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Zierfische, Familie Characidae

Roter Pfeffersalmler / Ruby Tetra Axelrodia riesei

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Axelrodia riesei, im Deutschen als „Roter Pfeffersalmler“ oder auf Englisch als „Ruby Tetra“ bekannt, ist ein sehr klein bleibender Characide aus dem oberen Río-Meta-Becken in Kolumbien (Orinoco-System, Südamerika). Die dokumentierte Maximalgröße liegt je nach Quelle zwischen etwa 1,5 und 2,5 cm Standardlänge; Weibchen sind in der Regel matter gefärbt und wirken fülliger im Bauchbereich.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Schwarm
  • Friedlich
  • 2.1 cmEndgröße

  • 2–3 JahreLebenserwartung

  • 22-26 °CTemperatur

  • 4-6,5pH-Wert

  • 1-5 °dGHGesamthärte

  • ab 54 lAquariengröße

Beschreibung

Im Aquarium bewegt sich Axelrodia riesei bevorzugt in der mittleren bis unteren Wasserschicht – nicht, wie gelegentlich angenommen, oberflächennah. Die Tiere bewegen sich charakteristisch: kurze, blitzschnelle Dashes wechseln sich mit kurzen Ruhepausen ab, ähnlich dem Flugmuster einer Libelle. Als echter Schwarzwasserbewohner benötigt die Art weiches, saures Wasser mit niedrigem pH und wenig Mineralisierung.

Haltung und Pflege

Für die artgerechte Haltung eignet sich ein gut bepflanztes Becken mit Rückzugsmöglichkeiten aus Wurzelholz, Falllaub und Schwimmpflanzen; empfohlen wird ein Volumen ab etwa 60 Litern. Als echter Schwarzwasserbewohner benötigt Axelrodia riesei weiches, saures Wasser: Temperatur 22 bis 26 °C, pH 4,0 bis 6,5 und GH 1 bis 5 °dGH. Eine Aufbereitung mit Torf oder Laub, die das Wasser tanninbraun färbt, kommt der Art entgegen. Wichtig sind stabile Werte und regelmäßige, schonende Teilwasserwechsel, da die Tiere empfindlich auf schnelle Änderungen der Wasserchemie reagieren. Eine gedämpfte Beleuchtung sowie ein feines, dunkles Substrat betonen die Färbung. Gehalten wird die Art als Schwarmfisch in einer Gruppe von mindestens 8 bis 10 Tieren. Eine abwechslungsreiche Fütterung mit feinem Lebend- und Frostfutter, das in das kleine Maul passt, deckt den Nährstoffbedarf.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Das Temperament ist friedlich; Axelrodia riesei ist gegenüber anderen Arten nicht aggressiv. Innerhalb der Gruppe zeigen Männchen jedoch ausgeprägte Revierbildung: Sie sichern kleine Territorien und fechten regelmäßig untereinander aus, ohne dabei ernsthaften Schaden anzurichten. Dieses innerartliche Sparring ist normales Sozialverhalten und kein Zeichen von Inkompatibilität. Die Art ist ein echter Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens 8–10 Tieren gehalten werden – kleinere Gruppen führen zu Stress, blasserer Färbung und verstärktem Rückzugsverhalten.

Trotz des friedlichen Charakters ist Axelrodia riesei kein klassischer Gemeinschaftsfischkandidat für Standard-Gesellschaftsbecken: Die sehr spezifischen Wasseransprüche (weiches Schwarzwasser) schränken die Auswahl der Beifische stark ein. Geeignet sind andere Schwarzwasser-Kleinformen wie Mikrorasboras, Zwergbärlinge, Corydoras-Pygmäen oder ähnlich anspruchslose Bodenbewohner aus dem Orinoco-Einzugsgebiet.

• Garnelen: Sehr kleine Garnelen-Jungtiere (frisch geschlüpfte Neocaridina/Caridina) können gefressen werden. Adulte Zwerggarnelen sind in der Regel sicher, jedoch sind Garnelen aus Hardwater-Beständen wasserseitig oft inkompatibel.
• Schnecken: Weitgehend verträglich.
• Sonstige Wirbellose: Sehr kleine Wirbellose können erbeutet werden; im Zweifelsfall vorsichtig vorgehen.

Axelrodia riesei stammt aus dem Orinoco-System, Kolumbien (Südamerika). Beifische sollten ebenfalls aus Schwarzwasser-Habitaten Südamerikas kommen oder zumindest mit weichem, saurem Wasser (pH 4,5–6,5, GH < 6 dGH) kompatibel sein. Geeignete Beifische: Mikrorasboras (z. B. Boraras-Arten), Zwergbärlinge, Corydoras pygmaeus, Otocinclus, kleine Apistogramma-Arten (sofern das Becken groß genug ist), Killifische aus Schwarzwasserregionen. Zu vermeiden: räuberische Arten, dominante Großcichliden, Garnelen-Communities mit Hardwater-Besatz.

Ernährung

Futterempfehlungen:
• Lebendfutter: Kleinstlebendfutter wie frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien, Cyclops, Mikro-Wasserflöhe (Daphnien in sehr kleinen Größen), und fein geschnittene Insektenlarven (z. B. Mückenlarven) sind hervorragend geeignet und werden in Zucht- und Haltungsberichten empfohlen.
• Frostfutter: Gefrorene Artemia, Cyclops oder ähnliche Produkte sind gute Alternativen, wenn lebendfutter nicht verfügbar ist.
• Trockenfutter: Fein gemahlene Flocken für Fleischfresser, Micro-Pellets oder spezielle Aufzuchtfutter können Teil der Ernährung sein, sollten aber durch lebende oder hochwertige Frostfutter ergänzt werden, um die natürliche Nahrungspräferenz zu decken.
• Fütterungsfrequenz: Mehrere kleine Portionen pro Tag entsprechen dem natürlichen Fressverhalten kleiner, aktiver Salmler; aber exakte Intervalle sind nicht standardisiert und sollten beobachtungsbasiert angepasst werden.

Zucht

Zuchtstatus: Dokumentierte Nachzuchten im Aquarium vorhanden, aber anspruchsvoll.

Fortpflanzungstyp: Freilaicher (egg-scatterer) ohne elterliche Brutpflege. Eier werden täglich in kleinen Mengen an feinen Pflanzen oder Moossubstraten abgesetzt; Elterntiere fressen die Eier auf und müssen entfernt werden.

Zuchtschwierigkeit: Mittel bis schwer (medium-difficult). Trotz dokumentierter Erfolge erfordert die Zucht Erfahrung, stabile Wasserparameter und geeignetes Kleinstfutter für die Larven.

Zucht-Vorgehen (aus Berichten): – Separates Zuchtbecken mit sehr weichem, leicht saurem Wasser; Moospolster oder feines Pflanzenmaterial als Laichsubstrat.
• Ein Männchen mit 2–3 Weibchen; Eltern nach dem Laichen entfernen.
• Eier schlüpfen nach ca. 2–3 Tagen.
• Larven anfangs mit Infusorien / Mikroorganismen füttern, später Artemia-Nauplien.
• Jungfische 4–6 Wochen separat aufziehen.

Natürlicher Lebensraum

Herkunft: Oberes Río-Meta-Becken (östlich von Villavicencio, Kolumbien), Orinoco-System, Südamerika. Endemische Art mit sehr begrenztem natürlichen Verbreitungsgebiet.

Habitatbeschreibung: Bewaldete Schwarzwassergewässer: stagnante bis sehr langsam fließende, tanninreiche Randbereiche kleiner Waldgewässer mit dichten Unterwasserpflanzen, Falllaub und Wurzelsystemen. Das Wasser ist durch Huminsäuren aus verwesenden Pflanzenresten stark gefärbt (braun), mit extrem weicher Chemie und niedrigem pH. Die Art hält sich in der mittleren bis unteren Wasserschicht auf.

Geschlechtsunterschiede

Männchen zeigen während der Balz intensivere Rotfärbung und wirken schlanker im Rumpfprofil. Weibchen sind matter gefärbt und im Bauchbereich deutlich fülliger, besonders während der Laichperiode. Außerhalb der Balzsaison ist die Geschlechtsbestimmung schwieriger; erfahrene Aquarianer erkennen den Größen- und Farbunterschied jedoch zuverlässig.

Gut zu wissen

  • Endemisch im oberen Río-Meta-Becken, Kolumbien (Orinoco-System, Südamerika).
  • Echter Schwarzwasserbewohner: bevorzugt tanninreiches, weiches, saures Wasser.
  • Schwimmzone: Mitte bis unten.
  • Revierverhalten der Männchen innerhalb der Gruppe (harmlos, natürlich).
  • Sprungrisiko vorhanden: Aquarianer berichten von Sprungversuchen – Abdeckung empfehlenswert.
  • Freilaicher / Eierstreuer (egg-scatterer) ohne Brutpflege.
  • Mikroräuber: benötigt kleine Futter-Partikel, die in das winzige Maul passen.

Galerie

Häufige Fragen

Wie groß wird der Rote Pfeffersalmler / Ruby Tetra?

Axelrodia riesei erreicht ca. 2,1 cm SL (aquaristisch bis ~3 cm).

Welche Wasserwerte braucht der Rote Pfeffersalmler / Ruby Tetra?

Die empfohlenen Wasserwerte sind Temperatur 22–26 °C, pH 4,0–6,5, GH 1–5 dGH.

Kann man den Roten Pfeffersalmler / Ruby Tetra vergesellschaften?

Axelrodia riesei stammt aus dem Orinoco-System, Kolumbien (Südamerika). Beifische sollten ebenfalls aus Schwarzwasser-Habitaten Südamerikas kommen oder zumindest mit weichem, saurem Wasser (pH 4–6,5, GH < 6 dGH) kompatibel sein.

Kann man den Roten Pfeffersalmler / Ruby Tetra im Aquarium züchten?

Zuchtstatus: Dokumentierte Nachzuchten im Aquarium vorhanden, aber anspruchsvoll.

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Fragen und Erfahrungen

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