Home / Ratgeber / Einstieg / Häufige Probleme / Plagegeister im Aquarium – Hydra

Plagegeister im Aquarium – Hydra

Foto: Kaufmann
Foto: Kaufmann

Immer wieder fragen Aquarianer, um welche Tiere oder Pflanzen, bzw. Algen es sich bei ihren neu entdeckten Plagegeistern handeln könnte.Die Beschreibungen werden dann schnell eindeutig, wenn eine Lupe zuhilfe genommen wird.

Die Grüne Hydra Hydra viridis (Chlorohydra viridissima) ist ein weitgehend ungefährlicher Gast in unseren Aquarien, denn sie lebt überwiegend von ihren Symbiosealgen (Chlorella), die sie teilweise verdaut.

Im Gegensatz zur Grünen Hydra wird der Graue Süßwasserpolyp in Aquarien manchmal lästig, wenn Jungtiere von Wirbellosen oder frisch geschüpfte Fische angegriffen werden. Die Polypen werden auch deutlich größer als ihre grünen Verwandten.

Diese Süßwasserpolypen erbeuten also tatsächlich manche ganz kleinen Tiere, auch wenn sie sich oft genug verschätzen und dann viel zu große Beute einfangen wollen, wie das nächste Bild zeigt.

Hydren vermehren sich nur dann in störenden oder gar gefährlichen Mengen, wenn sie dafür ausreichend Nahrung finden und keine Feinde ihnen das Leben schwer machen. In Aquarien mit ausschließlich kleinen Wirbellosen fehlen natürlich Feinde. Man kann dann sicher davon ausgehen, dass das Futterangebot zu reichlich ist. In solchen Fällen sollte man sich ganz genau überlegen, was zu tun ist. Bei Wirbellosen-Aquarien scheiden chemische Bekämpfungsmittel komplett aus. Folglich helfen nur Disziplin bei der Fütterung und mechanisches Entfernen der Hydren. Letzteres sollte aber unbedingt per Absaugung mit einem geeigneten Schlauch geschehen, damit die Tiere nicht zerstückelt werden, denn sie haben die Fähigkeit, sich aus kleinsten Teilen wieder vollständig zu regenerieren. Will man sie loswerden, ist es ein Glücksfall, wenn sich eine Population auf mobilen Dekorationsteilen, also Wurzeln, Steinen usw., oder aber auf Pflanzen ansiedelt. Dann kann man außerhalb des Aquariums entsprechend rigoros vorgehen.

 

Zusatzinformationen: http://aquamax.de/index.php/hydra.html

 

Quelle: Bernd Kaufmann – Aquamax

5 Kommentare

  1. Habe mir “Weiße Hydra” eingeschleppt. Es handelt sich um eine sehr zarte klein bleibende Art.
    Das unbeheizte 200 L.- Aquarium ist voll bepflanzt. Als Fischbesatz habe ich seit letzten Herbst fünf Pungitius Männchen, die von den Hydren keine Notiz nehmen.
    Da Pungitius kein Trockenfutter annimmt, füttere ich nur junge Regenwürmer und Rote Mückenlarven aus eigener Zucht in einer Regentonne. Wasserflöhe o.ä. sind nicht vorhanden.
    Man sollte also annehmen, dass die Hydra verhungert. —
    Weit gefehlt: Ständig sauge ich die Hydren von der Frontscheibe ab. Überwiegend sitzen sie an der Scheibe kurz über dem Boden, selten mal an einer Pflanze.
    Zwei Neonröhren à 38 Watt lasse ich ihr Licht nur 3 Stunden entfalten, was trotzdem zu einem üppigen Chryptecorinen-Wald geführt hat. Eine vorher vorhandene Pinsel-Algen-Plage konnte ich durch den Lichtentzug stoppen.
    Wie bekomme ich nun noch die Hydren weg?
    Bitte keinen Hinweis zu Kupferdraht. Die Methode klappt bei kleinen Aquarien gut, dürfte aber beim 200 l -Becken zu lange dauern.
    Eine kleine Posthornschnecke, optisch vier mal kleiner als die große Schlammschnecke (Limnea stagnalis), die den Tierbesatz vervollständigt, hat keinen Appetit auf Hydren.

  2. DAnke für den ausführlichen Bericht mit der tollen Aufnahme. Nun weiß ich ,weiß vor langer Zeit in meinem Garnelenbecken aus dem Boden kam.
    Gruß Ange

  3. Um den Artikel zu ergänzen: Es gibt Möglichkeiten, die Hydra zu bekämpfen. Die erste, schnellste Methode ist der Einsatz von Flubendazol, ein nicht wasserlöslicher Stoff. Man bekommt das Präparat “Flubenol” in Form einer Paste beim Tierarzt für ca. 10 €, es wird vornehmlich zur Bekämpfung parasitärer Darmwürmer bei Hunden und Katzen (u. anderen Säugetieren) eingesetzt. Es wirkt, indem die Würmer (oder eben auch der Süßwasser-Polyp Hydra) die aufgenommene Nahrung nicht mehr umsetzen können und dadurch sterben, also verhungern. Leider hat das gut wirksame Medikament den Nachteil, das es auch Schnecken tötet, was dann natürlich das Wasser extrem belastet. Obwohl man nur kleinste Mengen benötigt (1cm lange Creme-Wurst in etwas Wasser aufgelöst reicht schon für ein 160-l-Becken) kann es lange dauern, bis man das Zeug wieder aus dem Becken heraus hat, eben weil es nicht wasserlöslich ist, so habe ich bei kleinen (54 l) wie auch größeren Becken (200 l) bei regelmäßigen Wasserwechseln (2 x wöchentlich 25-30 %) bis zu acht Wochen gebraucht, bis Schnecken wieder überleben konnten. Das ist also eine Abwägungssache.
    Die zweite Möglichkeit, die biologisch unbedenklicher ist aber auch länger dauern kann ist der Einsatz der Spitzschlammschnecke Lymnaea stagnalis, die wohl die Polypen frisst, nur hatte ich bisher immer das Pech, diese nicht bekommen zu können, aber da hilft u.U. das Internet mit privaten Tausch-Börsen o.ä.
    Da ich immer wieder mal Hydra in meinen Becken habe legte ich mir diese Tiere dann ohne Not zu, so daß ich sie im “richtigen” Augenblick zur Hand habe und sie einsetzen kann.
    Stellt sich noch die Frage, woher man die Hydra überhaupt bekommt? Möglicherweise ist sie in jedem Aquarienwasser latent vorhanden, so das sie durch Pflanzen- oder Fischkauf verschleppt wird, aber nur bei genügend Nährstoffvorkommen “blüht”, sich also stark vermehrt und dann erst dem Pfleger auffällt. Ich konnte im www nachlesen, das sie bei stärkerer Fütterung von Artemia-Nauplien auftritt, aber dadurch wird sie ja nicht eingeschleppt. Ich konnte jedoch feststellen, das sie bei mir in den Becken auftritt, in denen ich relativ stark schwarze Mückenlarven als Frostfutter (!) verfütterte, möglicherweise sind also die Polypen durch Frostung nicht abzutöten.
    Gut, das dieses Thema bei my-fish.org angesprochen wird, weil ich im www länger suchen musste um Informationen zu finden, im sog. Fachhandel erntete ich auf Nachfrage nur große Augen, Unwissen und Ratlosigkeit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.