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Foto-Basics “Teil 1”

Waldemar Fischer // biotop-aquaristik.blogspot.de
Waldemar Fischer // biotop-aquaristik.blogspot.de

Knips, knips und es wird doch nichts!! So ist das mit der Aquarienfotografie wenn man sich nicht etwas Zeit nimmt und sich überlegt was man da tut. Kommen hier doch einige Faktoren zusammen, die Smartphone und Co vor ungeahnte Herausforderungen stellen. Das Aquarium ist in erster Linie ein Glaskörper, der mit seinen reflektierenden Eigenschaften nicht geizt. Nicht selten ist das zentrale Motiv einer Aquarienfotografie, das Spiegelbild des hochangestrengten Fotografen. Zudem will das Wasser im Aquarium uns das Leben zusätzlich erschweren, in dem es seine lichtbrechende Wirkung einsetzt. Licht – auch eher Mangelware in der Aquaristik, insofern man das Becken nicht draußen aufbaut.

Um die Fotografie etwas besser zu verstehen, möchte ich hier die Grundlagen und die damit verbundenen Probleme beschreiben. Hierfür möchte ich vorerst auf drei Punkte eingehen, die als Basiswissen der Fotografie gelten und wirklich immer eine Rolle spielen. Das ist übrigens auch der Punkt an dem die Meisten, das Interesse an der Fotografie verlieren. Was aber nicht sein muss da es eine recht logische Sache ist, die auch gut zu verstehen ist.

Belichtungszeit: Ist die Zeit die es braucht um ausreichend Licht auf den Sensor einfallen zu lassen, um ein Abbild zu erstellen. Bei zuwenig Zeit wird das Bild zu dunkel, bei zuviel Zeit wird es zu hell.

Blende: Sie definiert die Größe der Öffnung, durch die das Licht einfällt. Bei einer großen Blende/Öffnung fällt viel Licht ein, bei einer kleinen Blende/Öffnung fällt weniger Licht ein. Somit braucht eine kleine Blende mehr Zeit für die Belichtung.
Wechselwirkung von Belichtungszeit und Blende: Natürlich wäre das noch zu einfach, daher gilt weiter, umso kleiner die Blende, desto mehr Tiefenschärfe. Praktisch bedeutet das, bei einer großen (oder auch offenen) Blende hätte ich beispielsweise das Auge eines Fisches scharf, aber bei einer kleinen Blende hätte ich den ganzen Kopf scharf, das bedeutet mehr Tiefenschärfe. Somit spielt die Blendenwahl nicht nur bei der Belichtungszeit, sondern auch beim Charakter eines Fotos eine wichtige Rolle.

Da wir aber inzwischen wissen, dass eine kleine Blende eine längere Belichtungszeit braucht, gibt es zwei Möglichkeiten damit umzugehen. Die erste wäre das Motiv anzuhalten und lange zu belichten. Die zweite Variante wäre es für mehr Licht zu sorgen, um eine kurze Belichtungszeit zu ermöglichen. Natürlich kommt bei der Fotografie von bewegten Motiven, nur die zweite Lösung in Frage.

Der Grund ist die Bewegung des Motives. Wenn ein Motiv (z.B. ein Fisch) während der Belichtung seine Position verändert, sehen wir das auf den Fotos als Bewegungsunschärfe. Daher ist das Ziel eine Belichtungszeit zu erreichen, in der sich das Motiv nicht bewegen kann, aber dennoch ausreichend Licht einfallen kann, um ein Abbild zu erstellen und dieses mit einer Blende zu erreichen, die ausreichend Tiefenschärfe bietet.

Brennweite: dieses Thema werde ich jetzt nur soweit anschneiden, insofern es für die Fotoparxis relevant ist. Die meisten Objektive sind Zoomer und recht flexibel. Hier passiert nichts anderes, als dass die Brennweite im Objektiv verändert wird. Im Telebereich wird eine hohe Brennweite verwendet, während Weitwinkel eine geringe Brennweite nutzen. Natürlich ist das nicht alles. Die Brennweite nimmt auch maßgeblichen Einfluß auf die Tiefenschärfe, und wirkt sich indirekt auf die Belichtungszeit aus. Hier gilt zum einen, je höher die Brennweite, desto geringer die Tiefenschärfe und je höher die Brennweite, um so kürzer sollte die Belichtungszeit eingestellt werden, da sonst die Gefahr besteht, dass zumindest bei Freihandfotografie das Bild verwackelt. Hierfür passt es immer gut, wenn die Belichtungszeit und die Brennweite im Wert übereinstimmen. Also z.B 1/100 Sekunde zu einer Brennweite von 100 Millimeter.

Beispiele: klassische Makroaufnahmen mit einer Brennweite von 150 mm , Blende 11 und Abstand zum Objekt Ca. 40 cm. Belichtungszeit war 1/160 sec. (nur möglich mit externem Blitz). 

Waldemar Fischer // biotop-aquaristik.blogspot.de
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In der Aquarienfotografie spielen Teleobjektive keine wichtige Rolle, da der Mindestabstand zum Objekt einfach zu groß sein muss. Hier sind es eher Makroobjektive, die allerdings ähnlich wie Teleobjektive mit wesentlich geringeren Mindestabständen zum Motiv, zu verstehen sind. Während ein 150 mm Makroobjektiv nur ca. 30 Zentimeter Abstand benötigt, braucht ein 135 mm Teleobjektiv bereits 1,5 Meter zum Objekt. Da ist natürlich klar welches Objektiv, zur Fotografie von Zierfischen besser geeignet ist.

Sicher ist das nicht alles was zu Aquarienfotografie zu sagen wäre, aber dies soll vorerst als Teil 1 den Anfang machen. In Zukunft werdet Ihr hier weitere Hintergrundinformationen und praktische Tipps zur Fotografie finden. Also schaut Euch Eure Kamera und das Handbuch schon mal etwas genauer an, da die Angabe dieser drei Werte hier zukünftig immer eine wichtige Rolle spielen werden.

Fotografie und Text: Waldemar Fischer

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