Desmopuntius pentazona
Beschreibung
Die Fünfgürtelbarbe (Desmopuntius pentazona) erreicht etwa 5-5,5 cm Standardlänge und ist eine mittelgroße Barbe aus dem nordwestlichen Borneo. Das charakteristischste Merkmal sind fünf deutliche, vertikale dunkle Bänder auf den Körperseiten: eines durch das Auge, drei auf dem Rumpf und eines an der Schwanzwurzel. Ein zusätzlicher schwarzer Fleck an der hinteren Basis der Rückenflosse unterscheidet D. pentazona von der sehr ähnlichen D. hexazona (Sechsgürtelbarbe). Die Grundfärbung ist rötlich-braun bis orange-golden, die Flossen sind rötlich bis orange getönt.
Die Art ist ein ausgeprägter Schwarzwasserspezialist aus den Sumpfwäldern Borneos und stellt hohe Ansprüche an weiches, saures Wasser. Hartes oder alkalisches Wasser wird langfristig nicht toleriert. Wer diese Wasservoraussetzungen erfüllen kann, wird mit einem farbenprächtigen, lebhaften Schwarm belohnt.
Hinweis: D. pentazona und D. hexazona werden im Handel gelegentlich verwechselt. D. pentazona ist endemisch auf Borneo, D. hexazona kommt auf der Malaiischen Halbinsel und Sumatra vor.
Besonderheiten
- Fünf dunkle Querbänder als Erkennungsmerkmal
- Stark angepasst an weiche, saure Schwarzwasser-Habitate (Torfmoore, Borneo)
- Empfindlich gegenüber hartem Wasser und hoher Leitfähigkeit
- Im Handel oft mit D. hexazona verwechselt
- Freilaicher ohne Brutpflege; Laichräuber
- Sprungneigung gering, dennoch Abdeckung empfohlen
Vergesellschaftungshinweise
Desmopuntius pentazona ist ein Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens 8 bis 10 Tieren gehalten werden. Das Temperament ist friedlich und eher zurückhaltend.
Geeignete Beifische sind andere friedliche südostasiatische Arten aus Borneo mit ähnlichen Wasseransprüchen: kleine Bärblinge (z. B. D. johorensis, D. rhomboocellatus, Brevibora dorsiocellata), ruhige Schmerlen (Pangio spp.) und friedliche Labyrinthfische. Große, sehr aktive oder räuberische Arten sind ungeeignet. Schnecken werden toleriert. Adulte Garnelen werden meist toleriert, sehr kleine Junggarnelen können gefressen werden.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind tendenziell schlanker mit intensiverer Färbung und kräftigerer Kontrastzeichnung. Weibchen sind fülliger, insbesondere zur Laichzeit, und in der Grundfärbung insgesamt blasser.
Haltungstipps / Pflege
Die Fünfgürtelbarbe benötigt 21-26 °C, einen pH-Wert von 4,5-7,0 (optimal 5,0-6,5) und eine Gesamthärte von 0-5 °dGH. Weiches, saures Wasser ist notwendig. In hartem oder alkalischem Wasser zeigen die Tiere blasse Färbung, werden anfällig für Krankheiten und leben deutlich kürzer. Osmosewasser mit Schwarztorf-Aufbereitung oder Eichenblättern schafft naturnahe Bedingungen.
Für eine Gruppe von mindestens 8-10 Tieren sind 80 cm Kantenlänge und 112 Liter erforderlich. Die Einrichtung sollte dem Schwarzwasser-Lebensraum nachempfunden werden: dunkler feiner Sand, Wurzeln und Totholz, gedämpfte Beleuchtung durch Schwimmpflanzen. Seemandelbaumblätter oder Eichenblätter geben Huminsäuren ab und färben das Wasser. Javafarn, Moose und Anubias eignen sich als Bepflanzung. Der Filter sollte gute Leistung ohne starke Strömung bieten.
Zucht und Fortpflanzung
Dokumentiert, schwierig. Zuchtwasserwerte: 24 bis 26 °C, pH 5,5 bis 6,5, GH maximal 5 dGH.
Freilaicher ohne Brutpflege. Separates, schwach beleuchtetes Zuchtbecken mit Laichrost, feinem Netz oder Javamoos. Eltern müssen nach dem Ablaichen sofort entfernt werden (Laichräuber). Ablaichen erfolgt typischerweise am Morgen. Eier schlüpfen nach ca. 24 bis 36 Stunden, Jungfische nach 3 bis 4 Tagen freischwimmend. Erstfutter: Infusorien, danach Mikrowürmchen und Artemia-Nauplien.
Ernährung/Futterbedarf
Als Mikroprädator frisst die Fünfgürtelbarbe in der Natur kleine Insekten, Würmer und Krebstierchen. Im Aquarium werden Lebendfutter und Frostfutter wie Artemia, Daphnien, Cyclops und Mückenlarven bevorzugt. Hochwertiges Flockenfutter und feines Granulat werden ebenfalls akzeptiert. Regelmäßige Gaben von Lebendfutter fördern Gesundheit und Farbintensität. Mehrmals täglich in kleinen Portionen füttern.
Natürlicher Lebensraum
Desmopuntius pentazona stammt aus Südostasien mit Vorkommen auf Borneo (Malaysia und Indonesien). Die Art bewohnt Torfmoor-Sümpfe und zugehörige Schwarzwasserbäche mit dichter Ufervegetation, überhängenden Wurzeln und stark huminstoffhaltigem Wasser.