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Eierlegende Zahnkarpfen – “Killifische”

Man kennt über 450 Arten dieser auch als „Killifische“ bezeichneten Familie (Cyprinodontidae) in 5 Untergruppen. Die Größenvarianz der eierlegenden Zahnkarpfen liegt zwischen 2 und 30 cm Länge. Namensgebend sind ihre gebogenen spitzen Zähnchen. Zur Orientierung besitzen sie ein Seitenlinienorgan, mit dem sie Wasserbewegungen, die von anderen Tieren oder durch Hindernisse erzeugt werden, wahrnehmen können. Im Gegensatz zu anderen Arten, deren Seitenlinienorgan auf der Körperseite zu finden ist, besitzen Zahnkarpfen dieses meist nur am Kopf.

Je nach Ablageort der Eier unterscheidet man Haftlaicher, die ihre Eier an Pflanzen legen, und Bodenlaicher. Bei Bewohnern zeitweilig austrocknender Gewässer sterben die Alttiere  mit dem Austrocknen der Gewässer nach mehreren Laichakten oder werden gefressen, die Embryonen überdauern innerhalb der Eihülle die Trockenzeit. Man spricht dann von Saisonfischen, wenn die Eier, unabhängig vom Ablageort, eine derartige Ruheperiode („Diapause“) brauchen.

Stahlblauer Prachtkärpfling – Fundulopanchax gardneri

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Quelle: Zierfischgroßhandel G. Höner

Der Stahlblaue Prachtkärpfling ist ein echter Hingucker im Aquarium. Die Weibchen sind deutlich schlichter gefärbt als die Männchen und lassen sich deshalb gut unterscheiden. Ausgewachsen wird der Prachtkärpfling etwa 6 bis 8 cm groß. Ein Artaquarium mit dunklem Boden samt einer Mulmschicht und dichter, auch Schwimmbepflanzung, ist ideal, vielleicht noch eine Gesellschaft mit Aphyosemion-Arten der Oberfläche, da Gardners Prachtkärpfling die mittleren bis unteren Aquarienzonen nutzt. Verstecke zwischen Wurzeln und Pflanzen werden gern aufgesucht und sind auch notwendig, da diese Art etwas streitbar ist (vor allem die Männchen untereinander). Zur Zucht dieser Haftlaicher gibt man den Eiern eine vierwöchige Ruhezeit, wobei sie im Bodensubstrat austrocknen sollten. Licht durch Schwimmpflanzen abdimmen.

 



Querbandhechtling – Epiplatys dageti

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Quelle: Zierfischgroßhandel G. Höner

Dieser Killifisch wird etwa 6-7 cm groß und bewohnt überwiegend die obere Wasserregion. Eine Vergesellschaftung mit anderen Arten ist möglich, da es sich um eine friedliche Art handelt. Das Männchen ist an der intensiveren Färbung und den längeren Flossen erkennbar. Die Weibchen sind meist farbloser und fülliger. In einem Becken mit vielen Versteckmöglichkeiten fühlt sich diese Art wie alle Killifische wohl.

 

 





Kap Lopez – Aphyosemoin australe

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Quelle: Walter Hilgner

Der Kap Lopez ist ein weiter Hingucker im Aquarium. Rücken, Schwanz und Afterflosse der farbenprächtigen Männchen sind orange-braun gefärbt. Über den neonblauen Körper laufen vier bis fünf rote Punktreihen. Eine prachtvolle Zuchtform ist der Aphyosemion australe „gold“, bei dem das Orangegold am Körper überwiegt. Der bunte Prachtkärpfling wird etwa sechs Zentimeter groß, Weibchen bleiben etwas kleiner. Im Aquarium erweist sich Kap Lopez als robuster und langlebiger Pflegling (drei bis vier Jahre). Diese Art bewohnt überwiegend die untere Wasserregion. Das Gelege dieser so genannten Haftlaicher wird an Pflanzen geheftet.

 

 

 


Ringelhechtling – Pseudepiplatys annulatus

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Quelle: Zierfischgroßhandel G. Höner

Der Ringelhechtling wird etwa 4 cm groß und ist somit auch für die Haltung in kleineren Aquarien geeignet. Es sind wunderschön gefärbte, friedliche Tiere, die sich mit anderen friedlichen Arten vergesellschaften lassen. Sie bewohnen überwiegend die obere Wasserregion. Wie bei anderen Killifisch-Arten ist das deutlich farbigere Männchen gut vom meist fülligeren Weibchen zu unterscheiden. In einem Aquarium mit vielen Versteckmöglichkeiten kommen immer mal wieder Junge hoch, denn die Tiere legen ihre Eier an jeglichen Gegenständen ab. Zur gezielten Zucht empfiehlt sich ein so genannter Wollmopp, wie er oft in der Killifischzucht verwendet wird.