
Die „Cobitidae“ sind eine recht kleine Fischfamilie mit nur etwa 100 Arten, alle im Süßwasser der alten Welt beheimatet und Barteln tragend, als Tastorgane mit Geschmacksrezeptoren unterstützen sie den Nahrungserwerb. Alle Arten sind kleinschuppige oder „nackte“ Bodenbewohner mit unterständigem, zahnlosem Maul, manche mit einem ausklappbaren Dorn unterm Auge und mit der Möglichkeit, Geräusche in Form eines „Knackens“ von sich zu geben.
Viele Schmerlen beherrschen die Darmatmung, d.h. dass atmosphärischer Sauerstoff nach Abschlucken von Luft (an der Wasseroberfläche geschnappt) in reich durchbluteten Darmabschnitten verwertet werden kann.
Dem „forschenden“ Aquarianer tut sich mit der Fortpflanzungsbiologie dieser Fischgruppe ein weites Betätigungsfeld auf – allzu viel liegt da noch im Dunkeln. Die meisten Zuchten basieren auf Zufällen.
Quelle: Bernd Silbermann
Prachtschmerle
Wohl die bekannteste aller Schmerlen, Chromobotia macracanthus, ist markant schwarz-orange gebändert und wird im Handel oft als Jungtier angeboten. Aber Vorsicht, die Schönheiten werden bis zu 30 cm groß und sollten nur in entsprechend großen Aquarien gepflegt werden. Die Jungtiere sind noch gesellig, im Alter kann es aber bei Platzmangel zu Rangeleien kommen.
Sie mögen es warm, 24° und mehr, und kommen mit normalem Aquarienwasser mittlerer Härte und einem pH-Wert von 6,5 bis 7,5 zurecht.
Sie bevorzugen Sandboden, den sie nach Futter „durchkauen“. Dabei kommt es schon mal vor, dass Pflanzen ausgebuddelt werden, die also entsprechend gesichert werden sollten.
Tigerzwergschmerle
Yunnanilus cruciatus ist eine klein bleibende, verträgliche Schmerle für das Gesellschaftsaquarium. Sie stammt aus Vietnam und mag mittelhartes Wasser und eine Temperatur von 21-27° C. Sie ist am liebsten in Gruppen unterwegs, daher sollten mindestens 6, besser noch mehr Tiere gehalten werden. Mit ihrem kleinen Maul nehmen sie ihr Futter hauptsächlich vom Boden auf, schwimmen aber durchaus auch frei im Becken umher.
Siamesische Saugschmerle
Eine weitere sehr bekannte Schmerlenart ist Gyrinocheilus aymonieri, die siamesische Saugschmerle mit dem markanten „Nuckelmaul“ und dem breiten seitlichen Streifen. Sie wird gern als Algenfresser empfohlen, nimmt jedoch nur kurze Algenarten und Aufwuchs an. Ansonsten möchte sie mit Futtertabletten und gern auch Frost- und Lebendfutter gefüttert werden. Sie wächst zwar langsam, sollte aber dennoch nur angeschafft werden, wenn das Becken sie auch in ihrer Endgröße von bis zu 30 cm beherbergen kann oder ein „Altersruhesitz“ für sie in Aussicht steht.
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