Start des Projekts 07.01.2013
Zuchtgrund
Die Vermehrung dieser Art ist nicht so einfach wie bei den meisten anderen,
handelsüblichen Panzerwelsen, daher hat sie mich gereizt.
Zuchttiere
4.6
Zuchtaufbau
Zur Vermehrung kam ein eigens für Corydoras haraldschultzi eingerichtetes Becken mit den Standardmaßen 100x40x40 (LxBxH). Bodengrund war natürlich feiner Sand, den ich passenderweise direkt vom Strand nehmen konnte. Bezüglich der Einrichtung entschied ich mich gegen die bekannte, sehr karge Variante und habe Holunderäste sowie Vallisneria gigantea, Echinodorus sp. „Ozelot“ und eine Cryptocorynen – Art eingesetzt. Trotzdem ist genug freier Schwimmraum vorhanden und durch die Holunderäste ist auch ausreichend Deckung geboten.
Wasserwerte
Temperatur: 27° C,
Gh: 8°
Kh: 4°
pH: 7.6 (zur Vermehrung gesenkt auf ca. 6.0)
NO3: ~40mg/l
NO2: nicht nachweisbar
Futter
Corydoras sind Allesfresser, demnach abwechslungsreich sieht auch meine Fütterung aus. Sie bekommen verschiedene Flocken- und Tablettenvarianten. Beliebt sind auch zermatschte, vorher gekochte Hartweizennudeln. Für den Laichansatz empfiehlt sich eine großzügige Fütterung mit reichhaltigem Frostfutter. Alles was klein genug ist um von den Panzerwelsen aufgesaugt zu werden wird angenommen. Zusätzlich füttere ich, vor allem im Sommer, auch Lebendfutter aus der Regentonne.
Futtertierzucht
Für meine Panzerwelse stelle ich im Garten im Frühjahr Mörtelwannen mit großer
Oberfläche auf, zusätzlich kann man auch Regentonnen nutzen, die in fast jedem Garten
stehen. Sobald es warm ist, finden sich in den Wannen verschiedene Insektenlarven. Diese
keschere ich mit einem feinen Sieb mehrmals die Woche heraus, wasche sie ab und gebe
sie direkt ins Aquarium. Die „Futterwolke“ verteilt sich schnell im Aquarium und die
Panzerwelse werden sofort aktiv und suchen gezielt nach dem Lebendfutter.
Weitere Beschreibung
Die Geschlechter sind bei Corydoras – Arten sehr einfach zu unterscheiden, zumindest
wenn die Tiere ausgewachsen sind. Männchen sind etwas kleiner und schlanker als die
Weibchen, die insbesondere kurz vor dem Ablaichen durch ihre Fülle auffallen. Um meine
Exemplare zu stimulieren habe ich über drei Wochen sehr ausgiebig gefüttert bis ein
deutlicher Laichansatz erkennbar war. Die bis dahin wöchentlich durchgeführten
Wasserwechsel wurden nun verdreifacht und jeden zweiten Tag wurde die Hälfte des
Wassers gewechselt. Das kam auch den anderen Beckeninsassen zu Gute. Das
Wechselwasser war immer etwas kälter temperiert als das Aquarienwasser, so, dass die
Temperatur für einige Stunden auf bis zu 22° C absank. Bereits nach dem dritten
Wasserwechsel konnte ich reges Treiben in der Gruppe erkennen. Nach jedem
Wasserwechsel werden Panzerwelse aktiv, nun machten aber drei Männchen Jagd auf zwei
Weibchen. Diese beiden waren jene, die auch den größten Laichansatz zeigten. Nach
einigen Runden durch das Aquarium erreichten die Männchen ihr Ziel und brachten sich
und das Weibchen in die „T-Stellung“. Dabei stellen sie sich quer vor das Weibchen und
halten ihre Barteln mit den Pectoralflossen fest. Nun wird das Sperma abgegeben. Das
Weibchen hält die Eier in einer Tasche fest, die sie mit Hilfe ihrer Bauchflossen formt.
Sobald das Männchen los lässt, werden die Eier an Substrat geklebt. Oft wird das
ausgewählte Substrat vorher noch geputzt. Pro Ablaichvorgang können bis zu vier Eier
abgegeben werden. Der Ablaichvorgang kann mit Unterbrechungen einige Stunden
anhalten.
Nun steht man vor der Frage, ob man die Eier im Aquarium belässt oder sie künstlich
erbrüten möchte. Es kommt häufig vor, dass die Elterntiere ihre eigenen Eier später
auffressen, eine große Anzahl an Jungfischen erhält man also am ehesten, wenn man das
Becken absucht und die Eier entfernt. Da sie eine äußerst robuste Schale haben, kann man
sie einfach mit dem Finger abrollen und dann in einen Inkubator oder Einhängekasten
überführen. Die Eier sollten unbedingt in bewegtem Wasser mit hohem Sauerstoffgehalt
liegen um ein Verpilzen möglichst zu vermeiden. Nach drei bis fünf Tagen beginnt dann der
Schlupf. Von nun an nehmen die Jungwelse Microwürmchen, Artemia – Nauplien und fein
geriebenes Flockenfutter. Wichtig ist eine gute Hygiene im Aufzuchtbehälter, so sollte sich
beispielsweise kein Biofilm auf dem Boden bilden. Das kann man durch tägliches Abpinseln
und Absaugen verhindert werden. Die Aufzucht ist bei gutem Futter kein großes Problem.
Weitere Bilder


























Gibt es auch Fotos von den Eiern und Kleinen? Füge doch mal einige Updates hinzu.
Glückwunsch ! Einer meiner Favoriten, den ich irgendwann auch mal pflegen will. Im Handel fast nicht zu bekommen.
Gruß
Ralf
Sehr schön!!! Aber das ist nicht Level 1, alleine die aufwändige Fütterung, häufige Wasserwechsel und das sauberhalten der Aufzuchtbecken spricht doch eher für Level 2 oder sogar 3.