Dimidiochromis compressiceps
Beschreibung
Dimidiochromis compressiceps, der Messerbuntbarsch oder „Eye-Biter“, ist ein großer, seitlich stark komprimierter Malawisee-Cichlide mit einer Gesamtlänge von etwa 25 cm. Der extrem abgeflachte Körper ermöglicht es der Art, sich in Valisneria-Beständen zu tarnen und auf Beute zu lauern. Männchen entwickeln im Alter eine intensive metallisch-blaue Färbung; Weibchen und Jungtiere zeigen eine silbrige Grundfärbung mit einem dunklen Längsband.
Der englische Trivialname „Eye-Biter“ bezieht sich auf das dokumentierte Jagdverhalten, bei dem D. compressiceps gezielt auf die Augen kleinerer Fische zielt. Im Aquarium zeigt die Art ein räuberisches, territoriales Verhalten. Männchen beanspruchen große Reviere und sind gegenüber Artgenossen und anderen Cichliden aggressiv.
D. compressiceps stammt aus dem Malawisee und benötigt hartes, alkalisches Wasser.
Besonderheiten
- „Eye-Biter“: jagt gezielt auf Augen kleinerer Fische
- Extrem seitlich komprimierter Körper (Tarnung in Valisneria)
- Maternaler Maulbrüter (Weibchen brütet allein)
- Männchen mit intensiver metallisch-blauer Adultkfärbung
- Geschlechtsreife: Männchen ab ca. 8 cm, Weibchen ab ca. 6 cm
- Malawisee-Endemit: hartes, alkalisches Wasser erforderlich
- Brutgröße: 40–100 Eier, Inkubation ca. 3 Wochen
Vergesellschaftungshinweise
Dimidiochromis compressiceps wird als Harem (1 Männchen, 2–3 Weibchen) gehalten. Das Temperament ist aggressiv und territorial. Männchen beanspruchen große Reviere und vertreiben Rivalen energisch. Gegenüber artfremden Fischen ähnlicher Größe zeigt die Art je nach Beckengröße moderate bis hohe Aggressivität.
Schnecken werden toleriert. Garnelen und alle kleineren Fische werden als Beute betrachtet.
Geeignete Beifische: andere robuste Malawisee-Cichliden ähnlicher Größe (Haplochromine). Mbuna sind aufgrund unterschiedlicher Ernährungsanforderungen weniger geeignet. Südamerikanische Weischwasserarten sind nicht kompatibel.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen entwickeln eine intensive metallisch-blaue Färbung mit gelb-orangefarbener Analflosse (Eiflecken). Weibchen bleiben silbrig-grau mit dunklem Längsband und sind kleiner. Geschlechtsreife: Männchen ab ca. 8 cm, Weibchen ab ca. 6 cm.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 23–28 °C, pH 7,5–8,8, GH 10–20 dGH. Hartes, alkalisches Wasser wie im Malawisee.
Beckengröße: mindestens 150 cm Kantenlänge (ca. 800 Liter) für eine Haremgruppe. Sandiger Bodengrund, großzügige freie Schwimmflächen und einzelne Steinaufbauten als Reviermarkierungen. Valisneria und andere robuste Pflanzen als natürliche Deckung. Ausreichend Rückzugsmöglichkeiten für Weibchen.
Mäßige bis kräftige Strömung. Leistungsfähige Filterung. Regelmäßige Wasserwechsel.
Dimidiochromis compressiceps ist eine Art für Fortgeschrittene mit Erfahrung in der Haltung großer Malawisee-Cichliden.
Zucht und Fortpflanzung
Gut dokumentiert, Schwierigkeit mittel. Fortpflanzungstyp: Maternaler Maulbrüter. Zuchtwerte: Temperatur 26–28 °C, pH 7,5–8,5, GH 10–20 dGH.
Das Männchen balzt über einer Sandmulde. Das Weibchen nimmt die befruchteten Eier ins Maul und brütet sie allein aus. Brutgröße: 40–100 Eier. Inkubation: ca. 3 Wochen. Erstfutter: Artemia-Nauplien und feines Trockenfutter. Die Jungfische werden nach dem Entlassen noch einige Tage von der Mutter beschützt.
Ernährung/Futterbedarf
Karnivor bis piscivor. Hochwertiges Frost- und Lebendfutter: Krill, Mysis, Stinte, Garnelen und ganze kleine Fische. Hochwertiges Cichliden-Granulat oder -Pellets als Grundfutter. Spirulina-haltige Beikost ist akzeptabel, sollte aber nicht dominieren.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Dimidiochromis compressiceps ist im Malawisee in Ostafrika (Malawi, Mosambik, Tansania) endemisch. Die Art bevorzugt sandige Bereiche mit dichten Valisneria-Beständen in Ufernähe, typischerweise in flachen bis mittleren Tiefen (2–10 m). Der seitlich komprimierte Körper dient der Tarnung zwischen den schmalen Pflanzenblättern, von wo aus die Art auf kleine Fische lauert.