
Flossensauger
Borneo-Flossensauger
Gastromyzon borneensis
- Endgröße: bis 7,3 cm SL
- Aquarium: ab 112 l
- Temperatur: 20-26 °C
- pH-Wert: pH 6,5-7,5
- Wasserhärte: weich
- Schwierigkeit: Mittelschwer
In der Gruppe halten, friedlich
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Zierfische, Familie Gastromyzontidae
Redaktion my-fish, aktualisiert am
Gastromyzon zebrinus ist ein flacher Flossensauger aus der Familie Gastromyzontidae, den Tan Heok Hui 2006 in seiner Revision der Gattung beschrieben hat. Die Art erreicht bis 7,5 cm Gesamtlänge, FishBase nennt 6,1 cm Standardlänge (Länge ohne Schwanzflosse).

bis 7,5 cmEndgröße
20-24 °CTemperatur
6-7,5pH-Wert
1-12 °dGHGesamthärte
ab 112 lAquariengröße
Nach der Beschreibung ist der Körper schwarz, über den Rücken laufen 11 bis 13 dünne cremefarbene Querbänder, der Kopf trägt von oben viele feine cremefarbene Punkte. Die Zeichnung schwankt allerdings stark: Es gibt dunkelbraune bis graue Tiere mit hellen oder gelben Bändern, und bei manchen Tieren zerfallen die Bänder am Kopf und Vorderkörper zu Punkten, alle hier gezeigten Tiere hat Tan Heok Hui als G. zebrinus bestimmt. Am Grund halten sich die Tiere mit Unculi (verhornten Fortsätzen) an den Rändern der Brust- und Bauchflossen. Sehr ähnlich ist G. stellatus aus Sarawak, das meist feine gelbe Punkte und Flecken statt Bänder trägt und 66 bis 69 statt 58 bis 62 Seitenlinienschuppen hat, wegen der Zwischenformen werden beide Arten oft verwechselt. G. zebrinus ist nur aus dem oberen Sambas-Fluss in West-Kalimantan bekannt und eignet sich für Aquarianer, die ein eingefahrenes, stark durchströmtes und sauerstoffreiches Becken mit bewachsenen Steinen dauerhaft bieten können.
Für die Haltung werden 20-24 °C, pH 6,0-7,5 und eine Gesamthärte von 1-12 °dGH empfohlen, dieselben Werte stehen bei der Quelle auch für andere Gastromyzon-Arten. Wärmeres Wasser wird vertragen, solange der Sauerstoffgehalt hoch bleibt. Ein zweites englischsprachiges Artprofil nennt ebenfalls 20-24 °C, aber pH 7,0-8,0 und höchstens 12 °dH, und beschreibt die Pflege aller Gastromyzon-Arten als weitgehend gleich. Frank Schäfer nennt für alle Gastromyzon-Arten 22-28 °C und rät zu mittleren Werten. Sehr weiches, saures Wasser wie in der Natur ist laut Schäfer im Aquarium nicht unbedingt nötig, während der Eingewöhnung kann eine Annäherung daran aber sinnvoll sein. Ein Becken ab 80 cm Kantenlänge und 112 Litern reicht für eine Gruppe. Entscheidend sind sauberes, sauerstoffreiches Wasser und kräftige Strömung: Der Filter sollte überdimensioniert sein und das Beckenvolumen möglichst 10- bis 15-mal pro Stunde umwälzen, zusätzliche Strömungspumpen oder Ausströmer helfen dabei. Als Boden eignen sich Kies, Sand oder eine Mischung aus beidem, darauf kommt eine Lage wassergerundeter Steine und Kiesel in verschiedenen Größen. Altes Holz ist möglich, neues gibt Gerbstoffe ab, die das Wasser färben und Licht schlucken. Die Beleuchtung sollte kräftig sein, damit Algen und Aufwuchs wachsen. Pflanzen sind nicht nötig, weil sie am Naturstandort selten sind. Im Aquarium kommen robuste Gattungen wie Microsorum, Crinum und Anubias am besten zurecht, Microsorum und Anubias lassen sich auf Steinen oder Holz befestigen. Aufwuchs darf außer an der Frontscheibe überall stehen bleiben, offene Filterschwämme werden ebenfalls abgeweidet. Regelmäßige Teilwasserwechsel sind Pflicht. Die Art braucht stabile Wasserwerte und darf nur in ein biologisch eingefahrenes Becken. Die Abdeckung muss dicht schließen, weil die Tiere an Glas hochklettern. Importtiere sind oft stark abgemagert: Solche Fische brauchen anfangs ständig geeignetes Futter und ein Becken ohne Nahrungskonkurrenten.
G. zebrinus ist sehr friedlich. Tiere der Gattung leben in der Natur in lockeren Ansammlungen, deshalb sollten mindestens 4 Tiere zusammen gehalten werden. Bis zu einem gewissen Grad sind sie territorial: Einzelne Tiere verteidigen ihren Platz stärker als andere, oft ist es eine gute Fressstelle. Für die Gattung wird beschrieben, dass Rangeleien untereinander harmlos verlaufen und andere Arten nicht beachtet werden. Die Ansprüche an das Becken schränken die Auswahl der Mitbewohner ein. Infrage kommen kleine Freiwasserfische wie Tanichthys, Danio und Rasbora, strömungsliebende Grundeln der Gattungen Rhinogobius, Sicyopterus und Stiphodon sowie rheophile (strömungsliebende) Welse wie Glyptothorax, Akysis und Hara. Einige Schmerlen und andere Flossensauger passen ebenfalls, andere nicht, das muss je Art geprüft werden. Ungeeignet sind deutlich größere, aggressive oder territoriale Fische und alle, die stark um den Aufwuchs konkurrieren. Zu Garnelen machen die ausgewerteten Quellen keine Aussage. In einem Zuchtbecken mit G. monticola lebten zugleich viele Turmdeckelschnecken.
G. zebrinus ist ein Aufwuchsfresser. Gastromyzon-Arten schaben mit einer hornigen Lippenleiste Aufwuchs von Steinen und Wurzeln ab. Was sie dabei vor allem aufnehmen, wird unterschiedlich angegeben: Ein englischsprachiges Artprofil nennt großteils Algen mit den darin lebenden Kleinstorganismen, Frank Schäfer schreibt, es gehe den Tieren weniger um Algen als um Mikrolebewesen. Auch beim Futter im Aquarium weichen die Angaben voneinander ab. Laut Schäfer lassen sich die Fische mit allen möglichen Futtersorten gut ernähren, am besten bekommen ihnen kleine Frostfuttersorten. Die Artprofile nennen gutes Flocken- und Trockenfutter, sinkende Futtertabletten, Algentabletten, Rote Mückenlarven, Mysis sowie überbrühten Spinat und Grünkohl. Eines davon warnt vor inneren Problemen bei zu viel Eiweiß. Gut geeignet ist selbst hergestelltes Gelatinefutter mit hohem Anteil an frischem Gemüse und Spirulina (Blaualgenpulver). Für die dauerhafte Haltung sind ein eingefahrenes Becken und viele algenbewachsene Steine am wichtigsten. Bevorzugt werden Kieselalgen und weiche Grünalgen, zähe Rotalgen wie Pinselalgen weniger. Reicht der Aufwuchs nicht, lassen sich in einem kleinen, hell beleuchteten Nebenbecken Steine bewachsen und im Wechsel einsetzen.
Die Art wurde nach den ausgewerteten Quellen im Aquarium noch nicht nachgezüchtet. Soweit bekannt laichen Gastromyzon-Arten über grobem Kies, der Laich entwickelt sich im Lückensystem zwischen den Steinchen, Brutpflege gibt es nicht. Die einzigen in den ausgewerteten Quellen genannten Beobachtungen aus der Gattung stammen von dem deutschen Aquarianer Philipp Dickmann (2001), keine davon betrifft G. zebrinus. Ein Paar von G. scitulus (damals als G. punctulatus bestimmt) laichte in einem 30-Liter-Becken ohne Bodengrund und Filter, aber mit starker Belüftung, nach reichhaltiger Fütterung, langsamer Erwärmung auf 28 °C (zeitweise ungewollt bis 32 °C) und anschließenden kühlen Wasserwechseln auf 25 °C. Dabei gab es mindestens 100 sehr kleine Eier (unter 1 mm), die absanken und nicht klebten. Die Jungfische schlüpften nach etwa 3 Tagen, waren rund 3 mm lang, lichtscheu und brauchten Infusorien (mikroskopisch kleine Einzeller als Erstfutter), sie starben aber nach 3 Wochen, als faulende Pflanzen das Wasser belasteten. Bei als G. monticola bestimmten Tieren erschienen in einem 160-Liter-Becken mit grobem Kies, ohne Filter, mit starker Belüftung, 24 °C und einer Gesamthärte von 10-12 °dGH über 12 Monate immer wieder einzelne Jungfische. Zuchtwasserwerte für G. zebrinus selbst liegen nicht vor.
G. zebrinus ist nur aus dem oberen Sambas-Fluss bei Bengkayang in der indonesischen Provinz Kalimantan Barat (West-Kalimantan) auf Borneo bekannt. Als Fundort der Typusserie (die Tiere, nach denen die Art beschrieben wurde) gilt Bengkayang, etwa 60 bis 70 km von der Grenze zu Sarawak entfernt, die Tiere wurden dort von Zierfischfängern gekauft. Die nah verwandte Art G. stellatus lebt jenseits eines Ausläufers des Müller-Gebirges in den Flusssystemen Sarawak, Sadong und Lupar in Sarawak. Für die Gattung gilt: Die Tiere leben in flachen, schnellen Bächen mit klarem, sauerstoffgesättigtem Wasser, meist in Stromschnellen und Fließstrecken, oft ober- oder unterhalb von Kaskaden und Wasserfällen, nachgewiesen vom Meeresspiegel bis 1.350 m Höhe. Der Grund besteht aus Kies, Steinen, Felsblöcken oder Fels mit dichtem Aufwuchs. Wasserpflanzen sind selten, am häufigsten sind die Tiere in halb oder ganz beschatteten Abschnitten. Sie sitzen meist mit dem Kopf gegen die Strömung neben, hinter oder unter Steinen. Für die Gattung wird das Wasser in der Natur als sehr weich und oft sauer beschrieben, am Fundort von G. zebrinus gemessene Wasserwerte liegen in den ausgewerteten Quellen nicht vor. Die IUCN führt die Art seit der Bewertung von 2019 als potenziell gefährdet (Near Threatened).
Erwachsene Weibchen sind deutlich kräftiger gebaut und oft etwas größer als die Männchen. Am besten ist der Unterschied von oben oder von unten durch die Scheibe zu erkennen. Für die Gattung wird außerdem eine große Drüsenschuppe am Ansatz der Bauchflosse beim Männchen genannt, für G. zebrinus ist das nicht eigens belegt.
Die Art erreicht bis 7,5 cm Gesamtlänge. FishBase nennt 6,1 cm Standardlänge (Länge ohne Schwanzflosse). Weibchen sind oft etwas größer als Männchen. Für eine Gruppe reicht ein Becken ab 80 cm Kantenlänge und 112 Litern. Es muss eingefahren sein, stark durchströmt werden und eine dicht schließende Abdeckung haben.
Empfohlen werden 20-24 °C, pH 6,0-7,5 und 1-12 °dGH, dieselben Werte stehen bei der Quelle auch für andere Gastromyzon-Arten. Eine deutsche Fachangabe nennt 22-28 °C und rät zu mittleren Werten. Wichtig sind vor allem sehr sauberes, sauerstoffreiches Wasser und starke Strömung.
G. zebrinus ist sehr variabel gezeichnet. Neben durchgehenden Querbändern kommen Tiere vor, deren Bänder am Kopf und Vorderkörper zu Punkten zerfallen. Die ähnliche Art G. stellatus zeigt ebenfalls Zwischenformen, deshalb ist die Bestimmung am lebenden Tier manchmal schwierig.
Geeignet sind kleine Freiwasserfische wie Tanichthys, Danio und Rasbora sowie strömungsliebende Grundeln und kleine Welse. Deutlich größere, aggressive oder um Aufwuchs konkurrierende Fische passen nicht. Von der Art selbst sollten mindestens 4 Tiere gehalten werden.
Hauptsächlich Aufwuchs von Steinen. Dazu kommen gutes Trockenfutter, kleine Frostfuttersorten, Rote Mückenlarven und Gelatinefutter mit Gemüse und Spirulina. Kleine Frostfuttersorten gelten als gut bekömmlich, zu eiweißreich sollte die Ernährung nach einer Fachquelle aber nicht sein.
Eine Nachzucht von G. zebrinus ist in den ausgewerteten Quellen nicht bekannt. Für die Gattung gibt es Beobachtungen an anderen Arten: Soweit bekannt wird über grobem Kies abgelaicht, Brutpflege gibt es nicht.
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