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Zierfische, Familie Osphronemidae

Siamesischer Kampffisch

Betta splendens

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Der Siamesische Kampffisch (Betta splendens) wird bis zu 7 cm groß und ist mit seinem Labyrinthorgan einer der bekanntesten Vertreter der Osphronemidae. Wildformen tragen eine zurückhaltende bräunlich-grünliche Grundfärbung mit kurzen Flossen und leicht glänzenden Schuppen.

  • Schwierigkeit: Einfach
  • Einzelgänger
  • Aggressiv
  • Kupferempfindlich
Siamesischer Kampffisch (Betta splendens)
Quelle Manuel Roth FA.EFS
  • 7 cmEndgröße

  • 2-4 JahreLebenserwartung

  • 24-28 °CTemperatur

  • 6-8pH-Wert

  • 5-15 °dGHGesamthärte

  • ab 54 lAquariengröße

Beschreibung

Die zahlreichen Zuchtformen (Plakat, Halfmoon, Crowntail, Koi, Dragon) zeigen dagegen eine enorme Bandbreite an Farben und Flossenformen, von intensivem Rot über Blau bis hin zu Mehrfarbmustern mit stark verlängerten Schwanz-, Rücken- und Afterflossen. Im Aquarium hält sich Betta splendens bevorzugt im oberen Beckenbereich auf. Männchen markieren und patrouillieren ihr Revier, nutzen Pflanzenblätter und Schaumnester als Orientierungspunkte und zeigen bei Eindringlingen betonte Flossenfächerbewegungen bis hin zu schnellen Angriffen. Weibchen sind gedrungener gebaut und weniger territorial, können aber in geeigneten Gruppen Rangordnungen bilden. Die zentrale Besonderheit ist das Labyrinthorgan, ein suprabranchiales Atemhilfsorgan, das atmosphärische Luft zu atmen ermöglicht. Die Wasseroberfläche darf deshalb nie komplett abgedeckt sein. Zusammen mit den typischen Schaumnest-Balzritualen und der Anpassung an sauerstoffarme Stillgewässer macht das Betta splendens zu einem Fisch mit klaren Haltungsanforderungen.

Haltung und Pflege

Die Haltung gelingt bei einer Wassertemperatur von 24-28 °C, einem pH-Wert von 6-8 und einer Gesamthärte von 5-15 °dGH. Gleichmäßige Temperaturen innerhalb dieses Bereichs sind wichtig, da starke Schwankungen die Krankheitsanfälligkeit erhöhen. Als Mindestbeckengröße gelten 60 cm Kantenlänge und 54 Liter für ein einzelnes Tier. Haremshaltung oder Weibchengruppen erfordern deutlich mehr Platz. Dichte Bepflanzung mit fein- und großblättrigen Pflanzen, Schwimmpflanzen zur Abschattung, Wurzeln und Höhlen schaffen eine naturnahe Einrichtung. Als Bodengrund eignet sich Sand oder feiner Kies, optional mit einer Laubschicht. Entscheidend ist der freie Zugang zur Wasseroberfläche: Das Labyrinthorgan benötigt atmosphärische Luft. Zwischen Wasserspiegel und Abdeckung muss ein Spalt von mehreren Zentimetern bleiben, damit die Tiere Luft atmen können. Mindestens genauso wichtig: Die Abdeckung sorgt dafür, dass sich über dem Wasser eine Schicht warmer, feuchter Luft bildet. Atmet ein Kampffisch kalte Zimmerluft ein, kann sich das empfindliche Labyrinthorgan entzünden, was häufig tödlich endet. Gleichzeitig schützt die Abdeckung vor dem gelegentlichen Springen. Strömung und Filterung verdienen besondere Aufmerksamkeit. Betta splendens stammt aus Stillwasser und verträgt keine starke Strömung. Schwammfilter, Hamburger Mattenfilter oder stark gedrosselte Außenfilter ohne Oberflächenverwirbelung sind ideal. Starke Strömung stresst die Tiere und verhindert den Schaumnestbau. Moderate bis gedämpfte Beleuchtung, regelmäßige Wasserwechsel und artgerechte Fütterung verbessern Kondition und Farbintensität. Die Lebenserwartung liegt bei guter Pflege bei 2-4 Jahren.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Betta splendens ist ein Solitärfisch. Männchen zeigen starkes Territorialverhalten gegenüber Artgenossen und dürfen unter keinen Umständen zusammen gehalten werden. Einzelhaltung ist der Standard. Haremshaltung (ein Männchen mit mehreren Weibchen) ist nur erfahrenen Aquarianern in deutlich größeren, stark strukturierten Becken vorbehalten. Von der oft beworbenen Weibchen-Gruppenhaltung (Sorority) raten erfahrene Halter heute zunehmend ab: Weibchen sind oft ähnlich territorial wie Männchen, die Gruppen bedeuten Dauerstress und enden häufig in Verletzungen. Einzelhaltung im Artenbecken ist die sicherste und artgerechteste Haltungsform. Außerhalb der Brutzeit verhält sich Betta splendens gegenüber ruhigen, unauffälligen Beifischen oft gelassen und bewegt sich selbstsicher im oberen Beckenbereich. In der Brutzeit steigt die Aggressivität massiv an: Das Männchen verteidigt sein Schaumnest vehement und attackiert jeden Eindringling. Das Weibchen muss nach der Eiablage sofort entfernt werden. Mit Wirbellosen ist die Verträglichkeit eingeschränkt. Adulte Zwerggarnelen (Neocaridina/Caridina) werden meist toleriert, Junggarnelen und Garnelenlarven gelten als Beute. Schnecken sind in der Regel kein Problem. Geeignete Beifische stammen aus Südostasien: kleine, friedliche Rasboras (z. B. Trigonostigma heteromorpha) und ruhige südostasiatische Schmerlen (z. B. Yunnanilus). Farblich markante oder langflossige Arten werden als Rivalen wahrgenommen und sind ungeeignet.

Ernährung

Betta splendens ist ein Karnivor. In der Natur erbeutet die Art vor allem aquatische und terrestrische Insekten und Wirbellose. Im Aquarium steht proteinreiche Kost im Mittelpunkt: Lebend- und Frostfutter wie schwarze und weiße Mückenlarven, Artemia, Daphnien, Tubifex und Fruchtfliegen sind die erste Wahl. Hochwertiges, proteinreiches Granulat oder Pellets speziell für Kampffische eignet sich als Basisfutter. Pflanzliche Nahrung spielt in der Ernährung keine nennenswerte Rolle. Abwechslung zwischen verschiedenen Futtersorten fördert die Kondition und Farbintensität.

Zucht

Die Zucht von Betta splendens ist gut dokumentiert und in der Aquaristik weit verbreitet. Auch ambitionierte Einsteiger können Erfolge erzielen, die Schwierigkeit ist mittel. Fortpflanzungstyp: Schaumnestbauer. Das Männchen baut ein Schaumnest aus Luftblasen an der Wasseroberfläche, das als Brutplatz dient. Für die Zucht empfehlen sich leicht abweichende Werte: Temperatur 27-29 °C, pH 6-7, GH bis maximal 10 °dGH. Ein separates Zuchtbecken mit ruhigem Wasser und Schwimmpflanzen als Nestunterlage ist ideal. Zur Konditionierung werden beide Tiere 1-2 Wochen reichlich mit proteinreichem Lebend- und Frostfutter gefüttert: Mückenlarven, Artemia, Daphnien und Fruchtfliegen. Männchen und Weibchen werden zunächst durch einen Sichtschutz getrennt aneinander gewöhnt. Sobald das Männchen ein Schaumnest baut und das Weibchen Laichbereitschaft zeigt (senkrechte Streifen, Annäherung an den Sichtschutz), werden sie zusammengelassen. Bei der Paarung umschlingt das Männchen das Weibchen. Die Eier fallen herab, das Männchen sammelt sie im Maul und platziert sie im Schaumnest. Ein Gelege umfasst 100-300 Eier. Das Weibchen wird nach dem Ablaichen sofort entfernt, da das Männchen es sonst angreift. Die Eier schlüpfen nach 24-48 Stunden bei 27-28 °C. Die Larven bleiben weitere 3-4 Tage im Nest, während das Männchen sie bewacht und zurückfallende Larven wieder einsammelt. Nach dem Freischwimmen wird auch das Männchen entfernt. Die Jungfische brauchen zunächst Infusorien oder Pantoffeltierchen, nach einigen Tagen frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen. Geschlechtsreife tritt nach etwa 3 Monaten ein.

Zuchtwasser: 27 bis 29 °C, pH 6 bis 7, bis 10 °dGH

Natürlicher Lebensraum

Betta splendens stammt aus Zentralthailand und wurde ursprünglich aus dem Chao-Phraya-Becken beschrieben (Typuslokalität: Menam River). Das natürliche Verbreitungsgebiet erstreckt sich von der Provinz Chiang Rai im Norden bis Surat Thani und Phang Nga im Süden. Eingeführte Populationen existieren in weiteren Teilen Südostasiens, sind aber nicht nativ. Die Art besiedelt stehende bis sehr langsam fließende Gewässer: Sümpfe, überflutete Reisfelder, Tümpel, Entwässerungsgräben und Kanäle. Charakteristisch sind dichte Vegetation, reichlich organisches Material aus Laub, Wurzeln und Huminstoffen sowie niedrige Wasserstände, besonders während der Trockenzeit. Die Strömung ist typischerweise minimal oder nicht vorhanden. Die Fähigkeit zur Luftatmung über das Labyrinthorgan ist ein entscheidender Überlebensvorteil in diesen sauerstoffarmen Habitaten.

Geschlechtsunterschiede

Die Geschlechter sind bei Betta splendens gut zu unterscheiden. Männchen tragen deutlich verlängerte, oft opulent geformte Rücken-, After- und Schwanzflossen und zeigen intensivere, kontrastreichere Farben. Ihr Körperbau ist schlanker, und in Balzstimmung breiten sie die Flossen fächerförmig aus. Bei Hochzuchtformen sind die Flossenunterschiede extrem ausgeprägt. Weibchen sind gedrungener, haben kürzere Flossen und eine weniger intensive Färbung. Im Bauchbereich sind sie fülliger, und am Unterbauch ist eine weiße Genitalpapille (Laichröhre) sichtbar. An Körpergröße nehmen sich beide Geschlechter wenig: Beide erreichen 6-7 cm Standardlänge (SL).

Gut zu wissen

  • Labyrinthfisch: besitzt ein Labyrinthorgan und muss atmosphärische Luft an der Oberfläche atmen. Wasseroberfläche nie komplett abdecken!
  • Schaumnestbauer: Männchen baut Schaumnester an der Wasseroberfläche zur Brutpflege
  • Springer: Kann gelegentlich aus dem Wasser springen. Abdeckung zwingend nötig, dabei Spalt zur Oberfläche lassen
  • Stillwasser: Keine starke Strömung! Schwammfilter oder gedrosselte Filterung verwenden
  • Einzelgänger: Männchen niemals zusammen halten. Auch Spiegelkontakt vermeiden
  • Zuchtformen: Plakat, Halfmoon, Crowntail, Koi, Dragon, Nemo und viele weitere Farbvarianten
  • Angepasst an sauerstoffarme, flache Gewässer mit dichter Vegetation
  • IUCN-Status: Wildform als „Vulnerable“ (gefährdet) eingestuft. Zuchtformen in Gefangenschaft häufig, genetisch reine Wildpopulationen durch Lebensraumverlust und Genverunreinigung bedroht
  • Zuchtform-Krankheiten: Dragonscale-Varianten neigen zu „Diamond Eye“ (Erblindung durch Schuppenüberwuchs), blaue/schwarze Varianten zu Graphite Disease (unheilbare Mykobakteriose), Doppelschwanz-Formen zu Schwimmblasenproblemen durch verkürzten Wirbelsäulenbau

Galerie

Häufige Fragen

Wie groß wird der Siamesische Kampffisch?

Betta splendens erreicht eine Standardlänge von 6-7 cm. Hochzucht-Männchen mit langen Flossen wirken durch die Flossenausdehnung deutlich größer, der Körper selbst bleibt aber in diesem Bereich. Für die Haltung sollte ein Becken ab 60 cm Kantenlänge und 54 Liter eingeplant werden.

Welche Wasserwerte braucht der Siamesische Kampffisch?

Die empfohlenen Haltungswerte sind 24-28 °C Wassertemperatur, pH 6-8 und eine Gesamthärte von 5-15 °dGH. Gleichmäßige Temperaturen sind wichtig. Starke Strömung muss vermieden werden, da Betta splendens aus Stillgewässern stammt. Die Wasseroberfläche darf nicht komplett abgedeckt sein, damit der Fisch über sein Labyrinthorgan atmen kann.

Kann man den Siamesischen Kampffisch vergesellschaften?

Bedingt. Männchen müssen einzeln gehalten werden, da sie gegenüber Artgenossen extrem aggressiv sind. Ruhige, unauffällige Beifische aus Südostasien wie Keilfleckbärblinge (Trigonostigma heteromorpha) oder kleine südostasiatische Schmerlen sind möglich. Farbige oder langflossige Arten werden als Rivalen wahrgenommen. Adulte Garnelen werden meist toleriert, Junggarnelen gelten als Beute.

Wie züchtet man den Siamesischen Kampffisch?

Betta splendens ist ein Schaumnestbauer. Das Männchen baut ein Nest aus Luftblasen an der Oberfläche. Zur Zucht braucht es weicheres Wasser (pH 6-7, GH max. 10, 27-29 °C) und vorherige Konditionierung mit Lebendfutter. Nach dem Ablaichen sammelt das Männchen die 100-300 Eier ins Nest und betreut die Brut. Die Eier schlüpfen nach 24-48 Stunden.

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Fragen und Erfahrungen

3 Kommentare, der letzte vom 27. Juli 2015
  1. Jessica Stanzel

    Guten Tag!

    Auch hier sehe ich einige Angaben die mehr als veraltet sind und immer wieder für das Tod der Tiere sorgt! Gerade die Haremshaltung sorgt für viele Verluste. Entweder ist ein Männchen zu aggressiv und tötet die Damen, ist zu genügsam und stirbt am Stress, wird von einem aggressiven Weibchen getötet oder diese sterben an einer Laichverhärtung. Auch hier würde ich Ihnen gerne meinen Bericht zeigen um eventuell die alten Angaben auffrischen zu können und ein Zeichen für eine Artgerechte Haltung setzen können! Gerne kann ich Ihnen einige Bilder zur Verfügung stellen.

    Betta splendens (im Text „Kampffisch“) ist wohl einer der bekanntesten Aquarienfische.

    Ursprünglich wurden die Betta splendens von Thailändischen Kindern gefangen. Seinen Namen trägt der Kampffisch aufgrund einer thailändischen Tradition. Ab etwa dem Jahre 1800 wurden Kampffische der Gattung Betta splendens für Kämpfe gezüchtet. Schon der König von Thailand, damals Siam, hielt und züchtete Betta splendens mit Leidenschaft. Dies jedoch nicht, weil sie von Natur aus höchst aggressiv sind, sondern weil sie durch ihr Aussehen pure Anmut signalisierten. Durch das einzelne Halten wurde irgendwann erkannt, dass die Tiere ein ausgeprägtes Revierverhalten aufweisen. Diese Aggressivität und besonders hübsche Tiere wurden genommen und gezielt auf diese Merkmale hin gezüchtet. In der Natur findet man jedoch mehrer Männchen auf engem Raum. Denn trotz Revier sind diese Tiere untereinander sehr friedfertig, weshalb man auch problemlos die Wildform (!) mit einer Gruppe von 2 Männchen und 4 Weibchen in einem 54 Liter/ 60 cm Becken halten. Dieser Wildform zu bekommen ist jedoch

    äußerst schwer. In Aquarien sollte man Betta splendens nicht Paarweise pflegen. Oft werden kurzflossige Männchen verkauft, diese sind nur schwer von den Weibchen zu unterscheiden. Wie oben genannt, lassen sich die Wildformen ohne Probleme in einem 60 cm Aquarium in Gruppen pflegen. Für Hochzuchten ist dies jedoch eine nicht all zu optimale Variante und dies aus verschiedenen Gründen. Zum einen sind die Hochzuchttiere auf Aggressivität gezüchtet. Anders als andere Hochzuchttiere -wie z. B. Guppy- ist dieses Tier nicht nur in Form und Farbe sondern auch in der Art völlig anders gezüchtet. Das Aggressive kommt von der Selektion und der Einzelhaltung (ähnlich wie bei dem Buntbarschhybriden „Flowerhorn“). Diese angezüchtete Eigenschaft macht eine Haltung von mehreren Männchen nahezu unmöglich. Ausnahmen gibt es (Habe ich selbst schon beobachten können), sind jedoch nicht die Regel. Von 1.000 zusammen gesetzten Männchen klappt es mit 2 Tieren.

    Hinzu kommt, dass einige sich Weibchen nur sehr schwer von Männchen unterscheiden lassen. Bei der Hochzuchtform „Plakat“ (Pla-Kat = siamesischer bzw. thailändischer Beißfisch) tragen nämlich die Männchen auch ein kurzes Flossenkleid und sieht daher dem Weibchen extrem ähnlich. Nur bei gesunden Weibchen kann man diese anhand von einem Laichansatz und der Form erkennen. Die Laichpapille ist leider kein sicheres Zeichen mehr. Die Chance, ein Plakat- Männchen aus einem Weibchenbecken im Handel zu bekommen ist sehr hoch. Zu guter Letzt kommt hinzu, dass ein Kampffisch trotz seines Names ein sehr stressanfälliges Tier ist. Durch Stress erkranken diese Tiere leider sehr schnell und versterben dadurch viel zu früh. Sie sind es gewohnt, ihr kleines Revier zu besitzen und dies mit Gewalt zu verteidigen. Daher ist eine Einzelhaltung in Becken ab 40 cm für Kampffische ideal. Wichtig sind Verkrautete Aquarien, mit geringer Strömung, welche sauberes, saures und weiches Wasser aufweisen. Gut geeignet sind hier diverse Hygrophila, Vallisneria, Bacoba, Cryptocorybe. Ein pH von 6,5 – 7,2 ist anzustreben. Auch die Beleuchtung sollte nicht zu grell gewählt werden, jedoch so hell, das die Pflanzen wachsen können. Weicher, feiner Bodengrund ist ebenso von Vorteil.

    Kommen wir zur Fortpflanzung dieser Tiere. Wenn man züchten will, muss man sich vorher gut informieren. Hat

    man hierfür die nötige Zeit, das Geld und den Platz? Hat man den Platz für einzelne Behälter für jedes Männchen und gegebenenfalls für die Weibchen? Wohl gemerkt, aus einem Gelege können bis zu 200 Jungtiere Fallen, die zum Großteil separat gesetzt werden sollten. Grundsätzlich sollte eine Vermehrung vermieden werden und die Zucht bei Züchtern bleiben, welche sich mit den Genetischen Hintergrund befassen um unerwünschte Tiere zu vermeiden. Das Männchen baut in einer geschützten Ecke des Aquariums ein Schaumnest, welches beachtliche Ausmaße annehmen kann; bis zu 15 cm im Durchmesser und 4 cm in der Höhe habe ich schon erlebt.
    Anschliessend, umwirbt es das Weibchen mehr oder minder aggressiv und bringt es dazu, ihm unter das Schaumnest zu folgen. SIE zeigt ihre Laichbereitschaft durch senkrechte Streifen, und indem sie das Männchen bei der Werbung in die Flanke stubst. Das Männchen umschwimmt sie (Führungsschwimmen). Schließlich umschlingen sich beide in einer T-Stellung und das Weibchen stößt Eier aus, welche das Männchen dierekt befruchtete.

    Das Männchen löst sich aus der Laichstarre, in welcher das Weibchen noch einige Zeit bleibt. Es sammelt die Eier auf und steckt sie in das Schaumnest. Nicht selten wird von dem Weibchen geholfen. Dieser Akt kann bis zu 4 Stunden dauern.

    Anschließend wird das Weibchen verjagt und das Nest bewacht. Wichtig ist es, jetzt das Weibchen aus dem Becken zu entfernen, damit dass Männchen diese nicht umbringen kann! In seltenen Fällen übernimmt hier das Weibchen die Brutpflege und kümmert sich um die Jungen (passierte mir bereits 3 mal!). Bei einer Temperatur von 27 – 28 Grad schlüpfen bei mir die Jungen nach bereits einem Tag, bei 20 – 25 Grad nach 3 – 4 Tagen.

    Diese hängen wie kleine Kommas an der Wasseroberfläche. Sie werden ca 2 Tage später anfangen selbstständig zu schwimmen. Dann sollte man sie aus dem elterlichen Aquarium entfernen und seperat aufziehen. Wichtig ist im Aufzuchtbecken eine sehr gute Wasserqualität und auch eine gute Durchlüftung. Die kleinen Atmen zu Anfang noch ueber Kiemen, das Labyrinthorgan muss sich erst noch bilden. Ab dem ersten Tag, an dem die kleinen frei schwimmen, sollte man mit Räder- oder Pantoffeltierchen Füttern. Ab dem 2. Tag kann man bereits Mikrowürmchen geben. Ab dem 4 oder 5 Tag sollten frisch geschlüpfte Artemien oder Artemiaeier in dekapsulierter Form gefüttert werden. Die Kleinen wachsen recht schnell, so das sie Bereits mit 6 Monaten

    ausgewachsen sein können. Tier Tiere fangen in der Regel ab 3 Monaten an, zu prahlen. Hier sind sie 2,5 – 3 cm groß. Ab da müssen sie getrennt werden! Deshalb empfiehlt sich eine einzele Aufzucht der Jungtiere.

    Allgemeines zu Betta splendens

    Der ursprüngliche Betta splendens weist einen leicht gestreckten Körper auf, ist von der Grundfarbe beigebraun und weist grün-rote Pikmente in den Flossen auf. Je nach Vorkommen kommt auch ein leichter Blauanteil vor. Die Flossen der Männchen sind nur minimal größer als die der Weibchen, sind also generell kurz. Diese werden bis zu 7 cm groß. Heute gibt es bedingt durch Zucht und Selektion eine Zuchtvariante, welche 10 bis sogar 12 cm groß werden können. Diese Zucht wird mit „Giant“ (groß, riesig) betitelt. Der Betta splendens kommt aus Thailand und Kambodscha und wurde sowohl in Reisfeldern aber auch in kleinen Teichen gefunden. Die Tiere leben rein Carnivor und ernähren sich in der Natur hauptsächlich von Insekten und deren Larven. Auch der Magen unserer Hochzuchten ist nur dafür ausgelegt. Daher sollte auf Flockenfutter mit pflanzlichen Anteilen komplett verzichtet werden. Dies kann zu Mangelerscheinungen führen, Verstopfungen oder gar „Magerzucht“. Frost- und Lebendfutter ist hier ideal. Aber auch gefriegetrocknete Mückenlarven, Artemia usw. eignen sich sehr gut. Als Vergesellschaftung eignen sich Garnelen und Schnecken hervorragend. Oft werden sie auch mit Otocinclus, Flossensaugern, Panzerwelsen oder Dornaugen gepflegt. Ich sehe dies jedoch sehr Kritisch, da die genannten Tiere reichlich Strömung benötigen. In sehr stark Verkrauteten Becken mit reichlich Grundfläcke (60 – 80 cm) kann man sie jedoch gut mir kleinen Zwerrasbora usw. pflegen.

    1. Chris

      Moin,

      erlaube mir, eine kleine Anmerkung bzgl. Vergesellschaftung mit Garnelen.

      Nach meiner Erfahrung klappt die Vergesellschaftung mit Zwerggarnelen nicht, werden ausnahmslos gekillt.

      Kampffische sind nun mal geduldige Lauerjäger.

      Schon größere Amano- und Glasgarnelen könnten sich zur Vergesellschaftung eignen.

      Bei größeren Garnelen, wie Ringelhand & Co, könnte es wiederum für die Splendens gefährlich werden.

      Noch etwas zur Fütterung. Um Verfettung zu vermeiden, reicht es, ca. drei mal wöchentlich zu füttern.

      LG

      Chris

      1. Jessica

        Hallo Chis!

        Neben B. Splendens züchte ich einige andere betta wildformen und kann dir sagen: 2/3 leben zusammen mit Neocaridna 😉

        Sie sind wahre Charaktertiere. Bei dem einen klappt es, bei dem anderen nicht. Du hast also einen erwischt der diese zum fressen gerne hat 😉

        Was das Thema verfettung angeht hast du recht, alle 2 – 3 Tage genügt

        Liebe Grüße
        Jessy

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Ähnliche Arten

Aus der Gruppe Labyrinthfische, ähnlich groß.

Alle Zierfische
Smaragd-Kampffisch

Labyrinthfische

Smaragd-Kampffisch

Betta smaragdina

  • Endgröße: bis 7 cm
  • Aquarium: ab 112 l
  • Temperatur: 22-28 °C
  • pH-Wert: pH 5,5-7,5
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Mittel

Paarweise halten, territorial

China-Makropode

Labyrinthfische

China-Makropode

Macropodus ocellatus

  • Endgröße: 8 cm
  • Aquarium: ab 112 l
  • Temperatur: 10-22 °C
  • pH-Wert: pH 6-7,5
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Mittel

Paarweise halten, territorial

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Labyrinthfische

Honigfadenfisch

Trichogaster chuna

  • Endgröße: bis 5,5 cm
  • Aquarium: ab 54 l
  • Temperatur: 22-28 °C
  • pH-Wert: pH 6-7,5
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Einfach

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Schwarze Spitzschwanzmakropode

Labyrinthfische

Schwarze Spitzschwanzmakropode

Pseudosphromenus cupanus

  • Endgröße: bis 7,5 cm
  • Aquarium: ab 112 l
  • Temperatur: 20-28 °C
  • pH-Wert: pH 6-7,5
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Einfach

Paarweise halten, friedlich

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