vor.
Endemisch im Tanganjikasee (Ostafrika). Zwergformen der Gattung Altolamprologus leben und laichen an wenigen Stellen in Burundi, Tansania und Sambia in Schneckenhaus-Feldern, also Ansammlungen leerer Schneckengehäuse auf dem sandigen Seeboden. Die Handelsform „Sumbu shell“ stammt aus dem sambischen Seeteil; als Fundorte genannt werden Sumbu und Chimba, wo die Gehäusefelder nahe an Felszonen liegen. Ähnliche schneckenhausbewohnende Zwergformen sind von weiteren Fundorten bekannt, unter anderem Cameron Bay und Cape Kachese, und könnten sich mehrfach unabhängig entwickelt haben. Am Fundort gemessene Wasserwerte liegen in den ausgewerteten Quellen nicht vor.
Einordnung: Die Form ist wissenschaftlich nicht beschrieben. Beschrieben sind in der Gattung drei Arten (A. calvus, A. compressiceps und A. fasciatus). Eine morphologische Untersuchung schneckenhausbrütender Zwerg-Altolamprologus aus Burundi (Gashagaza und Mitautoren, 1995) kam zu dem Schluss, dass es sich um eine Zwergform von A. compressiceps handelt und nicht um eine eigene Art. Eine genetische Studie zur Gattung (Koblmüller und Mitautoren, 2017) bezeichnet den Status als ungeklärt; ihre einzige Probe der Schneckenhaus-Form stammte aus Sumbu und trug einen eigenen mitochondrialen Haplotyp (eine Variante des Erbguts in den Mitochondrien), der sich zu den Altolamprologus derselben Region stellte. Aquaristische Fachquellen führen die Form teils als vermutlich eigene, unbeschriebene Art, teils als Zwergform des Nanderbuntbarschs. Im Handel heißt sie auch Altolamprologus sp. „compressiceps shell“ oder Altolamprologus compressiceps „Sumbu“. Die deutsche Handelsbezeichnung „Schnecken-Compressiceps“ meint die schneckenhausbewohnenden Altolamprologus-Formen insgesamt; die Sumbu-Form ist eine davon.
Weibchen sind stets deutlich kleiner als Männchen: Wildfänge messen meist um 6 cm, Männchen erreichen im Aquarium etwa 9 cm, Weibchen bleiben meist bei höchstens 6 cm. Ein deutsches Lexikon nennt für die Schneckenhaus-Form 4–6 cm. Bauch-, Rücken- und Afterflosse der Weibchen sind kürzer, ihr Bauch wirkt oft runder. Dominante Männchen entwickeln eine zum Teil durchgehende, strahlend blaue Oberlippe.
Wildfänge messen meist um 6 cm, Männchen erreichen im Aquarium etwa 9 cm, Weibchen bleiben meist bei höchstens 6 cm. Der Nanderbuntbarsch wird mit etwa 13 cm deutlich größer und laicht in Felsspalten, die Sumbu-shell-Form dagegen in leeren Schneckengehäusen. Außerdem ist sie meist heller gefärbt, grau bis gelblich.
Ein deutsches Lexikon nennt für die Schneckenhaus-Form 22–28 °C und pH 7,0–8,0; eine Fachquelle zur Sumbu-Form empfiehlt gleichbleibend hartes, alkalisches Wasser, ohne Zahlen. Eine Härteangabe für die Form liegt nicht vor. Zum Vergleich: Für den größeren Nanderbuntbarsch werden 24–28 °C, pH 8,0–9,0 und 7–25 °dGH angegeben.
Für ein Paar ab 80 cm Kantenlänge und 112 Litern. Feiner Sand als Bodengrund und ausreichend viele leere Schneckengehäuse, deren Öffnung das Weibchen, nicht aber das Männchen aufnimmt.
In größeren Becken mit anderen Tanganjika-Cichliden, die hartes, alkalisches Wasser brauchen. Zwerggarnelen sind ungeeignet, weil kleine Krebstiere zur natürlichen Nahrung gehören. Im kleinen Becken können brütende Schneckenbuntbarsche wie Neolamprologus multifasciatus die Tiere verdrängen.
Ja. Das Weibchen laicht in einem Schneckengehäuse, in das das Männchen nicht hineinpasst, und bewacht ein Gelege von meist wenigen Dutzend Eiern. Die Jungtiere wachsen extrem langsam und werden frühestens nach etwa zwei Jahren geschlechtsreif.
Die Form ist Fleischfresser und nimmt im Aquarium hochwertiges Trockenfutter sowie Frostfutter wie Artemia, Krill und Garnelenfleisch an.
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