Home / Ratgeber / Fischratgeber / Channa – Schlangenkopffische

Channa – Schlangenkopffische

Channa pulchra- Foto: Dominik Niemeier
Channa pulchra- Foto: Dominik Niemeier

Bei Schlangenkopffischen handelt es sich um eine Fischgattung, welche schon im 18Jh. (LINNE) beschrieben wurde. Viele Jahrzehnte führten diese Fische ein Schattendasein in der Aquaristik , wurden doch hauptsächlich die großen im Aquarium schwer oder nicht zu haltenden Arten importiert.

In den letzten Jahren wurde das Augenmerk dann immer mehr auf die kleineren “etwas anderen” Aquarienfische gelenkt, so dass sie uns in Fachzeitschriften und Fachhandel immer häufiger über den Weg laufen.

Schlangenkopffische sind die Terrarientiere unter den Aquarienfischen, sie sind keine Fische für ein Gesellschaftsaquarium sondern am idealsten in einem Artaquarium untergebracht, dieses wird nach den Bedürfnissen der Schlangenkopffische eingerichtet, diesen Aufwand danken diese intelligenten Fische durch ein sehr pflegerbezogenes und interessantes Verhalten.

Es gibt Arten die nur 12cm groß werden, nebst Arten die über 120cm lang werden, Arten die nur in tropischen Regionen vorkommen und Arten die in subtropischen Breiten vorkommen, Nestbauer und Maulbrüter – Schlangenkopffisch ist nicht gleich Schlangenkopffisch.

Channa barca - Foto: Dominik Niemeier
Channa barca – Foto: Dominik Niemeier
Channa aurantimaculata - Foto: Dominik Niemeier
Channa aurantimaculata – Foto: Dominik Niemeier

Der Aufbau eines Aquarium für Schlangenkopffische ist allerdings immer ähnlich.

Viele Versteckmöglichkeiten in Form von Holzwurzeln, Höhlen, Korkröhren, Drainagerohren und ähnlichen Versteckmöglichkeiten. Dazu gerne viele Pflanzen, allerdings eher robustere Arten, da feinfiedrige Pflanzen doch meist etwas leiden.

Cryptocorynen, Echinodorus, Vallisnerien, Nymphaea, Anubias, Microsorum aber auch einige Hygrophila Arten sind hier zu empfehlen. Idealerweise wird nun ein Teil der Oberfläche noch mit Schwimmpflanzen bedeckt. Die Beschaffenheit des Bodengrund ist nicht von zentraler Bedeutung, bis auf wenige Ausnahmen wird nicht gebuddelt und der Bodengrund ignoriert, allerdings ist zum Wohlbefinden der Fische dunkler Bodengrund zu empfehlen.

Wichtig ist es die richtigen Schlangenkopffische zu erwerben, obwohl die Arten grundsätzlich relativ einfach zu unterscheiden sind, kommt es doch immer mal wieder zu Verwechslungen. Somit ist es zu empfehlen direkt beim Züchter zu kaufen oder sich zu vergewissern, dass der Zoofachhändler weiß wovon er spricht.

Man kann die Geschlechter von Schlangenkopffischen nicht immer eindeutig unterscheiden, deshalb ist es für den Laien zu empfehlen, sich eine Gruppe Jungtiere (6Tiere) zu erwerben, die dann gemeinsam aufwachsen und bei denen sich dann selbst ein Paar finden kann. Paare die sich selbst gefunden haben, sind in der Regel harmonischer als Paare die man nur Aufgrund des Geschlechtes zusammen gesetzt hat – wenn dieses überhaupt funktioniert.

Channa aurantimaculata - Foto: Dominik Niemeier
Channa aurantimaculata – Foto: Dominik Niemeier

Schlangenkopffische neigen zu einer gewissen innerartlichen Aggression, in der Regel lassen sie sich nicht dauerhaft in Gruppen halten, sondern adulte Tiere nur paarweise.

Wie schon erwähnt kann man Schlangenkopffische in der Regel schlecht vergesellschaften, da sie zum einen alle Fische verspeisen, die ins Maul passen und an unverdaulichen Brocken (Antennenwelse, Panzerwelse etc.) ersticken können.

Des weiteren sind die Tiere zwar innerartlich manchmal aggressiv, aüssern dies aber gegen andere Arten nur wenn sie Jungtiere führen – eine Vergesellschaftung mit dominanten oder aggressiven Fischen (wie Buntbarschen) scheidet somit auch aus.

Unruhige Fische die nicht ins Maul passen machen wiederum die Schlangenkopffische nervös. Ruhige fragile Fische wie Skalare oder Fadenfische stören sich mitunter am Verhalten der Schlangenkopffische.

Zuletzt folgt noch die Problematik mit den Wasserwerten – subtropische Schlangenkopffische mit tropischen Fischen zu vergesellschaften wird für eine Seite immer sehr nachteilig ausgehen.

Eine zusätzliche Sauerstoffversorgung durch die Aufnahme von Luftsauerstoff (über ein Subrabranchialorgan) verhilft den Channa auch in sehr sauerstoffarmen Gewässern zu überleben in denen kaum andere Fische überleben – insgesamt sind Schlangenkopffische nicht anspruchsvoll was die Wasserwerte betrifft (auch hier gibt es Ausnahmen). Zur Haltung sind fast alle üblichen Wasserwerte geeignet.

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung sind die wenigstens Schlangenkopffische Fischfresser, genaugenommen trifft dies nur auf die größeren Arten zu, die anhand ihres Gebiss eindeutig als solche zu erkennen sind. Die aquaristisch relevanten Arten ernähren sich in der Natur von Insekten und deren Larven sowie Würmern, Krebstieren, Schnecken und Muscheln. Die Diät im Aquarium sollte dies berücksichtigen und nebst geeigneten Frostfutter und Trockenfutter kann und sollte auch mal ein Regenwurm, Mehlwurm ,Heimchen, Grille, Heuschrecke verfüttert werden.

Allerdings neigen alle Schlangenkopffische zur Verfettung, so dass es zu empfehlen ist adulte Tiere maximal einmal die Woche zu füttern. Eine Fastenzeit über mehrere Wochen (Urlaub) ist unproblematisch und bei manchen Tieren sogar für eine erfolgreiche Nachzucht verpflichtend.

Channa pleurophthalma - Foto: Dominik Niemeier
Channa pleurophthalma – Foto: Dominik Niemeier
Channa ornatipinnis - Foto: Dominik Niemeier
Channa ornatipinnis – Foto: Dominik Niemeier

Besonderheiten bei der Haltung subtropischer Schlangenkopffische

Vielfach wird immer noch angegeben, dass subtropische Schlangenkopffische eine direkte Winterruhe brauchen und hierbei werden Temperaturen von 10-16°C zur Überwinterung genannt – dies ist falsch.

Die natürlichen Habitate der Tiere erreichen mitunter solch niedrige Temperaturen, allerdings sind dies Ausnahmesituationen, die sicherlich nicht alle Tiere gut überstehen und sicher nicht dem Wohlbefinden der Tiere dienen.

Genauso falsch ist die Haltung von subtropischen Channa bei dauerhaft tropischen Temperaturen um und über 25°C.

Eine Haltung bei Zimmertemperatur ist meist ausreichend, wichtig ist ein Temperatur und Futterunterschied zwischen Sommer und Winter. Ein Temperaturunterschied von 4-5°C genügt hier in der Regel

Wichtig ist es die Fütterung während der “kühleren Phase” einzustellen oder zumindest zu reduzieren. Wichtig ist es auch die Tiere niemals von warmen in kaltes Wasser umzusetzen.

 

Wie man sieht unterscheidet sich die Haltung von Schlangenkopffischen grundsätzlich von derer anderer Fische und gleicht mehr der Haltung von Terrarientieren.

Foto: Daniel Konn-Vetterlein
Channa sp. Platinum – Foto: Daniel Konn-Vetterlein

UNGEEIGNETE Schlangenkopffische ( FINGER WEG !)

– Channa argus

– Channa marulia

– Channa striata

– Channa micropeltes

 

Text: Dominik Niemeier

10 Kommentare

  1. Wie Groß sollte das Aquarium mindest. sein um Channas zu halten (weiß da gibt es in der Größe je nach art unterschiede) und lassen sie sich auch mit Fisch schwärmen kombinieren?

  2. Hallo kann man Channa spec Laos fireback mit diskusfischen zusammen halten lg

  3. Björn Seisselberg

    Hallo aus Berlin,

    ich habe Interesse an großen werdenden, essbaren Sorten der Schlangenkopffische.
    Welche Sorten sind essbar und lassen sich (relativ) einfach züchten? Kann man sie in Teichen züchten? Oder eher in großen Becken?
    Gibt es Züchter in Deutschland? Wo könnte ich evtl. entsprechende Informationen erhalten?

    Tausend Dank und viele Grüße
    Björn

    • Hallo Björn, zu den Haltungsbedingungen findest du vieles in unserer Fishothek. Wir haben jedoch Erfahrungen zur Pflege und Zucht der Fische außerhalb der Nahrungsmittelgewinnung. Eventuell solltest du diese Fragen einem asiatischen Fischwirt stellen. Teiche sind auch “nur” große Aquarien. Wichtig ist, dass die Parameter stimmen. Da diese Tiere “Liebhabertiere” sind, wird kaum ein Züchter diese zum genannten Zweck abgeben, vermute ich.

  4. Ich hab da auch nochmal eine Frage..
    Wie sieht das aus, wenn man anstatt eines Pärchens zum Beispiel zwei Damen zusammen setzt? Geht das gut?
    Wenn man nun nicht unbedingt auf Nachwuchs aus ist. Denn auch die Nachzuchten brauchen ja irgendwann mal ein Zuhause..
    LG

    • Hallo Bianca
      Nein das geht im Normalfall nicht lange gut. Als Jungtiere lassen sie sich noch in einer Gruppe halten, aber bald wird sich ein Tier durchsetzen. Ich habe es zwar noch nie selber ausprobiert, aber oft werden, vorallem die größeren Arten, alleine gehalten und gedeihen auch recht gut. Naja aber zum Thema Einzelhaltung bei diesen Tieren hat eh jeder eine andere Meinung.
      Mfg

  5. Hallo Sandra,
    im Ende hältg man ein Paar zusammen in einem angemessenen Becken, ab 200l ist dies (je nach Art) möglich.
    Von Einzelhaltung bin ich nicht überzeugt.
    Am weitesten Verbreitet ist Channa striata und Channa punctata (natürliche Verbreitung)
    Im Aquarium ist Channa gachua am häufigsten vertreten.
    Schlangenkopffische kosten als Nachzuchten zw. 3 und 30€
    Wildfangtiere und Farmzuchten liegen bei 20€ aufwärts.
    Sie scheuern sich mal, Sandboden ist keine Notwendigkeit.

    MIt besten Grüßen D. Niemeier

  6. Guten Tag

    Ich interessiere mich sehr für diesen Schlangenkopffisch 🙂 Wieviele von diesen Fischen sollte man Minimum halten? kann man auch nur einen halten? und wie gross muss das Aquarium Minimum sein? Reichen 500L? Welche Art ist am verbreitetsten? Und wie viel Geld muss ich für einen Schlangenkopffisch ausgeben? min / max?

    Das mit dem Boden habe ich auch nicht verstanden, wälzen sie sich oder nicht? Ist Sandboden am Besten? kann man auch einen Teil mit Kies befüllen?

    Freundliche Grüsse

    Sabrina Plüss

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.