Geophagus sveni
Beschreibung
Geophagus sveni ist ein typischer Vertreter der Erdfresser (Geophagus) aus der Familie Cichlidae. Im Aquarium erreicht die Art 15-17 cm. Der robuste, seitlich abgeflachte Rumpf mit leicht nach unten gerichtetem Maul ist auf das Sandfiltern spezialisiert. Die Art zeigt fünf schwache vertikale Querstreifen an den Flanken, einen mittlateralen Fleck und rötliche horizontale Streifen im vorderen Körperbereich mit drei irisierend blauen vertikalen Flecken am Präoperculum. Im Aquarium zeigen die Tiere aktives Bodenverhalten: beständiges Durchwühlen des Substrats auf Nahrungssuche. Geophagus sveni ist ein larvophiler, biparentaler Maulbrüter: Die Eier werden auf einem gereinigten Stein oder einer flachen Fläche abgelegt, nach dem Schlupf nimmt vor allem das Weibchen die Larven ins Maul und brütet sie dort weiter aus. Während der Fortpflanzungsphase erhöhte territoriale Aggression.
Besonderheiten
- Larvophiler, biparentaler Maulbrüter: Eiablage auf einem Stein, nach dem Schlupf Maulbrütung der Larven vor allem durch das Weibchen
- Sandfresser/Sanddurchwühler: konstantes Graben und Filtern des Substrats
- Rötliche horizontale Streifen und irisierend blaue Flecken am Präoperculum
- Können Pflanzen und Bodendekoration durchwühlen oder Pflanzenwurzeln freilegen
- Niedriges Sprungrisiko
- Im Aquarienhandel selten
Vergesellschaftungshinweise
Gruppenart, empfohlen mindestens 5, besser 6–8 Individuen. Außerhalb der Laichzeit meist ruhig und sozial. Während der Fortpflanzungsperiode deutliche Rivalität und Revierverhalten. Schnecken weitgehend verträglich. Junggarnelen gefährdet, adulte Garnelen meist toleriert. Bodenbewohner wie Panzerwelse kompatibel. Beifische: südamerikanische Arten. Ostafrikanische Hartwasserbuntbarsche ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Subtil aber vorhanden. Männchen tendenziell größer und robuster, können ausgeprägtere Flossenverlängerungen aufweisen. Weibchen gedrungener und runder, besonders während der Laichzeit.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 23–28 °C, pH 5,8–7,0, GH bis ca. 10 dGH. Beckengröße: Mindestens 600 L für eine Gruppe von 5–8 Tieren. Einrichtung: Feinkörniges Sandsubstrat. Wurzeln, Hartholzstücke, flache Steine/Schieferplatten als Laich- und Revierrandzonen. Robuste, gut verwurzelte Pflanzen. Filterung: Sauberes, gut gefiltertes Wasser wichtig. Effizienter biologischer Filter, regelmäßige Teilwasserwechsel. Moderate Strömung.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Larvophiler, biparentaler Maulbrüter. Das Weibchen legt die Eier auf einem gereinigten Stein oder einer flachen Fläche ab, das Männchen befruchtet sie. Die Eier schlüpfen nach ca. 48 bis 72 Stunden, danach nimmt vor allem das Weibchen die Larven ins Maul und brütet sie dort weitere 8 bis 10 Tage bis zur freien Schwimmfähigkeit aus. Beide Elternteile bewachen anschließend die freischwimmenden Jungfische, teils wechselnd. Zuchtschwierigkeit: Mittel. Im Aquarienhandel selten. Paarbildung innerhalb einer Gruppe von mindestens 5 Tieren. Flache, gut erreichbare Laichflächen bereitstellen.
Ernährung/Futterbedarf
Allesfresser mit Schwerpunkt auf tierischer Kost. Sinkende Pellets/Tabletten als Grundfutter. Ergänzend: Artemia, Cyclops, Daphnien, Mückenlarven. Pflanzliche Komponenten ergänzend. Mehrere kleine Futtergaben am Tag.
Natürlicher Lebensraum
Geophagus sveni stammt aus Brasilien und ist im Tocantins-Flusssystem heimisch (mittlere Bereiche des Rio Tocantins). Flache Uferbereiche mit großen Wurzelwerk-Komplexen, gedämpftes Licht durch vegetative Beschattung. Sandiges Substrat.