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Faszination Aquaristik: Welche Fische passen zu Zwerggarnelen im Gesellschaftsaquarium?

Faszination Aquaristik: Welche Fische passen zu Zwerggarnelen im Gesellschaftsaquarium?
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So schön ein reines Garnelenbecken mit seiner Farbenpracht auch ist – viele Aquarianer wünschen sich zusätzlich etwas mehr Bewegung und Leben im Becken. Aquarienfische sind dafür die naheliegende Wahl, doch wahllos darf dabei nicht gemischt werden: Fische mit großem Maul oder ausgeprägtem Jagdtrieb werden Zwerggarnelen schnell zum Verhängnis. Der folgende Beitrag ordnet gängige Fischgruppen danach ein, wie gut sie sich mit Garnelen vertragen – von der sicheren Wahl bis zur Art, die besser garnelenrein bleibt.

Neocaridina sind robust, bunt und vermehrungsfreudig. Sie gut zu den meisten kleinen, friedlichen Fischen. Foto: Chris Lukhaup
Neocaridina sind robust, bunt und vermehrungsfreudig. Sie gut zu den meisten kleinen, friedlichen Fischen. Foto: Chris Lukhaup

Welche Zwerggarnelen lassen sich mit Fischen vergesellschaften?

Abwechslung im Gesellschaftsaquarium, clever und gut durchdacht

So toll bunte Zwerggarnelen auch sind, viele möchten doch gerne ein Aquarium, in dem mehr Action herrscht. Dafür bieten sich Aquarienfische an, aber deshalb sollte man trotzdem nicht wahllos drauflos mixen.

Die Haltung von Fischen und Zwerggarnelen

Ein Fisch, der nicht nur von pflanzlicher Kost lebt, kann sich theoretisch an Garnelen oder zumindest ihrem Nachwuchs vergreifen: Was ins Maul passt, wird in der Regel auch gefressen. Je kleiner die Begleitfische im Garnelenaquarium sind, desto besser stehen die Überlebenschancen der Zwerggarnelen. 

Raubfische und größere aktive Jäger wie verschiedene Grundeln, Messerfische, Arowanas, Barsche und Buntbarsche sollten nicht zu Zwerggarnelen ins Aquarium kommen. Auch kleinere Räuber vergreifen sich an den Krabblern und können sie dabei schwer verletzen.

Verhalten der Garnelen in Fischgesellschaft

Sind Fische im Aquarium, wird sich eine Zwerggarnele zunächst einmal verstecken. Polster aus Moosen oder fein strukturierten Pflanzen sind als Unterschlupf beliebt, besonders für den Garnelennachwuchs.


Wenn sie bemerken, dass die Fische ihnen nichts tun, kommen die Garnelen wieder zum Vorschein. Junggarnelen verstecken sich in der Regel so lange, bis sie eine Größe haben, in der sie nicht mehr gefressen werden können.

Passende Wasserwerte

Die Ansprüche der Zwerggarnelen und der Fische an die Wasserwerte und die Aquarientemperatur sollten übereinstimmen. Die Aquarientiere danken dies mit einem langen und gesunden Leben, prachtvollen Farben und lebhaftem Verhalten.

Die richtige Aquariengröße

Während Zwerggarnelen auch in Nanoaquarien gehalten werden, ist für die Haltung von Zierfischen in den Mindestanforderungen des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft in Deutschland eine Mindestgröße von 54 Litern festgeschrieben – ausgenommen Zuchtaquarien, Aquarien zur Zuchtvorbereitung, die vorübergehende Hälterung und besonders kleine Fische. In Österreich sind Aquarien unter 54 Litern für die Fischhaltung nicht erlaubt. Hinsichtlich der Aquariengröße orientiert man sich daher an den Bedürfnissen der Fische.

Siamesische Kampffische

Beginnen wir mit einer Ausnahme: Die großflossigen Hochzuchtformen von Betta splendens lassen sich einzeln in Aquarien ab 20 Litern Fassungsvermögen halten. Kampffische sind Charaktertiere. Es gibt Bettas, die Zwerggarnelen als willkommenen Snack ansehen und auch größere Tiere in mundgerechte Stücke zerlegen, und solche, die sie gänzlich in Ruhe lassen – und alle Abstufungen dazwischen. 

Beim Kampffisch ist es Charaktersache, ob er Garnelen ignoriert oder jagt. Foto: Chris Lukhaup
Beim Kampffisch ist es Charaktersache, ob er Garnelen ignoriert oder jagt. Foto: Chris Lukhaup

Salmler

Eingeschränkt empfehlenswert ist die Vergesellschaftung von Garnelen und Salmlern.  Viele Salmlerarten sind recht räuberisch unterwegs und jagen aktiv auch kleine Krebstiere. Ein Aquarium für Garnelen und Salmler muss gut strukturiert werden und den Garnelen viele Verstecke bieten. Zur Vergesellschaftung eignen sich am besten robuste, sich schnell vermehrende Garnelen wie die Sulawesi Inlandsgarnele oder diverse Neocaridina-Varianten wie Red Sakura, Blue Dream und Co. Je kleiner die Salmlerart, desto höhere Überlebenschancen haben die Garnelen. 

Ein Salmler für eher weiches Wasser, der für Garnelen aufgrund seines kleinen Mäulchens eher nicht gefährlich ist. Foto: Chris Lukhaup
Ein Salmler für eher weiches Wasser, der für Garnelen aufgrund seines kleinen Mäulchens eher nicht gefährlich ist. Foto: Chris Lukhaup

Lebendgebärende

Für ein Gesellschaftsaquarium mit Lebendgebärenden gilt: Je größer das Fischmaul, desto gefährlicher für die Zwerggarnelen. Selbst Guppys und Endler Guppys sollten ebenso wie Platys nur zusammen mit bunten Neocaridina oder Sulawesi Inlandsgarnelen gehalten werden, nicht mit den stressanfälligeren und sich schlechter vermehrenden Bienen-, Tiger- und anderen Weichwassergarnelen.

In einem Aquarium mit Guppys sollten die Garnelen viele dichte Pflanzen und andere Versteckplätze vorfinden. Foto: Chris Lukhaup
In einem Aquarium mit Guppys sollten die Garnelen viele dichte Pflanzen und andere Versteckplätze vorfinden. Foto: Chris Lukhaup

Kärpflinge und Reisfische

Kleinere Lebendgebärende und kleinere Eier legende Zahnkarpfen kann man gut mit Garnelen halten, ebenso wie die mit ihnen nah verwandten, zu den Kärpflingen gehörenden Reisfische, zu denen auch die beliebten Medaka gehören. Zwerggarnelen in einem Aquarium mit größeren Kärpflingen und Hechtlingen sollten dann allerdings wieder einer robusten, sich gut vermehrenden Art angehören und viele Versteckplätze vorfinden.

Das Mäulchen der Reisfische ist so klein, dass sie auch Junggarnelen nicht gefährlich werden. Foto: Chris Lukhaup
Das Mäulchen der Reisfische ist so klein, dass sie auch Junggarnelen nicht gefährlich werden. Foto: Chris Lukhaup

Bärblinge und Barben

Kleine Bärblinge (Rasbora-Arten, Perlhuhnbärblinge, Zebrabärblinge und Co.) passen gut zu Garnelen aller Art. Die besonders kleinen Arten sind nahezu uneingeschränkt zur Vergesellschaftung zu empfehlen und passen sogar zu den eher etwas empfindlicheren Bienengarnelen. Robuste Amanogarnelen können sogar mit etwas ruppigen Barben im Aquarium gehalten werden.

Zwergbärblinge sind eine exzellente Gesellschaft und passen auch zu etwas empfindlicheren Weichwassergarnelen. Foto: Chris Lukhaup
Zwergbärblinge sind eine exzellente Gesellschaft und passen auch zu etwas empfindlicheren Weichwassergarnelen. Foto: Chris Lukhaup

Harnischwelse und Zwergpanzerwelse

Mit Aufwuchsfressern wie Antennenwelsen oder Ohrgitterharnischwelsen lassen sich die meisten Zwerggarnelen problemlos halten. Dasselbe gilt auch für Panzerwelse, vor allem für die kleiner bleibenden Arten.

Nicht fürs Gesellschaftsbecken geeignet

Nicht mit Fischen gehalten werden sollten Sulawesigarnelen aus dem Malili-Seensystem und aus dem Pososee. Sie sind extrem stressanfällig und haben sehr spezielle Ansprüche. Ebenfalls stressempfindlich sind Hochzuchtgarnelen und Hybriden der Bienengarnele – Pinto, Boa und Co. sollten – wenn überhaupt – nur mit winzigen Fischen zum Beispiel der Gattung Boraras gehalten werden.

Caridina multidentata – Amanogarnele im Gesellschaftsbecken

Eine Sonderrolle spielen Amanogarnelen: Sie werden größer und sind ziemlich furchtlos. Kleine bis mittelgroße Aquarienfische machen ihnen keine Angst, im Gegenteil – Amanogarnelen wurden schon verschiedentlich dabei beobachtet, wie sie Fischen das Futter aus dem Maul klauten – oder sogar Fische erbeuteten. Eine ausgewogene Kost mit tierischen Anteilen sollte ihren Jagdtrieb im Zaum halten. Für kleine Aquarien taugen Amanogarnelen nicht, Sie brauchen mindestens 80 cm Kantenlänge, um ihr ganzes Verhaltensspektrum zu zeigen.

Mehr Bewegung im Becken, ohne die Garnelen zu gefährden – das geht, aber nicht mit jeder Fischart. Grundsätzlich gilt: Je kleiner Maul und Jagdtrieb des Fisches, desto besser die Überlebenschancen für Zwerggarnelen und vor allem deren Nachwuchs. Räuberische und große Arten wie Buntbarsche, Grundeln oder Arowanas sind tabu, während kleine Bärblinge, Reisfische, Zwergpanzerwelse oder Aufwuchsfresser wie Antennenwelse sich meist problemlos mit Garnelen vertragen. Bei Kampffischen, Salmlern und Lebendgebärenden kommt es auf die individuelle Art und gute Versteckmöglichkeiten an. Eine Sonderstellung nehmen hochsensible Sulawesi- und Hochzuchtgarnelen ein, die besser garnelenrein bleiben, sowie die robuste Amanogarnele, die selbst kleinen Fischen gefährlich werden kann.

Kleine, friedliche Fische mit zierlichem Maul – etwa Zwergbärblinge, Reisfische oder Aufwuchsfresser wie Antennen- und Zwergpanzerwelse – lassen sich in der Regel problemlos mit Zwerggarnelen vergesellschaften. Räuberische oder großmäulige Arten sowie unberechenbare Einzelgänger wie manche Kampffische sind dagegen riskant für die Krabbler und vor allem für deren Nachwuchs. Hochsensible Sulawesi- und Hochzuchtgarnelen bleiben am besten garnelenrein, während die robuste Amanogarnele die Ausnahme bildet, die selbst kleinen Fischen gefährlich werden kann.

Über das Magazin: Aquaristik

Aquaristik – Das Magazin für erfolgreiche Süßwasser-Aquarianer
Das Aquaristik Magazin ist das führende Fachmagazin für Liebhaber der Aquaristik. Es begleitet Hobbyisten von den ersten Schritten bis hin zu professionell gestalteten Aquarien. Mit liebevoll gestalteten und gut bebilderten Beiträgen, praxisnahen Tipps und fundiertem Fachwissen ist es sowohl für Einsteiger als auch für Profis geeignet.

Was bietet das Magazin?

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Der Dähne Verlag wurde im Jahr 1970 von Karl-Heinz Dähne gegründet und wird heute in zweiter Generation von Marc Dähne geführt. Das Familienunternehmen gliedert sich in zwei Bereiche: Als Branchenfachverlag versorgt es die Baumarkt- und Gartencenter-Branche sowie den Zoofachhandel mit Fachinformationen. Für das Hobby Aquaristik veröffentlicht der Verlag erfolgreiche Hobby-Magazine, Fachzeitschriften und ein umfangreiches Buchprogramm.

Verlagsangebot im Überblick:

  • Rund ein Dutzend Fach- und Publikumszeitschriften
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  • Weitere Publikationen wie Einkaufsführer, Adressverzeichnisse und mehr

Der Verlag ist führend in der Veröffentlichung hochwertiger Fach- und Hobbyliteratur und unterstützt den Austausch und die Weiterbildung in der Aquaristik-Community.

Mehr erfahren: Webseite des Dähne Verlags

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Ulli Bauer

Ulli Bauer ist eine renommierte Aquarianerin und Fachautorin, die sich seit vielen Jahren intensiv mit der Pflege und Zucht von Süßwasserarten beschäftigt. Sie verfügt über umfangreiche praktische Erfahrung im Bereich der Aquaristik und ist bekannt für ihre fundierten Fachbeiträge in verschiedenen Fachmagazinen wie „Caridina“ und „Aquaristik“. Ulli engagiert sich zudem in der Aquaristik-Community, hält Vorträge und Workshops, um ihr Wissen weiterzugeben, und ist stets bestrebt, neue Arten und Zuchtmethoden zu erforschen und zu dokumentieren. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch fundierte Recherche, praktische Anleitungen und eine große Leidenschaft für die Aquaristik aus.

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