Garnelenhaltung für Einsteiger
Garnelen passen auch in Nanoaquarien mit mindestens 20 Litern, nur schwimmfreudige Garnelen wie Amanos (Caridina multidentata) brauchen mindestens 60 cm Kantenlänge. Als Gruppentiere sollten Garnelen ab 10 Tieren pro Art gehalten werden. Füttern Sie zurückhaltend, und seien Sie konsequent beim Wasserwechsel — dann funktioniert’s auch mit dem Nano.


Die meisten Zwerggarnelen kommen bei Zimmertemperatur (16 bis 24 °C) gut zurecht. Für Einsteiger werden gern die unempfindlicheren Neocaridina empfohlen. Sie mögen härteres Wasser und haben in Leitungswasser meist keine Probleme. Kritisch für diese Garnelen können allerdings manche Inhaltsstoffe des Leitungswassers werden: Chlor, Kupfer, Silber etc. werden nicht vertragen. Ein Wasseraufbereiter kann diese Stoffe unschädlich machen. Chlor lässt sich auch durch Wasserbewegung austreiben — dazu füllt man das Wasser einfach über die Duschbrause ab. Steht das Wasser längere Zeit in den Leitungen, kann Kupfer darin gelöst sein. Lassen Sie es daher erst ein paar Minuten ablaufen und entnehmen Sie es kalt. Lassen Sie es vor dem Wasserwechsel auf Raumtemperatur kommen.



Arten wie die Bienengarnele stammen dagegen aus Biotopen mit weichem, leicht saurem Wasser. Halten kann man diese Garnelen auch in härterem Wasser, oft gibt es dann aber Probleme mit dem Nachwuchs, oder die Tiere werden krank. Im Aquarium hat sich für sie eine Gesamthärte (GH) von ca. 6 bei einer Karbonathärte (KH) von 0-3 bewährt. Ein solches Wasser kommt in den wenigsten Regionen aus der Leitung. Die Lösung ist hier Osmosewasser, das mit einem für Weichwassergarnelen passenden Aufhärtesalz auf die entsprechenden Werte gebracht wurde.
Diese Salze gibt es auch für Neocaridina. Sie sind sinnvoll, wenn das Leitungswasser ungeeignet ist, weil es zum Beispiel zu viel Nitrat enthält oder gegen Keimbelastung gechlort wird.
Bei Standard-Innenfiltern ist das Filterrädchen oft offen im Gehäuse montiert, kleine Garnelen finden dort ein schnelles Ende. Mit einem über die Schlitze gezogenen Nylonstrumpf kann man diese Filter sichern, allerdings finden die winzigen Junggarnelen selbst dann immer wieder den Weg hinein. Diese Sicherungen verstopfen zudem schnell. Besser ist ein speziell für Garnelen ausgelegter Innenfilter, in dem das Filterrad so verbaut ist, dass die Tiere auch dann nicht damit in Kontakt kommen, wenn sie doch einmal in den Filter gelangen.
Außen- und Rucksackfilter lassen sich mit einem Stück feinem Filterschwamm am Ansaugkorb einfach “entschärfen”. Noch ein Plus: Sie nehmen im Aquarium keinen Platz weg.

Auch Schwammfilter eignen sich für Garnelenaquarien, ebenso wie Hamburger Mattenfilter. Man kann den letzteren fertig kaufen oder aus Kabelkanälen, einer feinen Filtermatte und einer Pumpe selbst bauen.
Egal, für welche Filterart man sich entscheidet: Er muss 24 Stunden durchlaufen. Die Filterbakterien können nur Schadstoffe abbauen, wenn sie permanent von sauerstoffhaltigem Wasser umströmt werden. Wenn fast kein Wasser mehr durchkommt, wird er gereinigt. “Dichte” Filtermatten wäscht man unter dem Wasserhahn oder in einem Eimer mit Aquarienwasser kalt aus, damit die nützlichen Bakterien erhalten bleiben.
Naturkies und mit Kunstharz ummantelter Garnelenkies eignet sich gut als Bodengrund. Für Garnelen aus weichem Wasser kann man auf aktiven Soil zurückgreifen, der die Wasserwerte garnelenfreundlich macht.

Wurzeln sind eine tolle Dekoration fürs Garnelenaquarium. Manche treiben erst oben, sie werden einfach mit einem Stein beschwert oder einige Wochen vor der Aquarieneinrichtung gewässert. Irgendwann saugen sie sie sich voll und bleiben unten. Wurzeln können eine Zeitlang das Wasser bräunlich verfärben, den Bewohnern schadet das nicht.
Auch Steine sehen im Garnelenaquarium klasse aus. Um zu prüfen, ob ein Stein das Wasser aufhärtet, beträufelt man ihn mit Essigessenz oder Zitronensäure. Bildet sich Schaum, enthält er Kalk und sollte nicht in einem Aquarium mit weichem Wasser verwendet werden.

In konventionell erzeugten Pflanzen können Pestizide vorhanden sein, mit denen sie vor dem Export ungezieferfrei gemacht werden. Wässern Sie sie zwei Wochen separat, damit sich die für Garnelen giftigen Stoffe abbauen können: Entfernen Sie dazu die Steinwolle an den Wurzeln, achten Sie auf gutes Licht und wechseln Sie das Wasser regelmäßig. Leider hilft Wässern nicht gegen Mitbewohner wie Schnecken oder Würmer, daher sollten die Pflanzen vor und nach der Quarantäne für 20-30 Sekunden in stark sprudelndes Mineralwasser getaucht werden. Eine Alternative sind im Labor gezogene InVitro-Pflanzen. Sie kommen weder mit Algen, Schädlingen oder Pestiziden in Kontakt.
Nach Dosierungsanleitung verwendeter Aquariendünger hat keine negativen Folgen für Garnelen.
Braunes Herbstlaub von heimischen Bäumen ist ein gutes Vorratsfutter für die Wirbellosen und gibt wertvolle Huminstoffe ans Wasser ab. Zwei bis drei Blätter sollten immer im Aquarium liegen. Erlenzäpfchen und Seemandelbaumblätter erfüllen einen ähnlichen Zweck. Garnelen fressen außerdem Algenaufwuchs, Bakterienbeläge, Kleinstlebewesen, … Beim Zufutter sollte der Proteinanteil nicht über 40% liegen, damit Häutungsprobleme vermieden werden.
Das Aquarium sollte einige Zeit ohne Tiere laufen, damit sich die Bakterien vermehren, die Nitrit abbauen. Der Nitritwert sinkt ab, wenn die Bakterien richtig arbeiten. Dann kann besetzt werden.
Ein wöchentlicher Wasserwechsel von ca. 10 bis 20% hat sich bei Garnelen bewährt. Wird stark gedüngt und gefüttert, kann man die Wechselmenge auf 50% erhöhen.


