Ambystoma andersoni: Der Anderson-Querzahnmolch in Hannover

Ambystoma andersoni: Der Anderson-Querzahnmolch in Hannover

Projektstatus: aktiv
Level 4 – Experte
Zuchtaktion 6
Synonyme:
Anderson-Querzahnmolch
Art:
Ambystoma andersoni
Start des Projektes:
Januar 19, 2021
Zuchtgrund:
Ich hatte mir eigentlich das später beschriebene Aquarium zugelegt,um mit der Haltung von Axoloteln (Ambystoma mexicanum) zu beginnen. Ein Freund hat mich auf die Zuchtaktion von myFish und dem VDA aufmerksam gemacht. Da ich Tierarzt bin und schon seit Längerem bei einem Artenschutzprojekt teilnehmen wollte habe ich mich bei der Zuchtaktion beworben und wurde dann auch ausgewählt.
Zuchttiere:
Am 19.01.2021 sind vier Zuchttiere bei mir eingetroffen. Da die Tiere noch nicht adult sind ist eine Geschlechtsbestimmung bei Zuchtbeginn nicht möglich. Die Tiere scheinen alle gesund zu sein und haben eine Länge von ca. 18 Zentimetern
Zuchtaufbau:

Das Hauptbecken, in dem die Zuchtgruppe bestehend aus vier Tieren untergebracht wird, hat die Maße 100cm*50cm*40cm (L*H*B).Es handelt sich um ein Juwel Rio 180 Becken mit dem dazugehörigen Unterschrank. Auch die Beckenabdeckung ist die Originalabdeckung.

Als Pumpe und Filter dient ein Tetraex800plus Außenfilter. Das Ansaugrohr befindet sich in der hinteren rechten Ecke des Beckens in ca. 5-10 Zentimetern Bodenhöhe. Das Ansaugrohr ist zudem mit einem groben Vorfilterschwamm bedeckt. Das Ausströmrohr befindet sich in der hinteren linken Beckenecke knapp unterhalb der Wasseroberfläche und lässt das Wasser gegen die Frontscheibe des Beckens strömen. Dadurch gibt es eine, in meinen Augen, recht gute Wasserumwälzung im Becken und dennoch eine strömungsarme Wasserschicht in Bodennähe.

An den Filter angeschlossen ist ein BlueMarine Chiller 200. Er ist zum Start des Projektes auf 18 Grad Celsius eingestellt, das heißt, dass der Kühler ab 19 Grad Celsius Wassertemperatur anspringt und die Beckentemperatur auf 17,9 Grad Celsius herunterkühlt.

Anfangs befand sich zudem ein Belüftungsstein in der hinteren linken Beckenecke. Selbiger wurde allerdings nach dem Einsetzen der Tiere entfernt (Verletzungsgefahrdurch raue Oberfläche?).

Beleuchtet wird das Becken mit einer LED-Lichtleiste. Wie viel Lux die Leiste hat kann ich leider nicht angeben, da ich die LED-Leiste gebraucht gekauft habe. Die Leiste ist so ausgerichtet, dass es in der vorderen Hälfte des Beckens einen "Sonnenbereich" gibt und in der hinteren Hälfte des Beckens einen "Schattenbereich".

Das Becken ist mit 2-4mm starkem abgerundeten Naturkies in heller Farbe befüllt. Die Bodenschicht ist ca. 5 Zentimeter hoch. Zudem befinden sich im Becken 3 glatte Steine, zwei Keramikröhren und eine Tonhöhle mit zwei Eingängen.

Im Becken befinden sich zudem mehrere Wasserpflanzen;

Mehrere Stängel Wasserpest, ein Busch Fettblatt, ein Busch grüner Wasserkelch und zwei Büsche rotblättriger Wasserpflanzen, deren Name mir leider entfallen ist (vllt kann die Community helfen?).

Das Becken befindet sich seit dem 26.10.2020 in der Einlaufphase.

Im November und Dezember sind eine Schar Neocaridina davidii und ein Schwarm Endlerguppys eingezogen um die Filterbakterien zu füttern (ich erhoffe mir so einen Nitritanstieg nach dem Einsetzen der Querzahnmolche zu ersparen).

 

 

 

 

Wasserwerte:

NO3: 10 mg/Liter

NO2: 0mg/Liter

GH(in deutscher Härte): 7-14

KH:6

pH:7

Cl2:0

Futter:
Gefüttert werden vorrangig proteinarme Pellets der Firma Aquaterratec. Als Beifutter dienen anfangs rote Mückenlarven (Frostfutter) und gebrühte Bachflohkrebse (Frostfutter) sowie weiße Mückenlarven (lebend).
Futtertierzucht:
Eine Futtertierzucht ist zum jetzigen Stand nicht vorhanden.
Weitere Beschreibungen:
Videos:
Bewertung
Neuigkeiten zur Zucht
Monat 5–6
Juni 19, 2021
Hallo, Von uns gibt es endlich wieder ein Update. Zuerst aber mal Glückwunsch an die Züchter die schon Nachwuchs haben 😄 Bei uns gibt es eigentlich auch nicht allzuviel zu berichten... Unseren Andersonis geht es prächtig😊 alle vier stehen nach wie vor gut im Futter und sind auch während der aktuellen Hitze sehr aktiv (die haben ja auch den Luxus einer Klimaanlage). Da allerdings die Aquarienscheiben von außen beschlugen, haben wir uns dazu entschlossen, einen Kühlventilator für das Aquarienzimmer (welches glücklicherweise unser Wohnzimmer ist) anzuschaffen. Als kleines Update zum Geschlechterverhältnis: anscheinend haben wir immer noch vier Weibchen im Becken 😅 Allen Züchtern auch weiterhin viel Erfolg und Spaß bei der Zucht😋
Tag 41-90
April 19, 2021
Heute gibt es endlich wieder ein Update zu unseren Andersonis. Alle Tiere sind wohlauf und agil. Die Fütterung der Tiere mit der Pinzette klappt auch immer besser. Vergangene Woche habe ich das erste mal den Filter gesäubert und zudem auch versucht den Mulm am Beckenboden abzusaugen. Allerdings ist der Mulm so fein, dass er durch unseren elektrischen Mulmsauger lediglich zerstäubt wird. Wir überlegen uns momentan eine Lösung für dieses Problem und sind für Anregungen offen;) Leider hat sich immernoch keines der Tiere als Männchen geoutet, weshalb wir momentan davon ausgehen, dass wir ein reines Damenquartett im Becken haben. Ansonsten gibt es von uns nicht sonderlich viel zu berichten... Die Wasserwerte im Becken bleiben konstant, lediglich der Durchlaufkühler springt öfter an als in den Wintermonaten. Dies scheint die Tiere aber in keiner Weise zu stören. Zuletzt kann noch berichtet werden, dass im Laufe des Projektes die Population der tierischen Mitbewohner stark geschrumpft ist. Von anfangs knapp 20 Endlerguppys sind nur noch zwei Weibchen übrig und auch die Zahl der Süßwassergarnelen ist auf ein halbes Dutzend geschrumpft. Also scheinen unsere Querzahnmolche doch richtige Jäger zu sein. Wir melden uns wieder sobald es etwas Neues von den Molchen zu berichten gibt.
Tag 15-40
Februar 28, 2021
Soooo, nach einer etwas längeren Pause melde ich mich mal wieder mit einem neuen Update. Unseren vier Wasserdrachen geht es super. Alle Tiere sind aktiv und fressen gut. Neben den low-Protein-Pellets haben die Tiere jetzt auch zwei mal Filet vom Bachsaibling bekommen (mit Haut). Die Tiere werden immer zutraulicher und klettern einem beim Scheibeputzen gerne auf die Hand und versuchen die Finger zu fressen 😅 Zudem haben wir beobachten können, dass sich die Kiemen bei erhöhter Aktivität und Aufregung tiefdunkelrot färben, bei Inaktivität erscheinen die Kiemen aber schwarz (wir hielten einen der Molche zwischenzeitlich für tot bis wir bemerkten, dass er lediglich mit dem Kopf im Gestrüpp versteckt schlief/Tagträume genoss😂). Zuletzt noch eine kleine Bemerkung zur Geschlechterverteilung bei uns im Becken: bis zum jetzigen Zeitpunkt möchte sich noch keiner der Querzahnmolche als Kerl outen. Alle Tiere weisen eine kleine Kloake auf. Wir hoffen natürlich, dass sich ganz bald einer/zwei der Andersonis als Männchen offenbaren. Ich versuche ab jetzt auch wieder regelmäßiger Updates hochzuladen.
Tag 8-14
Februar 2, 2021
Soooo, Woche zwei des Zuchtprojekts liegt hinter uns und hat einen kleinen Schockmoment für uns bereit gehalten. Am Sonntagabend fiel uns bei einem der Tiere ein geringgradiger Kloakenvorfall auf. Nach circa dreißig Minuten reponierte sich der Prolaps glücklicherweise von alleine und das Tier erholte sich schnell von dem Vorfall, sodass ein weiteres Eingreifen nicht von Nöten ist. Das Tier wird allerdings auch weiterhin beobachtet. Ich frage mich natürlich was die Ursache für den Prolaps ist und habe die größeren Posthornschnecken im Becken im Verdacht. Denn ich fand mehrere verdaute Schneckengehäuse im Becken welche teils scharfe Kanten aufweisen. Daraufhin habe ich alle Schnecken welche größer als einen Millimeter sind aus dem Becken entfernt. Ansonsten verlief die zweite Woche ruhig. Ich habe lediglich die Futterration ein wenig verringert, da die Tiere ja sehr gierig die Schnecken aus dem Becken vertilgen (seit Tag 1 sind alle Blasenschnecken aus dem Becken verschwunden, es waren etwa 40 teils ausgewachsene Exemplare). Am Tag 14 habe ich auch erneut einen Wasserwechsel von 30 Litern durchgeführt und die Scheiben des Aquariums gesäubert. Die Tiere waren sehr sehr neugierig und schnappten teilweise nach dem Schwamm und meinen Fingern. Sie wirken generell sehr zutraulich und wenig schreckhaft. Wie versprochen füge ich heute auch wieder neue Bilder von den Tieren bei. Zuletzt noch ein kleines Update zu den Bissverletzungen aus Woche 1: Beide Tiere haben ein ganz normales Verhalten und die Wunden sind auch gut abgeheilt. Bei der Schwanzverletzung steht lediglich noch ein kleines Stück ab welches aber auch Schritt für Schritt kleiner wird.
Tag 3-7
Januar 26, 2021
Die Tiere scheinen sich an ihr neues Becken gewöhnt zu haben. Obwohl die Tiere als tagaktiv gelten sieht man sie auch tagsüber oft in den Höhlen verweilen. Besonders die Keramikröhren sind bei den Molchen sehr beliebt. In den letzten Tagen habe ich verschiedene Futtersorten ausprobiert. So hat jeder Molch am Tag 4 einen toten männlichen Endlerguppy bekommen. Am Tag 5 gab es neben den Low-Protein-Pellets noch 6 Gramm rote Mückenlarven (Frostfutter) welche lose ins Becken gegeben wurden. Diese Vorgehensweise ist absolut nicht zu empfehlen. Zum einen schnappen die Tiere auch nach Artgenossen, da es im gesamten Becken nach Futter riecht, zum anderen können die Molche einzelne Mückenlarven nur sehr schwer aufnehmen ohne dabei Massen an Bodengrund mit zu verschlucken. Bei der Fütterung mit den Mückenlarven ereignete sich eine kleine Bissverletzung an einer Hinterzehe eines Molches, welche allerdings schnell abgeklungen war (es war nur ein kleiner Kratzer). Im Laufe der ersten Woche konnte zudem bei allen Tieren Kotabsatz verzeichnet werden (teils wurden die Tiere währenddessen beobachtet, teils fand ich Kothaufen und Tier mit leicht eingesunkenem Abdomen, was auf den Kotabsatz zurückzuführen ist). Alle Tiere sind nach wie vor futterfest und werden täglich mit zwei Pellets gefüttert (ich bin auf die Pellets für Tiere über 15 cm gewechselt, da diese einfacher mit der Pinzette zu verfüttern sind und auch einfacher/mit weniger Bodengrund von den Molchen aufgenommen werden können). Alle zwei Tage gibt es zu den Pellets kleine Leckerbissen wie gebrühte Bachflohkrebse oder lebende Mückenlarven. Der Samstag wurde von mir nun als Fastentag festgelegt um einer Verfettung der Tiere entgegenzuwirken. Die Wasserwerte im Becken sind weiter stabil. Dennoch habe ich am Tag 6 einen kleinen Wasserwechsel durchgeführt (20%). Die Tiere ließen sich nicht aus der Ruhe bringen und reagierten auch nicht auf den kurzzeitigen Temperaturabfall (16 Grad, ansonsten zwischen 17,5 und 18,5 Grad). Wer mehr Bilder von den Tieren sehen möchte kann gerne den Instagramaccount andersoniedersachsen besuchen. Bei dem nächsten Update auf Myfish wird es aber auch wieder mehr Bildmaterial geben.
Tag 1 und 2
Januar 19, 2021
So, das Zuchtprojekt kann endlich beginnen. Leider ist es mir in meiner Wohnung nicht möglich eine Quarantäne für die Tiere durchzuführen. Das liegt daran, dass durch die Heizaktivität meiner Nachbarn unter mir meine eigene Wohnungstemperatur mitsteigt und nachts die 20 Grad Celsius überschreitet. Das Thermometer, welches ich im Terrarium meiner Vogelspinne benutze, zeigt eine Temperaturspanne von 15,5-21 Grad Celsius an. Daher habe ich mich dazu entschlossen die Tiere direkt am Tag 1 in das Zuchtbecken einzusetzen. Nach einer Schrittweisen Angewöhnung an das Aquarienwasser und an die Wassertemperatur habe ich die Tiere mit OP-Handschuhen bekleidet in das Becken gesetzt (während der Eingewöhnung habe ich das Aquarienlicht ausgeschaltet, das Licht ist nur für die Fotos angeschaltet). Die Tiere waren anfangs etwas aufgedreht und haben teilweise auch nach Artgenossen geschnappt. Hierbei ereignete sich die bis dato einzige Verletzung bei einem Tier. Ein Molch wurde in die Schwanzspitze gebissen und weist hier einen kleinen Riss auf. Nach anfänglicher Aufregung erkundeten die Tiere ihr neues Becken und schnappten hier und da nach Blasenschnecken, welche durch die Bepflanzung mit eingezogen sind. Die Tiere scheinen die Nähe zu Artgenossen zu suchen und teilen sich gerne eine Keramikröhre oder liegen auch so im Freien gerne Haut an Haut nebeneinander. Tag 2: Die Tiere scheinen sich gut eingelebt zu haben. Beim Öffnen der Aquarienabdeckung erschrecken sie sich noch ein wenig, beruhigen sich aber umgehend wieder. Die Wasserwerte aus der Einlaufphase sind stabil geblieben. Heute habe ich das erste mal die Tiere mit Pellets für Anderson-Querzahnmolche ab 8 Zentimetern Länge gefüttert. Für jedes Tier habe ich 3 Pellets ins Becken gegeben (Empfehlung des Herstellers sind 3-5 Pellets pro Tier und Tag). Zudem habeich 5 Gramm überbrühte Bachflohkrebse (Frostfutter) verfüttert. Jedes der Tiere hat mindestens ein Pellet zu sich genommen un drei der Molche suchen rege nach den Bachflohkrebsen (einem der Molche scheinen sie nicht zu schmecken). Kleines Update zur Bissverletzung: Der Riss hat eine saubere scharfe Kante. Es ist bis jetzt kein Befall mit Pilzen/Bakterien zu erkennen. Daher möchte ich das Tier vorerst weiter im Becken belassen und keine Krankenquarantäne beginnen. Zudem frisst der verletzte Molch sehr gut und zeigt kein von den anderen Tieren abweichendes Verhalten.
Züchter:
Matthias Kempkes

Matthias Kempkes

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Selina1507

Ich konnte ähnliche Erfahrungen sammeln. 🙂

Wiracocha

kannst du schon erkennen geschlecht? ich angeblich habe nur weibchen

bitte wenn du so viel mänchen bitte vielleicht wir konnen austauschen!

Matthias Kempkes

Hallo,
Stand jetzt haben wir vier Weibchen im Becken sodass eine Abgabe nicht möglich ist.

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