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Brachionus cf.calyciflorus – Süßwasser-Rädertierchen

Ohne Lebendfutter ist es bei vielen Zierfischen nach der Geburt nicht möglich, diese in den ersten Tagen optimal anzufüttern. Salinenkrebse, Artemia spec., sind das optimale Futter für die meisten Jungfische, für viele Jungfische allerdings noch zu groß. Für diese Arten gibt es mehrere andere Möglichkeiten, diese von Beginn an optimal zu ernähren. Eine davon ist das Anfüttern der Jungtiere mit den Süßwasser-Rädertierchen, Brachionus cf. calyciflorus.

Wenn man mit diesen Rädertierchen besonders kleine Jungfische anfüttern möchte, muss man zuerst eine stabile Kultur dieser Rädertierchen etabliert haben. Das ist nicht ganz so einfach und verlangt eine disziplinierte Pflege der Kultur. Wenn die Kultur allerdings läuft, kann sie sehr ergiebig sein.

Beim Verfüttern von Einzellern ist es sehr wichtig, dass diese auch gut ernährt sind, denn eigentlich sind sie nur der “Koffer“ für den Inhalt und somit wertlos. Der Inhalt ist das was entscheidet, ob die Jungtiere gut oder weniger gut ernährt werden.

Zum Füttern der Rädertierchen gibt es verschiedene Möglichkeiten, zum einen gibt es extra für diesen Zweck hergestelltes Kunstfutter oder Algen, die man selbst züchtet oder als Konzentrat verwendet.

Verwendet man das Kunstfutter, hat man eine explosionsartige Vermehrung der Rädertierchen, allerdings auch eine Massenvermehrung der Bakterien, die wiederum die Wasserqualität unter Umständen derart belasten können, dass die ganze Kultur umkippt. Des Weiteren bilden sich auch andere Einzeller, die wiederum die Rädertierchen verdrängen können. Die Kunst beim Füttern der Rädertierchen mit dem Kunstfutter ist die Dosierung des Futters. Wenn man das beherrscht, kann man immer auf ein sehr gut ernährtes Jungtierfutter zurückgreifen.

Beim Verfüttern von Algen hat man eine, von der Menge her, gleichmäßig wachsende Kultur, in der sich in der Regel keine anderen Einzeller etablieren können. Auch ist diese Kultur einfacher im Handling und weniger gefährdet umzukippen.

Unabhängig davon, welches Futter man für die Kultur verwendet, muss man dafür sorgen, dass das Wasser der Kultur immer optimale Werte hat. Der Behälter wird leicht durchlüftet, nicht gefiltert und um die Wasserwerte im optimalen Bereich zu halten, wird die Kultur in regelmäßigen Abständen, um die groben Verschmutzungen festzuhalten, über ein 200 µm Sieb ausgesiebt. Um die Rädertierchen festzuhalten, wird die Kultur dann durch ein 50 µm Sieb ausgesiebt und diese werden dann in frisches Wasser umgesetzt.

Auf diesem Weg kann man alle 2 Tage ein Fünftel der Kultur verfüttern.

 

Brachionus cf. calyciflorus
Mit Algen angereichert
Brachionus cf. calyciflorus
Mit Selco Presso angereichert

 

 

Quelle:
Herbert Nigl, Aquarium Dietzenbach

4 Kommentare

  1. Hallo Micha, ganz einfach bei einem Kunden von Aquarium Dietzenbach. Frage doch Herbert mal per Mail an 😉

  2. Gut zu wissen wäre, wo man eine Startkultur her bekommt. Regentonne oder Tümpel sollten ja keine derartigen Reinkulturen liefern. – Also: Wie geht man vor? Ist ein Versand möglich?
    Und zu den optimalen Wasserwerten: Wie sehen die denn aus? Geht es hier nur um eine möglichst geringe Belastung aus der Zersetzung von Futterresten, oder spielen auch pH, Härte etc. eine entscheidende Rolle?

    Was mich gleich noch zu dieser Frage bringt: Artemia-Nauplien halten ja in sehr weichem, sauren Wasser nicht allzu lange durch.
    Wie sieht es mit Rädertierchen aus? Bleiben die in Aufzuchtbecken bei pH 5 und 20µS lang genug am Leben um für die Fischlarven interessant zu sein?

    Beste Grüße,
    Micha

  3. Wo bekommt man ein 50 µm Sieb ?

    Gruß atdfmb Büttner 0172-3821198
    buettner.privat@gmail.com

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