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Rotalgen – Rhodophyta (Pinsel- und Bartalgen)

Rotalgen – Rhodophyta (Pinsel- und Bartalgen)

Pinselalgen gehören meist zur Gattung Audouinella, bzw. Rhodochorton (je nach Autor). Unzählige Anfragen betreffen speziell diese Gruppe von Algen. Eigentlich etwas unverständlich, denn hier liegt noch viel mehr als bei anderen Algenarten auf der Hand, warum sie entstehen, wo sie sich bevorzugt ansiedeln und warum sie sich so ungehindert ausbreiten können. Foto: Kaufmann
Pinselalgen gehören meist zur Gattung Audouinella, bzw. Rhodochorton (je nach Autor). Unzählige Anfragen betreffen speziell diese Gruppe von Algen. Eigentlich etwas unverständlich, denn hier liegt noch viel mehr als bei anderen Algenarten auf der Hand, warum sie entstehen, wo sie sich bevorzugt ansiedeln und warum sie sich so ungehindert ausbreiten können.
Foto: Kaufmann
Es gibt etwa 5000 – 5500 Arten von Rotalgen, davon aber nur etwa 150 Arten aus etwa 20 Gattungen im Süßwasser. Der absolut größte Teil der Rotalgen lebt also im Meer. Die wenigen Arten in unseren Aquarien gehören allerdings zu den hartnäckigsten Arten, deren erfolgreiche Bekämpfung verhältnismäßig viel Mühe bereitet. Scheut man aber ein wenig Arbeit nicht und bringt den Mut auf, befallene Blätter oder auch ganze Pflanzen mit starkem Befall zu entfernen, so sind auch Rotalgen relativ schnell und einfach zu beseitigen. Im Süßwasseraquarium kommen im Wesentlichen zwei Arten sehr häufig vor: Audouinella sp., bzw. Rhodochorton sp. (Pinselalgen) und Compsopogon sp. (Bartalgen). Diese Arten verankern sich mit speziellen Basiszellen auf Blättern von Pflanzen und Dekorationsgegenständen. Bei der mechanischen Entfernung reißt man meist die Zellfäden auseinander und aus den verbleibenden Basiszellen wachsen neue, sich weiter verzweigende Fäden heran.
Pinselalgen können recht unterschiedlich gefärbt sein. Die Palette reicht von graugrün bis fast vollkommen schwarz. Die hier gezeigte schwarze Art konnte leider noch nicht sicher bestimmt werden, dürfte jedoch auch zur Gattung Audouinella gehören. Foto: Kaufmann
Pinselalgen können recht unterschiedlich gefärbt sein. Die Palette reicht von graugrün bis fast vollkommen schwarz. Die hier gezeigte schwarze Art konnte leider noch nicht sicher bestimmt werden, dürfte jedoch auch zur Gattung Audouinella gehören.
Foto: Kaufmann
Dieses Bild zeigt die sattsam bekannte Wuchsform der Bartalge Compsopogon. Foto: Kaufmann
Dieses Bild zeigt die sattsam bekannte Wuchsform der Bartalge Compsopogon.
Foto: Kaufmann
Pinselalge Foto: Kaufmann
Pinselalge
Foto: Kaufmann
Mikroskopisch betrachtet ist Compsopogon sp. unverwechselbar. Im Aquarium kann es jedoch leicht zu Verwechslungen kommen. Foto: Kaufmann
Mikroskopisch betrachtet ist Compsopogon sp. unverwechselbar. Im Aquarium kann es jedoch leicht zu Verwechslungen kommen.
Foto: Kaufmann
  CO2-Mangel, hauptsächlich langsam wachsende Pflanzenarten, also keine ernstzunehmende Konkurrenz, viel zu viele verwertbare Nährstoffe bei gleichzeitigem Spurenelementmangel, weil gemessen am Fischbesatz viel zu wenig und viel zu selten Wasserwechsel durchgeführt wird, aber oft gerade wegen der Algenplage die Düngung eingestellt wird. Pinselalgen und die auf dem obersten Bild zu sehenden Punktalgen siedeln ausschließlich an alten oder stark geschädigten Blättern langsam wachsender Pflanzenarten wie z. B. Anubias. Herausschneiden der stark befallenen Blätter ist schon deshalb sinnvoll, weil die so geschädigten Blätter sich nie mehr erholen. Obwohl grundsätzlich für die Rotalgen dieselben Ursachen wie für andere Algen verantwortlich sind, gibt es mehrere Besonderheiten, deren Kenntnis die Bekämpfung erleichtert. Bart- und Pinselalgen wachsen bevorzugt auf Pflanzenblättern. Besonders beliebte Substrate sind dabei ältere Blätter langsam wachsender Arten wie z. B. Anubias und Echinodorus. Schnell wachsende, kleinblättrige Stängelpflanzen werden weit seltener von diesen Plagegeistern befallen. In hartem Wasser gedeihen die Rotalgen meist besser als in weicherem. Hoher pH-Wert durch CO2-Mangel begünstigt ihr Wachstum, ausreichend CO2 für die Pflanzen scheint ihnen weniger gut zu bekommen. Dies ist ebenfalls hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass höhere Pflanzen mit guter CO2-Versorgung deutlich leistungsfähigere Konkurrenten sind. Der spezifische Vorteil der „Bekämpfung“ mit mehr CO2 liegt darin, dass mit ausreichendem Kohlendioxidgehalt keine biogene Entkalkung mehr stattfindet und die Kalkeinlagerung entfällt. Damit scheinen die Algen geschmacklich für Fische und Garnelen wieder attraktiver zu werden. Viele Algenfresser verschmähen die meist sehr harten Rotalgen. Die Rüsselbarbe Crossocheilus siamensis, der „Algensalmler“ Parodon affinis, die „Amano-Garnele“ Caridina multidentata, und die Ceylon-Saugbarbe Garra ceylonensis ceylonensis fressen recht gut Rotalgen, wenn sie hungrig genug sind. In Versuchen zeigten Posthornschnecken, dass sie ausgezeichnete Bartalgen-Killer sind. Aus einem sehr stark mit Compsopogon durchsetzten Bestand von Riccia rhenana (?) entfernten etwa 15 noch recht junge Posthornschnecken in wenigen Tagen fein säuberlich alle Algen, ohne die zarte Pflanze zu beschädigen.   Bekämpfung der Rotalgen:
  1. Befallene Pflanzenblätter oder stark befallene Pflanzen entfernen.
  2. Die  entnommene Pflanzenmasse durch entsprechend viele schnellwüchsige Pflanzen ersetzen.
  3. Befallene Dekorationsgegenstände mechanisch von den Algen befreien.
  4. CO2-Gehalt auf ca. 20 mg/l erhöhen.
  5. Algen fressende Fische und / oder Wirbellose einsetzen.
  6. Wasserwechsel in Menge und Häufigkeit verstärken.
  Zusätzlich sollten die Bedingungen für die Wasserpflanzen (CO2, Basisdüngung, Nährboden und Beleuchtung) verbessert werden. Zusatzinformationen zu den genannten und weiteren Algen findest du hier: http://aquamax.de/index.php/rotalgen.html http://aquamax.de/index.php/neue-rotalgen.html   Quelle: Bernd Kaufmann – Aquamax

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