Mogurnda adspersa

Deutscher Name: Tüpfelgrundel

Bild: Aquarium Glaser
Herkunft:
Australien
Farben:
blau, braun, rot
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Mogurnda adspersa
Gattung: Mogurnda
Familie: Eleotridae

Beschreibung

Die Tüpfelgrundel (Mogurnda adspersa) erreicht bis zu 14 cm Standardlänge und gehört zur Familie der Schläfergrundeln (Eleotridae). Der gedrungene, bodenorientierte Körper zeigt eine dunkelbraune bis gelblich-braune Grundfärbung mit roten sowie weißen bis bläulichen Flecken, die besonders auf der zweiten Rückenflosse zur Geltung kommen. Ein diagnostisches Merkmal sind 30–36 Schuppen entlang der Seitenlinie, was die Art von der nah verwandten Nordischen Tüpfelgrundel (Mogurnda mogurnda, 37–48 Schuppen) unterscheidet. Im Aquarium sitzen Tüpfelgrundeln überwiegend am Bodengrund und nutzen Wurzeln, Steine und Pflanzen als Rückzugs- und Laichplätze. Sie durchstreifen systematisch den Untergrund auf der Suche nach Beute. Gegenüber gleich großen oder größeren Fischen zeigt die Art ein zurückhaltendes bis friedliches Verhalten, gegenüber Artgenossen hingegen territoriales Revierverhalten. Saisonal verstärkt sich dieses Revierverhalten während der Laichzeit, wenn Männchen kontrastreicher und farbintensiver auftreten. Besonderheiten der Art sind die ausgeprägte Brutpflege des Männchens und die Vorliebe für strukturierte Uferbereiche mit vielen Versteckmöglichkeiten. Die Art ist ein aktiver Springer, das Aquarium muss dicht abgedeckt sein. Die Tüpfelgrundel gilt in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet als gefährdet.
Sozialverhalten: Paarweise
Temperament: territorial
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Männliche Brutpflege: Männchen treiben die Brutpflege, fächeln die Eier und verteidigen das Revier
  • Territorial während der Brutzeit; Revierverhalten gegenüber Artgenossen
  • Bodennaher Lebensstil: bevorzugt Sand- oder Schlammboden mit Verstecken
  • Junggarnelen sind gefährdet; adulte Garnelen und Schnecken werden meist toleriert
  • Hohes Sprungrisiko: Aquarium dicht abdecken
  • Färbungsintensivierung der Männchen vor der Balz
  • Im Verbreitungsgebiet als gefährdet eingestuft

Vergesellschaftungshinweise

Die Tüpfelgrundel wird am besten in kleinen Gruppen oder als Paar gehalten. In der Praxis bilden diese Fische lockere soziale Strukturen, bei denen individuelle Reviere entstehen können. Junge Tiere paaren sich oft nach natürlichem Paarungsverhalten, wenn mehrere Jungtiere zusammen aufgezogen werden. Da die Art territoriale Tendenzen zeigt, kann ausreichende Beckengröße mit vielen Versteckmöglichkeiten Aggressionen reduzieren. Im Alltag zeigen die Tiere ein eher ruhiges, zurückhaltendes Verhalten und sind gegenüber gleichgroßen oder größeren, ruhigen Beifischen friedlich. Während der Fortpflanzungszeit verändert sich das Verhalten deutlich: Männchen werden sehr territorial und zeigen intensive Brutpflege, was mit Aggressionen gegen Eindringlinge einhergeht. Schnecken werden weitgehend toleriert, adulte Garnelen sind meist unproblematisch, Junggarnelen können gefährdet sein. Als Bewohner des australischen Murray-Darling-Systems ist die Tüpfelgrundel am besten mit robusten, friedlichen Arten zu vergesellschaften. Geeignete Beifische sind Regenbogenfische und Pseudomugil-Arten aus Australien und Ozeanien. Auch Corydoras-Welse und andere robuste, friedliche Schwarmfische sind als kompatible Beckengenossen dokumentiert. Vom Zusammenbringen mit aggressiven Arten oder sehr kleinen Fischen ist abzuraten, da die Tüpfelgrundel jeden Fisch, der ins Maul passt, als Beute betrachtet.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen und Weibchen sind gut unterscheidbar, besonders zur Laichzeit. Männchen entwickeln intensive Farben, wirken deutlich kontrastreicher und zeigen häufig einen leichten Nackenbuckel. Die Genitalregion des Männchens ist durch eine längere, spitz zulaufende und nach hinten gebogene Genitalpapille geprägt, die auch kräftig gefärbt sein kann. Weibchen erscheinen fülliger, sind in der Körperform runder und tragen eine blassere, stumpfe Legeröhre.
Größe: ca. 14 cm

Haltungstipps / Pflege

Die empfohlenen Aquariumwerte betragen 16–24 °C, pH 7,0–7,5 und GH 10–20 dGH. Kurzfristige saisonale Absenkungen der Temperatur auf rund 16 °C können natürliche Verhaltensweisen fördern und die Laichbereitschaft positiv beeinflussen. Das Mindestbecken sollte eine Kantenlänge von 120 cm aufweisen (ca. 160 Liter), um ausreichend Raum zur Revierbildung und zur Bildung strukturierter Aufenthaltsbereiche zu bieten. Die Tüpfelgrundel ist ein aktiver Springer, das Becken muss dicht abgedeckt sein. Die Einrichtung sollte aus einer feinsandigen oder fein kiesigen Bodenschicht bestehen, kombiniert mit zahlreichen Verstecken wie Wurzeln, Höhlen und flachen Steinen. Dichte Uferbepflanzung und Bereiche mit feinstrukturiertem Totholz schaffen Rückzugsmöglichkeiten. Helle, flache Flächen aus glattem Material oder Glas werden als Laichsubstrat gerne angenommen. Da die natürlichen Vorkommen meist ruhige bis langsam fließende Gewässer sind, ist auf moderate Strömung zu achten. Ein gut dimensionierter Außen- oder Innenfilter, der biologisch zuverlässig arbeitet, sorgt für stabile Wasserqualität. Die Tüpfelgrundel ist eine lohnende Art für Aquarianer, die strukturierte Becken mit bodenbetonter Einrichtung schätzen. Die Kombination aus anspruchsloser Nahrungsaufnahme, interessantem Territorialverhalten und ausgeprägter Brutpflege des Männchens bietet sowohl für erfahrene Halter als auch für Fortpflanzungsversuche gute Voraussetzungen. Ein dicht schließender Deckel ist Pflicht, da die Art ein aktiver Springer ist.
Wasserhärte:
mittel bis hart
pH-Wert
7,0-7,5
Temperatur:
16-24 °C
Beckengröße:
ab 120cm, 240 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Für Mogurnda adspersa sind Zuchterfolge im Aquarium gut dokumentiert; die Art ist ein Substratlaicher und die Zucht gilt als mittelschwer. Die Fortpflanzung wird durch bestimmte saisonale Reize initiiert, die dem australischen Sommer entsprechen. Als Zuchtwasserwerte werden 22–27 °C, pH 7,0–7,5 und ein GH von maximal 20 dGH empfohlen. Die Balz wird vom Männchen initiiert; es kommt zu einer deutlichen Intensivierung der Färbung und zu Fächel- und Stellungszeigen mit ausgebreiteten Flossen. Die Eier werden auf einer flachen Oberfläche abgelegt; die Art nutzt je nach Verfügbarkeit auch Aquarienscheiben oder Steinflächen. Nach der Ablage übernimmt das Männchen die Brutpflege und fächert die Eier aktiv mit seinen Flossen. Das Weibchen wird oft vertrieben. Im Aquarium liegen die Gelegegrößen bei 20–40 Eiern, im Freiland bei 280–1.300 Eiern. Die Inkubationszeit beträgt 5–7 Tage. Nach dem Freischwimmen benötigen die Jungfische zunächst feinstes Futter wie Infusorien; danach sind Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen geeignet. Als Zuchtreiz hat sich die Simulation des australischen Sommers bewährt: eine Temperaturerhöhung auf über 22–25 °C kombiniert mit reichlicher Fütterung hochwertiger Lebend- und Frostfutterarten.

Ernährung/Futterbedarf

Die Tüpfelgrundel ist ein anspruchsloser Allesfresser mit deutlich fleischlicher Tendenz. Sie nimmt nahezu alle angebotenen Futtersorten an, bevorzugt aber kräftiges Lebend- und Frostfutter. Zu den bevorzugten Nahrungsmitteln zählen Mückenlarven, Artemia, Daphnien, Tubifex und verschiedene kleine Würmer. Trockenfutter wird in der Regel akzeptiert, sollte aber nicht die einzige Futterquelle sein, wenn optimale Farbintensität und Kondition erzielt werden sollen. Da die Tiere Bodenbewohner sind, sollte die Futtergabe so erfolgen, dass Nahrung auf dem Substrat verbleibt oder aus dem Bodenbereich leicht erreichbar ist. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
ca. 3-5 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Die Tüpfelgrundel stammt aus Australien, vorrangig aus dem Murray-Darling-Becken sowie aus Regionen von New South Wales und Queensland. In der Natur bewohnt sie ruhige bis langsam fließende Gewässerabschnitte, insbesondere stark bewachsene Uferzonen. Typische Habitate sind flache Uferbereiche mit sandigem oder schlammbedecktem Substrat, durchsetzt von Totholz, Wurzeln und Steinen. Die natürliche Schwimmzone ist bodennah; Tüpfelgrundeln halten sich überwiegend in der Nähe des Substrats auf. Die in der Natur gemessenen Temperaturbereiche liegen überwiegend zwischen 16 und 20 °C.

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