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Epalzeorhynchus bicolor – Feuerschwanz

Epalzeorhynchus bicolor – Feuerschwanz

Quelle Manuel Roth FA.EFS

Herkunft

Südostasien; Malaysia, Thailand

Lebensraum

Fließgewässer mit Stein- und Holzablagerungen am Grund

Beschreibung

Der Feuerschwanz, Epalzeorynchos bicolor bzw. Labeo bicolor stammt aus Zentral- Thailand, vor allem im Mae Nam Chao Phraya (Chao-Phraya-Fluss) und in den Flüssen der Paknampo- Region.

Die Tiere stammen aus der Familie der Karpfenfische.
In der Zoohandlung werden diese Tiere sehr oft zu erschwinglichen Preisen von 3 – 7 Euro angeboten. Diese Tiere sind wunderschön, denn der Hai- ähnliche, schwarze Körper mit einer roten Flosse des Feuerschwanzes strotzt vor purer Schönheit.

Dazu kommt das seichte Schwimmverhalten der Tiere. Oft wird ihnen auch nachgesagt, sie seien hervorragende Algenvertilger. Eigenschaften, die zum Kauf verlocken, gar zum Spontankauf. Doch gerade bei diesen Tieren ist es wichtig sich gut zu überlegen, was man sich dort holt, denn die Ansprüche, gerade in puncto Platzbedarf sind sehr hoch!
Früher war es gang und gebe, diese Tiere einzeln in kleineren Becken zu halten, da sie zu mehren äußerst aggressiv untereinander werden. Später einigte man sich darauf, dass man sie entweder alleine, oder nur zu maximal 3 Tieren pflegen sollte, da sich hier die Aggression etwas verringern soll. Fast ein guter Anhaltspunkt für die Heutigen Ansichten einer Haltung in großen Gruppen ab 8 Tieren. Denn je mehr in einer Gruppe leben, umso eher bildet sich hier die Rangordnung. Dies gewährleistet ein friedliches (!) zusammenleben ab den Punkt, wo die genaue Rangodnung geregelt ist. Platzmangel und Einzelhaltung sorgt für sehr starke Verhaltensstörungen, die diese eigentlich ruhigen Tiere zu wahren Tyrannen machen kann. Umgekommen ist hierbei noch kein Tier, wenn ihnen der nötige Platz geboten wird. Denn neben der richtigen Gruppenstärke ist dies der wichtigste Punkt – Platz. Die früher geschilderten Aggressionen sind ebenfalls den viel zu kleinen Aquarien zuzuschreiben.
Da der Feuerschwanz mit über 25 cm groß wird, sind hier Becken ab 250 cm Länge und 80 – 100 cm tiefe optimal. Die Höhe spielt hier eine eher geringfügige Rolle. Grund für diese Maße ist das Sozialverhalten und die Schwimmfreudigkeit. Diese Tiere verbringen die meiste Zeit damit, auf Futtersuche zu gehen. In der Natur legen sie hier sehr weite Strecken zurück. Beide Tiere können ein Alter von etwa 15 bis maximal 20 Jahren erreichen!
Das Aquarium für diese Tiere sollte sehr gut strukturiert werden. Pflanzen spielen hier bei der Einrichtung nur eine nebensächliche Rolle. Ein feiner Bodengrund aus Sand oder sehr feinem Kies ist zum gründeln wichtig, damit sich die Tiere nicht verletzen können. Als Einrichtung eignen sich große, abgerundete Steine sowie viel Holz in Form von Ästen und Wurzeln. Dies dient nicht nur als Unterschlupf, sondern auch als Nahrungsquelle, da hier Kleinstorganismen abgeweidet werden. Die Beleuchtung sollte nicht zu hell gewählt werden. Als Pflanzen eignen sich daher sehr gut Vallisneria, Anubais, Farne und einige Echinodorus sowie Cryptocorynen.
Neben der richtigen Einrichtung tut man diesen Tieren einen besonders großen Gefallen, wenn man eine gute Strömung einbringt. Ein ordentlicher Filter sorgt nicht nur für eine nötige Wasserpflege, sondern auch für eine gesunde Strömung. Eine separate Strömungspumpe verhilft hier ebenso zu einer guten Strömung. Man kann den Tieren dabei zusehen, wie sie diese aufsuchen und sich in diese legen. Hierbei ist es egal, ob man mit einem hamburger Mattenfilter arbeitet, oder mit einen Innenfilter usw.
An den Wasserwerten stellen beide keine all zu hohen Ansprüche. Ein pH von 6,5 – 7,2, dGh° bis 18 und eine Temperatur von 22 – 27 Grad ist hier ideal. Kurze Winterphasen vertragen die Tiere sehr gut und bilden in der „Sommerzeit“ einen schönen Laichansatz.
Auch in Sachen Futter sind diese Tiere nicht wählerisch, sollten aber dennoch hochwertig versorgt werden. Sie nehmen problemlos Trockenfutter in Form von Flocken, Granulat und Tabs. Doch Frost- und Lebendfutter sollte hier ebenfalls gefüttert werden. Daphnien, Mückenlarven, Krill usw. wird dankend angenommen. Eine ausgewogene Ernährung mit Grünfutter (reich an Kelb) und Frost- bzw. Lebendfutter fördert das Wachstum und dessen Gesundheit erheblich!
Optimal lassen sich beide mit Tieren vergesellschaften, die ähnliche bzw. gleiche Ansprüche haben und in strömungsreichen Gewässern leben. Prachtschmerlen, diverse Barben wie Dawkinisa usw. eignen sich hervorragend! Ostafrikanische Buntbarsche oder Diskusbecken sind hingegen keine gute Wahl.
Alles in allem sind es wunderschöne, charakterstarke Tiere, die wenn man dessen Bedürfnisse beachtet, alles andere als aggressiv sind und definitiv nicht für kleine Becken geeignet sind. Wer die Möglichkeit hat diese Tiere aufnehmen zu können, sollte sich privat umschauen und Tieren in Not ein schönes Zuhause bieten.

Temperatur: 22 – 27°C

pH: 6,5 -7,2
KH: 
GH: bis 18 °dGH
Leitwert:
 
Besonderheiten
Allesfresser, aber auch sehr guter Algenfresser. In der Natur praktisch ausgestorben. Es werden nur Nachzuchten angeboten.  Das Becken sollte viele Verstecke, Höhlen und robuste Pflanzen bieten. Gut strukturierte Einrichtung hilft den Tieren, ihr Revier abzugrenzen! Der Bodengrund sollte aus feinem Sand oder Kies bestehen. Freier Schwimmraum sollte ebenfalls vorhanden seinErnährungC; O; LF, TF, Pflanzenkost, Algen und Tablettenfutter

Quelle:
Bernd Silbermann (Silbermann Aquaristik)

EFS • Partner des Zoofachhandels

Jessica Stanzel

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Jessica Kreit

Es ist wirklich traurig, dass dieser wunderschöne Fisch in Einzelhaltung vor sich hinvegetieren muss. Ich hatte gedacht, dass wenigstens ihr von Myfish dem entgegen wirkt – falsch gedacht! E.bicolor ist bei richtiger Haltung mitnichten ein Einzelgänger! Im Gegenteil! In großen Becken ab 400l aufwärts mit vielen Pflanzen lassen Sie sich wunderbar in der Gruppe halten! Das Verhalten untereinander ist dann alles andere als aggressiv! Leider hat das wohl von euch noch niemand gesehen, sonst würdet ihr diesen Mist nicht auch so unreflektiert weiterverbreiten. Ein Vereinskollege hatte solch ein Becken. 450l viele Pflanzen, eine große Gruppe E.bicolor und ja dazu auch… Weiterlesen »

Jessica Stanzel

Da Ihr die Ratschläge ja gerne annehment (was ich euch hoch anrechne!) hier mal mein Bericht 🙂 Epalzeorhynchos bicolor – Feuerschwanz Fransenlipper Der Feuerschwanz, Epalzeorynchos bicolor bzw. Labeo bicolor stammt aus Zentral- Thailand, vor allem im Mae Nam Chao Phraya (Chao-Phraya-Fluss) und in den Flüssen der Paknampo- Region. Die Tiere stammen aus der Familie der Karpfenfische. In der Zoohandlung werden diese Tiere sehr oft zu erschwinglichen Preisen von 3 – 7 Euro angeboten. Diese Tiere sind wunderschön, denn der Hai- ähnliche, schwarze Körper mit einer roten Flosse des Feuerschwanzes strotzt vor purer Schönheit. Dazu kommt das seichte Schwimmverhalten der Tiere.… Weiterlesen »

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