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Zierfische, Familie Cichlidae

Prinzessin von Burundi

Neolamprologus brichardi

Die Prinzessin von Burundi (Neolamprologus brichardi) wird 7–9 cm (SL) groß und ist ein elegant gebauter Buntbarsch mit feiner Schuppenzeichnung und lyraartiger Flossenform. Die Grundfärbung reicht von hellbeige bis kupferfarben; markant ist eine dunkle schwarze Zeichnung vom Auge bis zum Kiemendeckel, die in einem gelb-orangen Fleck endet.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Gruppenhaltung
  • Territorial
  • Kupferempfindlich
Prinzessin von Burundi (Neolamprologus brichardi)
Quelle Manuel RothFA EFS
  • bis 9 cmEndgröße

  • 8-10 JahreLebenserwartung

  • 23-27 °CTemperatur

  • 8-9pH-Wert

  • 9-25 dGHGesamthärte

  • ab 200 lBeckengröße

Beschreibung

Die Flossen weisen weiße bis bläuliche Ränder auf und sind bei adulten Tieren oft verlängert und filigran ausgezogen. Mehrere Farbmorphen sind bekannt; gelegentlich ist eine Albinoform erhältlich. Im Aquarium zeigen die Fische typisches Verhalten von Kolonie-bildenden Rift-See-Cichliden: sie schwimmen in Gruppenverbänden und nutzen Höhlen, Spalten und Unterstände als Orientierungspunkte. Innerartlich sind sie in der Kolonie meist friedlich und leben in komplexen Sozialgefügen, in denen ältere Tiere jüngere schützen. Gegenüber anderen Arten können sie territorial werden, besonders während der Brutphasen. Eine Besonderheit ist die kooperative Brutpflege (Etagenzucht): Larven und Jungfische werden nicht nur von den Eltern, sondern auch von älteren Geschwistern betreut. Der Art wird gelegentlich auch der Name N. pulcher zugeordnet.

Haltung und Pflege

Wasserwerte: Temperatur 23–27 °C, pH 8,0–9,0, GH 9–25 °dGH. Hartes, alkalisches Wasser ist für diese Tanganjikasee-Art essenziell. Das Aquarium sollte eine Kantenlänge von mindestens 120 cm aufweisen, um ausreichend Platz für Reviere und kooperatives Brutverhalten zu bieten. Die Einrichtung sollte reichlich Versteckmöglichkeiten durch grobe Steinhaufen, Höhlen und etagenartige Strukturen bieten. Als Bodengrund eignet sich feiner Sand; kalziumhaltiger Kies kann die Alkalinität stabilisieren. Offene Schwimmzonen nach oben sind wichtig, da die Art häufig im oberen Bereich des Beckens aktiv ist. Eine moderate Strömung und leistungsfähige Filterung sorgen für gute Wasserqualität. Lebende Pflanzen sind aufgrund des harten Wassers und aktiven Revierverhaltens nur bedingt geeignet; der Schwerpunkt der Gestaltung sollte auf stabilen Felsformationen liegen. Die Prinzessin von Burundi ist aufgrund ihres komplexen Sozialverhaltens und der kooperativen Brutpflege eine lohnende Art für Aquarianer mit Interesse an Riftsee-Cichliden. Steinreiche Einrichtung, alkalische Wasserwerte und artgerechte Gruppenhaltung sind die Schlüssel zum Erfolg.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Neolamprologus brichardi ist ein Gruppenbildner und lebt in der Natur in dichten Kolonien mit ausgeprägter sozialer Struktur. Im Aquarium empfiehlt es sich, mit mehreren Jungfischen zu beginnen, damit sich natürliche Paare herausbilden können. Innerhalb der Kolonie verhalten sich die Tiere vergleichsweise ruhig. Während der Brutzeit steigt die Territorialität stark an: Eltern und oft die gesamte Kolonie verteidigen Höhlen und Jungfische vehement gegen Eindringlinge, auch gegen deutlich größere Arten. Die Art ist daher eher für das Artaquarium geeignet; eine Vergesellschaftung ist nur in ausreichend großen Becken mit klarer Revierstruktur möglich. Schnecken werden toleriert. Zwerggarnelen, insbesondere Jungtiere, sind gefährdet. Geeignete Beifische sind andere Tanganjikasee-Cichliden vergleichbarer Größe wie Julidochromis-Arten sowie friedliche Synodontis. Südamerikanische Weichwasserarten, Corydoras, Otocinclus und Neocaridina-Garnelen sind aufgrund der Wasserchemie ungeeignet.

Ernährung

Neolamprologus brichardi ist ein Allesfresser mit klarer Tendenz zu proteinreicher Nahrung. Lebend- und Frostfutter sollten den Hauptanteil der Ernährung ausmachen: Artemia, Mysis, Cyclops und weiße Mückenlarven sind gut geeignet. Trockenfutter kann ergänzend gegeben werden, sollte aber nicht dominieren. Pflanzliche Komponenten wie Spirulina werden ebenfalls angenommen. Regelmäßige Abwechslung fördert Gesundheit und Farbenpracht.

Zucht

Neolamprologus brichardi ist ein Substratlaicher. Die Zucht ist gut dokumentiert und gilt als einfach bis mittelschwer. Zuchtwasserwerte: Temperatur 25–26 °C, pH 8,0–9,0, GH bis maximal 25 °dGH. Es wird empfohlen, mit einer Gruppe von mindestens sechs Jungfischen zu beginnen, damit sich Paare natürlich bilden. Das Weibchen legt die Eier in Höhlen ab, beide Eltern beteiligen sich an der Brutpflege mit klarer Arbeitsteilung: das Weibchen pflegt die Eier, das Männchen verteidigt die Umgebung. Geleggrößen liegen bei bis zu 200 Eiern (in der Praxis oft weniger). Die Eier schlüpfen nach etwa 2–3 Tagen; die Jungfische werden nach rund sieben Tagen freischwimmend. Die Erstnahrung besteht aus Artemia-Nauplien und feinem Staubfutter. Neben den Eltern beteiligen sich oft ältere Geschwister an der Pflege der Brut. Zur Konditionierung eignen sich Artemia, Mysis und Mückenlarven.

Zuchtwasser: 25 bis 26 °C, pH 8 bis 9, bis 25 dGH

Natürlicher Lebensraum

Neolamprologus brichardi ist endemisch im Tanganjikasee, Ostafrika, und dort weit verbreitet an felsigen Küstenabschnitten mit zahlreichen Spalten und Höhlen. Diese Strukturen bieten Verstecke, Laichplätze und Revierräume für die Kolonien. Das Wasser ist klar und stark alkalisch. Als Bodengrund finden sich sandige bis feinkiesige Bereiche. Die Strömung an den Uferbereichen ist mäßig.

Geschlechtsunterschiede

Der Geschlechtsdimorphismus ist gering ausgeprägt. Männchen werden minimal größer und können etwas längere Flossenfilamente ausbilden; diese Unterschiede sind subtil. Eine sichere Unterscheidung gelingt in der Laichzeit anhand der Genitalpapillen: beim Weibchen ist die Papille rundlicher und größer.

Gut zu wissen

  • Kooperative Brutpflege (Etagenzucht): Jungfische werden von Eltern und älteren Geschwistern betreut
  • Substratlaicher in Höhlen und Spalten
  • Stark auf Höhlen und Verstecke angewiesen
  • Mehrere Generationen können in einer Kolonie zusammenleben
  • Stark territorial während der Brutpflege
  • Feine, lyraförmig verlängerte Flossen bei adulten Tieren
  • Junggarnelen gefährdet, Schnecken toleriert
  • Springrisiko gering, dennoch Abdeckung empfohlen

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht die Prinzessin von Burundi?

Neolamprologus brichardi benötigt hartes, alkalisches Wasser: Temperatur 23–27 °C, pH 8,0–9,0 und GH 9–25 °dGH. Stabile alkalische Wasserwerte sind essenziell für diese Tanganjikasee-Art.

Mit welchen Fischen kann man den Prinzessin von Burundi vergesellschaften?

Die Art ist eher für das Artaquarium geeignet. In ausreichend großen Becken mit klarer Revierstruktur sind andere Tanganjikasee-Cichliden wie Julidochromis und Synodontis möglich. Südamerikanische Weichwasserarten sind ungeeignet.

Kann man den Prinzessin von Burundi im Aquarium züchten?

Die Zucht ist gut dokumentiert und einfach bis mittelschwer. Bei alkalischem Wasser (pH 8–9, 25–26 °C), zahlreichen Höhlen und guter Fütterung laichen die Tiere regelmäßig. Die Brutpflege ist kooperativ – auch ältere Geschwister beteiligen sich.

Wie groß muss das Aquarium für den Prinzessin von Burundi sein?

Mindestens 120 cm Kantenlänge für eine Kolonie. Die Einrichtung braucht reichlich Steinhaufen, Höhlen und etagenartige Strukturen. Feiner Sand als Bodengrund und offene Schwimmzonen nach oben sind wichtig.

Hinweis zu den Daten

Disclaimer

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Fragen und Erfahrungen

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Passt ins Becken dazu

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Zwerg-Fiederbartwels

Welse

Zwerg-Fiederbartwels

Synodontis lucipinnis

  • Endgröße: 8-10 cm
  • Becken: ab 200 l
  • Temperatur: 23-27 °C
  • pH-Wert: pH 7,5-9
  • Wasserhärte: mittel bis hart
  • Schwierigkeit: Mittel

Aus Ostafrikanische Grabenseen, Wasserwerte passen

Nanderbuntbarsch

Buntbarsche

Nanderbuntbarsch

Altolamprologus compressiceps

  • Endgröße: bis 12,5 cm
  • Becken: ab 240 l
  • Temperatur: 24-28 °C
  • pH-Wert: pH 8-9
  • Wasserhärte: mittel bis hart
  • Schwierigkeit: Mittel

Aus Ostafrikanische Grabenseen, Wasserwerte passen

Gelber Schlankcichlide

Buntbarsche

Gelber Schlankcichlide

Julidochromis ornatus

  • Endgröße: bis 8,5 cm TL
  • Becken: ab 112 l
  • Temperatur: 23-27 °C
  • pH-Wert: pH 7,5-9
  • Wasserhärte: mittelhart bis sehr hart
  • Schwierigkeit: Einfach

Aus Ostafrikanische Grabenseen, Wasserwerte passen

Heringscichlide

Buntbarsche

Heringscichlide

Cyprichromis leptosoma

  • Endgröße: 12 cm
  • Becken: ab 450 l
  • Temperatur: 24-27 °C
  • pH-Wert: pH 7,8-9
  • Wasserhärte: mittelhart bis sehr hart
  • Schwierigkeit: Mittel

Aus Ostafrikanische Grabenseen, Wasserwerte passen

Ähnliche Arten

Aus der Gruppe Buntbarsche, ähnlich groß.

Alle Zierfische
Kaiserin von Zambia

Buntbarsche

Kaiserin von Zambia

Neolamprologus pulcher

  • Endgröße: 10 cm
  • Becken: ab 240 l
  • Temperatur: 24-27 °C
  • pH-Wert: pH 8-8,6
  • Wasserhärte: mittel bis hart
  • Schwierigkeit: Mittel

In der Gruppe halten, territorial

Zweistreifen-Zwergbuntbarsch

Buntbarsche

Zweistreifen-Zwergbuntbarsch

Apistogramma bitaeniata

  • Endgröße: bis 9 cm
  • Becken: ab 54 l
  • Temperatur: 22-29 °C
  • pH-Wert: pH 4,5-7
  • Wasserhärte: weich
  • Schwierigkeit: Mittel

Haremshaltung, friedlich

Bolivianischer Schmetterlingsbuntbarsch

Buntbarsche

Bolivianischer Schmetterlingsbuntbarsch

Mikrogeophagus altispinosus

  • Endgröße: bis 8 cm
  • Becken: ab 112 l
  • Temperatur: 22-26 °C
  • pH-Wert: pH 6-7,5
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Mittel

Paarweise halten, territorial

Haplochromis obliquidens

Buntbarsche

Haplochromis obliquidens

Haplochromis obliquidens

  • Endgröße: bis 8,9 cm SL
  • Becken: ab 170 l
  • Temperatur: 24-26 °C
  • pH-Wert: pH 8,5-9
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Mittel

Haremshaltung, territorial

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