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Grindalwürmer – Enchytraeus buchholzi

Grindalbox (Erntebereit)

Grindalwürmer dienen als Lebendfutter für tropische Fische zur Konditionierung vor dem Laichen, oder zur Fütterung von jungen schnell wachsenden Fischen. Grindal besitzen nicht nur einen hohen Eiweiß- sondern auch einen hohen Fettgehalt, und sollten daher im Wechsel mit ballaststoffreichem Futter gefüttert werden.

Die Kultivierung der Würmer ist recht einfach und erfordert zwar geringen aber stetigen Pflegeaufwand. Hier wird eine bei uns bewährte Methode beschrieben, die einfach in der Handhabung ist und nach Einfahren der Kultur täglich hohe Erntemengen an Würmern liefert.

Zur Zucht benötigt man einen rechteckigen Glasbehälter in der Größe 20 x 30 x 7 cm.

In den Behälter legt man eine passgenaue 6 cm dicke Schaumstoffplatte in die 6 Rillen (1,5 cm x 1,5 cm) geschnitten werden (siehe Bild). Auf den Schaumstoff wird eine gleichformatige Glasplatte mit aufgeklebtem Glassteg, der als Griff dient, gelegt. So erhält man ein Behältnis das zwar nicht luftdicht jedoch relativ dicht ist. Somit wird das Austrocknen des Ansatzes und das Eindringen von Fliegen und anderen Insekten weitgehend verhindert. Außerdem bildet sich an der Deckelscheibe Kondensat das die feuchtigkeitsliebenden Würmer anlockt, sodaß man sie beim Ernten einfach mit einem Schaber abstreichen kann.

Starten der Kultur:

Zum starten der Kultur befeuchtet man den Schwamm und füllt ca. ½ Teelöffel feine Haferflocken in jeweils eine Rille. Dann beimft man den Schwamm gleichmäßig mit der Starterkultur die man zuvor in 200ml Wasser suspendiert und legt die Glasplatte auf. Am Anfang sollte man den Ansatz täglich kontrollieren. Sobald sich das Futter verbraucht hat oder sich Schimmel an dessen Oberfläche bildet, müssen die Schwämme unter fließendem handwarmen Wasser gründlich ausgewaschen und mit den zuvor abgestreiften und in 200ml Wasser suspendierten Würmern neu beimpf werden. Ist die Kultur nach ein paar Wochen eingefahren und bildet sich die gewünschte Menge Grindalwürmer an der Scheibe, kann man mit der Ernte beginnen und die Futtermenge erhöhen. Zu Beginn sollte man jedoch nicht jeden Tag ernten.

Pflege der eingefahrenen Kultur:

Geerntet wird täglich.

Tag 1:

Sind die Haferflocken verbrauch (Bild), werden die Schwämme gründlich unter fließendem handwarmen Wasser ausgewaschen bis das Waschwasser klar ist.

Der Schwamm wird ausgedrückt, in den Glasbehälter gelegt und mit 200ml Wasser gleichmäßig übergossen. Die Rillen werden mit je 1 Teelöffel feinen Haferflocken befüllt (Bild) und der Deckel wieder aufgelegt.

Tag 2-4:

Die Grindalwürmer sammeln sich am Glasdeckel (Bild), sie werden mit einem Schaber abgestrichen und direkt verfüttert.

Tag 5:

Nach der Ernte wird verfahren wie an Tag 1.

Grindalbox (Frisch gefüttert)
Grindalbox (Vor der Reinigung)
Grindalbox (Gereinigt)

Eine so gepflegte Kultur kann lange Zeit hohe Erträge erzielen.

Viel Spaß bei Deiner Grindal- Zucht!

 

Autor: Jennifer Hehl

9 Kommentare

  1. Diese sehr aufwändige Zucht von Grindals auf schwammartigem Substrat hat etliche Nachteile und ist deshalb längst überholt! Dagegen ist die von mir vor über 60 Jahren bereits praktizierte und inzwischen gleichfalls überholte Zuchtmethode auf Erde oder Torf noch vorteilhafter! Seit mehr als 20 Jahren verwende ich sehr erfolgreich als Substrat ganz gewöhnlichen Lavasplitt, den man im Winter in jedem Baumarkt spottbillig als Streugut gegen Glatteis erhält. Dieses Substrat ist nicht nur billger, sondern auch noch vorteilhafter als Seramis und übertrifft im Zeit- und Materialaufwand die Schwammkultur in vieler Hinsicht. Die Zucht ähnelt der am 23.08.2013 von Marcel beschriebenen Methode, lediglich dass ich ein für die Würmchen leichter zugängliches, feinkörnigeres Futter verwende.
    Mit der von Ihnen beschriebenen und empfohlenen Zuchtmethode schrecken Sie viele, unerfahrene Jung-Aquarianer ab! Denn wer das einmal erprobte und den hohen Zeitaufwnd und die anderen Nachteile selbst erfuhr, hat kaum mehr den Mut, auf irgendeine andere Art Grindals oder andere Futtertiere zu züchten. Und das ist für die Pflege-Tiere sehr schade, wenn sie dann fast nur noch Trockenfutter angeboten bekommen.
    Nur nebenbei bemerkt und damit Sie mich besser “einordnen” können: Tippen Sie mal im Internet, vornehmlich im englischsprachigen Bereich, das Suchwort “Walterworms” oder “Walter Worms” oder “Helmiut Walter” ein.

    • Hallo Helmut, danke für die Erweiterung und die guten Tipps. Bekanntlich führen viele Wege nach “Rom” und jeder hat seine eigenen Erfahrungen. So hat die my-fish Nutzerin Jennifer Hehl ihre Methode beschrieben. Gerne würden wir deine Anleitung in diesen Bereich mit aufnehmen und der geschilderten Methode gegenüberstellen.

  2. Was bedeutet denn suspendiert bei euch? Ist eine falchliche aber verständliche Sprache nicht wichtig bei my Fish?
    Also wenn ich das Wasser suspendiere dann ist es nicht mehr dabei, wie soll dann der Ansatz funktionieren?
    Ich bin dafür die Fremdwörter und Fachwörter zumindest mit zu erläutern wenn sie nicht suspendiert werden….

    • Hallo Andy, Jennifer hat die Würmchen von sämtlichen anderen Material getrennt, mittels Glasplatte. Kein Wasser mehr übrig, da dies durch die Haferflocken aufgesaugt wurde. Da dies ein Nutzerbeitrag ist, nicht initial von my-fish, wird sie sicherlich noch drauf reagieren 😉

  3. Das ist gute Idee mit dem schwam,ich habe immer in erde zucht durchgeführt.Aber für ganz kleine Fische habe ich Makro Grindal.Das ist auch einfache zucht,nur auf dem Brot.

  4. Ich habe auch immer zwei Kulturen auf Seramis am Laufen. Gefüttert wird wenn die Hafenflocken fast weg gefressen sind und ernten täglich….
    ( Und wenn mal eine Fliege mit drinn ist, gibt´s Maden für die Räuber…..
    Die Kulturen laufen über Monate problemlos.
    Lässt eine nach, wird neu angesetzt….

  5. Diese Methode ist zu aufwendig und hinzu noch sehr unsauber.

    Warum jedes mal eine neue Zucht starten?

    Eine Dose mit Seramis befüllen (ca. 3- 4 cm hoch); Grindalwürmchen mit hinein und anschließend mit Haferflocken füttern; Scheibe oben rauf, warten bis die Flocken weg gefressen sind, neue Flocken rauf, und je nach dem Verfüttern.

    Solche Dosen halten wenn man gut ist; Ein paar Wochen oder auch Monate ohne jedesmal eine neue Zucht zu starten.

    Man kann sich das auch echt schwer machen 🙂

    MfG Marcel

  6. Bei dieser Methode zerstörst du doch dein ganze Zucht ,fängst jedesmal wieder bei “Null” an.

    • Hallo Tobias,
      da Jennifer regelmäßig Tiere entnimmt und einen weiteren Ansatz damit erstellt, zerstört sie damit nicht die Zucht. Natürlich kann dieses nicht nur mit einem Gefäß durchgeführt werden.

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